Sven Wolf, SPD NRW

Sven Wolf, MdL

Wahlkreisbüro SPD-Unterbezirk Remscheid

Elberfelder Str. 39

42853 Remscheid
Landtagsbüro

Platz des Landtags 1

40221 Düsseldorf
Bild: NRWSPD

Sven Wolf ist der direkt gewählte Landtagsabgeordnete für Remscheid und kandidiert zur Landtagswahl 2017 im neuen Wahlkreis mit Radevormwald.

Ich glaube daran, dass politisches Handeln die Lebenswirklichkeit der Menschen gestalten und verbessern kann. Politik heißt: etwas zu wollen. Sozialdemokratische Politik heißt: Veränderung zu wollen. Veränderung zum Wohle der Menschen gelingt aber nur in einem Dreiklang. Einem Dreiklang aus Zuhören, Verstehen und Kümmern.

Das ist nicht nur das Leitmotto vieler Kommunalpolitiker vor Ort, das ist auch mein persönlicher Anspruch an meine bisherige Arbeit im Landtag. Zuhören bedeutet, dass ich auf die Menschen zugehe, ein offenes Ohr für ihre Anliegen habe. Ich möchte verstehen: Welches sind die wichtigen Wünsche oder größten Sorgen? Zuverlässige Politik zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns kümmern. Gemeinsam kümmern. Dabei darf es für die Menschen keine Rolle spielen, wen sie konkret angesprochen haben. Kümmern können wir uns nur im Team – nur gemeinsam!

Ich bin Teil eines starken Teams, meiner Partei. Meine Partei blickt auf eine lange Tradition zurück. Mehr als 150 Jahre, auf die wir stolz sein können. 150 Jahre, in denen wir für unsere Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität eingetreten sind und diese verteidigt haben. Ein Augenblick, auf den wir so stolz sind, wie auf keinen anderen, ist die Rede von Otto Wels im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz. Wir sind stolz auf den Mut der Genossinnen und Genossen, sich gegen die Nationalsozialisten zu stellen. Ein Moment, der auch Verpflichtung ist – für mich und für jeden von uns.

Kein Mensch begegnet seiner tägliche Arbeit und seinem Leben ohne eine Fülle aus Erfahrungen, persönlichen Prägungen und den Wegmarken seiner eigenen Biographie. In meine Arbeit als Abgeordneter in Remscheid und in Düsseldorf fließen nicht nur meine Qualifikationen und meine beruflichen Erfahrungen als Rechtsanwalt ein, sondern sie wird beeinflusst durch meinen christlichen Glauben, zahllose persönliche Begegnungen und Erlebnisse aus meinem Leben. Damit Sie sich ein Bild von mir machen können, lade ich Sie ein, sich hier einige Wegmarken meines Lebens anzuschauen.

Mit der Wahl in den Landtag im Mai 2010 arbeite ich nunmehr hauptberuflich als Politiker. Die Tätigkeit als Landtagsabgeordneter ist eine Vollzeittätigkeit. Meine wöchentliche Arbeitszeit schwankt in der Regel zwischen 60 und 70 Stunden pro Woche. In Nordrhein-Westfalen erhalten Abgeordnete monatliche Bezüge ohne weitere steuerfreie Aufwandsentschädigungen, wie etwa im Deutschen Bundestag oder in anderen Landesparlamenten. Im Oktober 2014 haben wir als Landtag das Abgeordnetengesetz geändert. Wir setzen mit den neuen Verhaltensregeln auf mehr Transparenz unserer Einkünfte und möglicher Nebeneinkünfte. Diesem Anspruch folge ich mit den Angaben auf der Seite Transparenz, auf der ich künftig die möglichst aktuellsten Angaben über meine Bezüge als Abgeordneter oder meine Nebeneinkünfte aus meinem kommunalen Engagement und meinen letzten Steuerbescheid veröffentlichen werde.

Seit der Landtagswahl 2010 habe ich in Düsseldorf viele Kolleginnen und Kollegen kennengelernt und neue Freunde gefunden, die meine sachliche und verlässliche Arbeit als Abgeordneter schätzen. Ich koordiniere in der SPD-Landtagsfraktion den Bereich der Rechtspolitik als Sprecher und arbeite hierbei eng und vertrauensvoll mit dem Justizminister Thomas Kutschaty und meinen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Rechtsausschusses zusammen.

Seit 2015 obliegt mir die Leitung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses III (NSU), der die Terrortaten des Nationalsozialistischen Untergrundes in NRW unter die Lupe nehmen soll. Dies ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und große Herausforderung für mich, die ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen bis zum Ende der Wahlperiode erfolgreich zum Abschluss bringen will.

Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen und lade Sie ein, mir Ihr Anliegen zu schildern oder sich auf meiner Internetseite über meine Arbeit zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Sven Wolf MdL


Biographie von Sven Wolf

Geboren wurde ich 1976 im ehemaligen Krankenhaus in Lennep. Aufgewachsen bin ich in Vieringhausen, genau dort, wo ich auch heute noch mein Zuhause habe.

Meine Schulzeit in der Grundschule Reinshagen und auf dem E.M.A.-Gymnasium schloss ich 1995 mit dem Abitur ab. Im Anschluss durfte ich in der Ev. Lutherkirchengemeinde meinen Zivildienst absolvieren. Eine der wichtigsten Aufgaben war dabei die Betreuung älterer Gemeindemitglieder, die trotz ihres zum Teil hohen Alters noch zuhause wohnten. Hilfe bei den täglichen Besorgungen, Hilfe bei Spaziergängen oder Hilfe bei der Pflege – das waren interessante und ganz neue Aufgaben für mich, die mich geprägt und geformt haben. Viele vertrauten mir damals, als ihrem „Zivi“, die vielfältigen Geschichten ihres Lebens an, an die ich mich auch heute noch gerne erinnere. Meiner Evangelischen Kirchengemeinde bin ich als gläubiger Christ auch heute noch eng verbunden und unterstütze meine Gemeinde heute im Presbyterium.

1996 begann ich mein Studium an der Universität zu Köln, die damals zu den größten Universitäten in Deutschland gehörte. Einige Jahre lebte ich in unmittelbarer Nähe der Uni in einem kleinen Zimmer eines Studentenwohnheims. Die Anonymität des Jurastudiums mit mehr als 800 Studierenden galt es für mich erst einmal zu überwinden. Geholfen haben mir dabei die vielen politischen Diskussionen, an denen ich mich beteiligte, und auch die öffentlichen Proteste gegen das Hochschulrahmengesetz und die damals schlechten Lehrbedingungen. So waren beispielsweise die wenigen Exemplare der Lehrbücher bei der Vielzahl von Mitstudierenden häufig vergriffen, wie wir in einer Aktion der Öffentlichkeit auch vorführten, als wir innerhalb weniger Stunden die gesamte Bibliothek der Uni leer liehen.

„Ich konnte und wollte nicht nur über Politik reden, sondern auch mitmachen.“

Dies alles machte mich zu einem noch politischeren Menschen, als ich es bereits war. Es war klar: ich konnte und wollte nicht nur über Politik reden, sondern auch mitmachen. Also trat ich im Alter von 22 Jahren in die SPD ein. Bereits ein Jahr später wählte mich mein Ortsverein auf Vorschlag unseres damaligen Vorsitzenden Rolf Laubach zum Ratskandidaten. Die Enttäuschung über das Ergebnis der Kommunalwahl 1999 werde ich nie vergessen und sie war sicherlich wegen des Triumphs bei der Bundestagswahl ein Jahr vorher noch größer. Dennoch gehörte ich als jüngstes Mitglied dem Remscheider Stadtrat an, in dem wir uns einem CDU-Oberbürgermeister und einer absoluten CDU-Mehrheit gegenüber sahen. Besonders in dieser ersten Wahlperiode habe ich viel auch von den älteren Fraktionskolleginnen und -kollegen lernen dürften, von denen leider heute einige nicht mehr unter uns sind.

Im Jahr 2002 legte ich mein erstes juristisches Staatsexamen vor dem Oberlandesgericht Köln ab, kehrte wieder ganz nach Remscheid zurück und begann im Frühjahr 2003 meinen Vorbereitungsdienst in der Justizverwaltung. Meine Stationen führten mich dabei vom Amtsgericht Remscheid über die Staatsanwaltschaft Wuppertal bis zur Kreisverwaltung nach Mettmann, bei der ich sowohl im Bauordnungsamt als auch bei der Polizei Erfahrungen sammelte. Wie bereits während meines Studiums ergänzte meine Arbeit in einer Remscheider Anwaltskanzlei meinen Horizont. Im Mai 2005 legte ich das zweite juristische Staatsexamen beim Justizprüfungsamt im Justizministerium in Düsseldorf ab. Ohne jedoch zu ahnen, dass ich Jahre später häufig hierhin zurückkehren würde.

