Thesen Zukunft der Arbeit

UNSER LEITMOTIV: DIGITALEN FORTSCHRITT GESTALTEN

UNSER VERSPRECHEN: WACHSTUM UND WOHLSTAND

UNSERE ZIELE: NACHHALTIGE WIRTSCHAFT UND HUMANE ARBEIT

 

These 1: Den wirtschaftlichen Strukturwandel gesellschaftlich gestalten.

Alles Wirtschaften muss dem Menschen dienen!

Die Digitalisierung und die Energiewende werden das Wirtschaften grundlegend verändern – ob sie es verbessern werden, liegt an uns. Sie bergen das Potenzial eines Zuwachses an nachhaltiger Produktivität und Wohlstand und für eine auskömmliche Finanzierung von guter Arbeit auch im Bildungs- und Sozialwesen. Diese Rendite muss der gesamten Gesellschaft zugutekommen und nicht nur wenigen.

Technische Möglichkeiten für wirtschaftliche, soziale und ökologische Innovation nutzbar zu machen, ist unser Ziel. Dabei braucht es klare ethische Normen, um gerade die zukünftigen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz zu beherrschen. Dazu muss der wirtschaftliche Strukturwandel durch staatliche Investition und Regulierung gesellschaftlich gefördert und gestaltet werden, damit er gelingt und die Menschen mitnimmt. Die Akteure in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften müssen sich über ihre Verantwortung und Rolle klar werden.

 

These 2: Auf Innovation setzen – besser werden, nicht billiger.

Wettbewerb endlich wieder um die besten Lösungen! Wir setzen auf Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen und die Menschen, die diese als Wissenschaftler und Fachkräfte entwickeln. Deshalb fördern wir die Innovationskraft und geben dem Wettbewerb neue Regeln sowie soziale und ökologische Standards, die ihn international, europäisch und auf nationaler Ebene zivilisieren und der Realwirtschaft wieder Vorrang vor der Finanzwirtschaft einräumen. Ein solcher neuer Rahmen für einen Wettbewerb um die besten Lösungen und nicht um die billigste Produktion ist die Antwort auf den neoliberalen unregulierten Finanzkapitalismus – nicht Abschottung vom Welthandel.

 

These 3: Chance für eine Humanisierung der Arbeitswelt nutzen

Wenig beschäftigt die Menschen mehr als gute Arbeit. Sie legt die wesentliche Grundlage des Menschen – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft – für eine gleichberechtigte Integration in die Gesellschaft. Die Gestalt der Arbeit wandelt sich. Neben neue Chancen treten neue existentielle Unsicherheiten. Das Recht auf „gute Arbeit“ ist unser Ziel. Wieder mehr Sicherheit am Arbeitsmarkt zu schaffen, ist ein weiterer wichtiger Schritt. Dazu gehört für uns die unbedingte Verteidigung des Beschäftigtenschutzes im Rahmen des jetzigen Arbeitszeitgesetzes. Generell streben wir eine gerechtere Arbeitszeitverteilung im Sinne der Beschäftigtenwünsche an. Um Beschäftigte an der steigenden Produktivität und Arbeitsverdichtung teilhaben zu lassen, sowie ihren gesundheitlichen Schutz zu verbessern, besteht das Potenzial, die Regelarbeitszeit von 40 Std./Woche nach unten zu korrigieren. Wir wollen den neuen Arbeitsrealitäten mit einer „Arbeitsversicherung“ aber auch einen Rahmen geben, der diese Sicherheit mit Selbstbestimmung sowie einem Recht auf Qualifizierung und Weiterbildung verbindet, um so den Menschen mehr Autonomie bzgl. der eigenen Berufsbiografie zu ermöglichen.

 

These 4: Gerechte Teilhabe aller am Haben und Sagen

Durch die Digitalisierung werden Algorithmen und künstliche Intelligenz erheblichen Einfluss auf Entwicklung, Produktion und Handel bekommen. Produktivität wird nicht mehr allein von menschlicher Arbeit und Entwicklung abhängen. Dennoch bleibt für uns die Arbeit des Menschen zentral, da sie mehr ist als Teil eines Produktions- und Dienstleistungsprozesses.

Auch deshalb lehnen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen ab. Dennoch darf die Arbeit nicht mehr die wesentliche Basis für Teilhabe am materiellen Wohlstand sein, deshalb bedarf es auch alternativer Finanzierungsformen wie der Finanztransaktionssteuer oder der besseren Beteiligung von Vermögen. Die digitale Revolution bietet die Chance – im Rahmen eines neuen Gesellschaftsvertrages – die digitale Dividende für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu nutzen und alle am materiellen Fortschritt und besseren Lebensbedingungen teilhaben zu lassen. Dabei bedeutet Teilhabe für uns nicht nur materielle Teilhabe, sondern auch Teilhabe an besserer Lebensqualität, demokratischen Entscheidungen und Zukunfts- chancen.

Damit dies gelingen kann, müssen neue Regeln für eine gerechtere Teilhabe festgelegt werden, die auch die Globalisierung und ihre ökonomischen Folgen berücksichtigen. Hierfür ist es notwendig Gewerkschaften und soziale Verbände zu stärken und international auszurichten und alle gesellschaftlichen Bereiche demokratischer zu gestalten. Insbesondere am Arbeitsplatz wollen wir die Mitbestimmung weiterentwickeln zu Formen der Mitgestaltung und Mitentscheidung.

 

These 5: Nachhaltig Wirtschaften.

Das Leben auf der Erde muss innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen stattfinden.

Deshalb ist Akzeptanz für Nachhaltigkeit in der gesamten Bevölkerung zu erarbeiten. Es ist an uns hierfür der Wirtschaft klare Regeln zu setzen. Wir werden die Herausforderungen der Nachhaltigkeit nur lösen, wenn wir zugleich die sozialen Dimensionen und die Fliehkräfte mit angehen, Fairness und Umweltgerechtigkeit sind unsere Leitplanken. Nur die wirtschaftlichen Prozesse sind zukunftsfähig, die Nachhaltigkeit und Umweltschutz berücksichtigen.

 

These 6: Nachhaltig Produzieren

Die Nachfrage nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkten steigt. Gleichzeitig sind die Unternehmen immer mehr verpflichtet, Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen. Die SPD sieht in den Anforderungen der Nachhaltigkeit und der industriellen Produktion keinen unauflösbaren Widerspruch, sondern eine Chance zur Weiterentwicklung der Industrie in NRW. Dazu bedarf es mutiger Schritte und neuer Wege, die Bewährtes in Frage stellen und verstärkt die Anforderungen der Nachhaltigkeit zur Grundlage von politischen Entscheidungen machen.

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