Trotz allem Weichen gestellt

Michael Groschek, Vorsitzender der NRWSPD
Michael Groschek, Vorsitzender der NRWSPD Bild: NRWSPD

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich möchte hier nicht um den heißen Brei schreiben: 2017 war kein gutes Jahr für die SPD im Bund und in Nordrhein-Westfalen.

Wir haben uns das anders vorgestellt, als wir mit guten Umfragewerten selbstbewusst und optimistisch in die Wahlkämpfe gestartet sind. Armin Laschet weiß wahrscheinlich immer noch nicht, wie er im Mai Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden konnte. Und Angela Merkel sieht spätestens seit September das Ende ihrer Amtszeit immer näher rücken, als sie im Bund das schlechteste CDU-Wahlergebnis seit 1949 verantworten musste. Aber eine schwache Union macht noch lange keine starke SPD. Wir haben uns die Niederlagen selbst zuzuschreiben.

Beim Landesparteitag im Juni haben wir uns versprochen, es besser zu machen. Mit dem Gerede um Herzkammer und Stammland sollte Schluss sein. Für uns ist klar: Die SPD darf sich nicht in Spiegelstrich-Diskussionen verirren. Der Alltag der Bürgerinnen und Bürger muss auf unseren Parteitagen eine viel größere Rolle einnehmen. Unser Erneuerungsprozess ist vielversprechend gestartet. Und vieles von dem, was wir in NRW bereits auf den Weg gebracht haben, kann eine Blaupause für die gesamte SPD sein.

  • Viele von Euch haben auf den regionalen Werkstätten den Startschuss für ein neues Leitbild der NRWSPD gesetzt. Unsere Generalsekretärin Svenja Schulze hat diesen Prozess gemeinsam mit den Unterbezirken, den Abgeordneten, mit Landespräsidium und Landesvorstand weiter voran gebracht. 2018 werden wir Euch in den Unterbezirken mehrere Dutzend Thesen, wie unser Leitbild in Zukunft aussehen könnte, zur Diskussion vorstellen.
  • Wir machen die NRWSPD zum Talentschuppen und nehmen uns bei der Personalplanung ein Beispiel an den großen Bundesliga-Vereinen aus Nordrhein-Westfalen. Die setzen erfolgreich auf ein gutes Scouting und auf die Jugend. Auch bei uns müssen die Zeiten vorbei sein, in denen die Platzhirsche den Ton vorgeben. In den Parlamenten und in den Rathäusern gibt es eine ganze Reihe junger Frauen und Männer, die die NRWSPD schon heute prägen und von denen wir noch viel hören werden.
  • Bei der Kommunalwahl 2020 wird sich entscheiden, ob wir Volkspartei bleiben und wieder Erfolgspartei werden. Wir bringen uns bereits jetzt in Stellung. Die Kommunalkampa des Landesvorstands wird noch vor dem Jahreswechsel erste Überlegungen vorstellen, damit möglichst viele Rathäuser und Kreishäuser sozialdemokratisch geführt werden.
  • Die meisten Menschen nutzen selbstverständlich die Vorteile eines smarten Alltags. Digitalisierung erleichtert das Leben. Deswegen gestalten wir die NRWSPD als digitale Partei. Die wird nicht funktionieren, wenn gelernte Organisation und Netz-SPD ein Parallelleben führen. Wir können dank Digitalisierung unsere Parteiarbeit häufig ganz unaufgeregt verbessern. Unsere E-Mail-Abfrage am Abend der Bundestagswahl war dafür ein gutes Beispiel. Wir haben Euch nach Eurer Meinung gefragt. In drei Tagen haben fast 4.000 Genossinnen und Genossen mitgemacht. Das war klasse.

Auch wenn wir in diesem Jahr einige Enttäuschungen verarbeiten mussten, haben wir die Weichen dafür gestellt, dass wir schon bald wieder Erfolge feiern können.

Liebe Genossinnen und Genossen, ich weiß, wir können auf Euch zählen. In den Fußgängerzonen, an den Haustüren, an den Stammtischen – bei Wind und Wetter habt Ihr Euch für die Sozialdemokratie eingesetzt. Herzlichen Dank dafür. Ich wünsche Euch und Euren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Euer Mike