Mit der Zulassung als Rechtsanwalt wagte ich meine ersten beruflichen Schritte. Es bestätigte sich, dass ich mit Bedacht und richtig den Beruf des Anwalts gewählt hatte, als ich den ersten Mandanten bei kleineren oder größeren Problemen helfen konnte. Mein Schwerpunkt wurden dabei die Beratung unzähliger Privatpersonen, die mit ihren Schuldnern nicht mehr klarkamen, und die Betreuung von Unternehmen kurz vor oder während einer Insolvenz. Die große Nähe zur Gewerkschaft war hierbei immer ein wichtiger Schlüssel, um als verlässlicher Ansprechpartner der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrgenommen zu werden. Auch hier werde ich eines meiner ersten Verfahren nicht vergessen, bei dem ich eine Werkskantine in einem großen Betrieb in Düsseldorf fortführte und anschließend den Betrieb auf den Koch übertrug, der bereits seit vielen Jahren den Großteil der Arbeit geschultert hatte. Aber es waren auch schwierige Entscheidungen dabei, wie die Mitteilung über die Schließung einer alteingesessenen Bäckerei, die trotz aller Versuche nicht zu retten war. Gab es in ei-nem insolventen Betrieb Auszubildende, riefen mich meine Kollegen oft direkt dazu und sag-ten, „Kümmere dich um den Azubi und suche ihm einen neuen Betrieb.“ Glücklicherweise gelang dies in den meisten Fällen. Am Deutschen Anwaltsinstitut vertiefte ich sodann über mehrere Monate durch Schulungen und Klausuren mein Wissen im Bereich des Rechnungswesens, des Steuerrechts, der Betriebswirtschaft, des Arbeits- und Sozialrechts, so dass ich seit 2009 den Zusatz „Fachanwalt für Insolvenzrecht“ führen darf mit jährlichen Fortbildungen in diesem Bereich.

Ende des Jahres 2009 deutete sich erneut eine wichtige Zäsur an. Die SPD nominierte mich als Kandidaten für die Landtagswahl 2010 und schickte mich gegen die damalige Justizministerin ins Rennen. Ein Höhepunkt des damaligen Wahlkampfs war meine erste Begegnung mit unserer Spitzenkandidatin Hannelore Kraft, die ich zu einem Redaktionsgespräch begleiten durfte. Kaum einer hätte sich vorstellen können, dass Hannelore Kraft nur wenige Monate später zur ersten Ministerpräsidentin in NRW und ersten Chefin einer Minderheitsregierung gewählt würde. Wir konnten am Wahlabend im Mai 2010 einen großen Erfolg feiern. Von nun an pendelte ich regelmäßig zwischen meinem Wahlkreisbüro in Remscheid und dem Landtag hin und her.

Besonders die Anliegen der finanziell angeschlagenen Kommunen waren und sind mir dabei ein wichtiges Thema. Unsere Antwort in Düsseldorf war der Stärkungspakt Stadtfinanzen, mit dem den notleidenden Kommunen immense Summen zur Verfügung gestellt wurden mit der Auflage, selbst einen Plan aufzulegen, um der Schuldenfalle zu entkommen. Mit dem großen Einsatz von Beate Wilding und der Ratsfraktion ist dieser Plan entworfen und beschlossen worden.

„Bis 2015 hat die Stadt Remscheid eine Hilfe des Landes in Höhe von über 72 Millionen Euro erhalten, um den Haushalt auszugleichen.“

Bereits 2016 werden wir – aller Voraussicht nach – zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten in Remscheid keine neuen Schulden aufhäufen. Besonders denke ich hierbei an die hitzigen Debatten über die Neuberechnung der Remscheider Zuweisungen. Auch an die hämischen Bemerkungen unserer politischen Mitbewerber, als die ersten Berechnungen deutlich geringer ausfielen als zunächst erhofft. Schnell konnte mit der Unterstützung der Stadtverwaltung klargestellt werden, dass in den Berechnungen des Landes fehlerhafte Daten verwendet wurden. In einem großen Kraftakt hat die Landtagsfraktion diese Korrekturen nachvollzogen. Bis 2015 hat die Stadt Remscheid eine Hilfe des Landes in Höhe von über 72 Millionen Euro erhalten, um den Haushalt auszugleichen.

Genauso überraschend wie meine erste Wahlperiode 2010 begann, endete diese im März 2012, als wir im Landtag keine Mehrheit für unseren Landeshaushalt fanden und erstmals in der nordrhein-westfälischen Geschichte das Parlament sich selbst auflöste, um Neuwahlen zu ermöglichen. Im Mai 2012 konnten wir unseren Erfolg wiederholen und landesweit mit einer gestärkten SPD die rot-grüne Landesregierung, nun mit einer eigenen Mehrheit, fortsetzen.