Beate Wilding

Beate Wilding

Beate Wilding, geb. Buchholz, wurde am 16. August 1956 in Remscheid geboren. Die ersten Lebensjahre verbrachte sie im Stadtteil Honsberg, hier wurde sie auch in die Volksschule eingeschult. Die Familie zog wenig später in den neu entstandenen Stadtteil Klausen in Lüttringhausen. Der weitere Lebensweg führte sie vom Hasenberg über den Remscheider Süden zum Kremenholl.

Nach dem Besuch der Volksschule, die 1968 in Grund- und Hauptschule getrennt wurde, begann sie 1972 eine Lehre als Einzelhandelskauffrau. Bereits zu Beginn ihrer Lehre trat sie der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (hbv) bei und wurde im zweiten Lehrjahr zur Jugendvertreterin gewählt. In dieser Funktion vertrat sie mit 17 Jahren 120 Jugendliche gegenüber Personalchef und Geschäftsführung. Eine der ersten Auseinandersetzungen richtete sich gegen die Heranziehung junger Auszubildender zu ausbildungsfremder Arbeit und für die Durchsetzung des Ausbildungsrahmenplans – beides zählt zu den ersten Erfolgen ihrer gewerkschaftlichen Arbeit.

1974 übernahm sie den Jugendvorsitz der hbv und wurde später Frauenvorsitzende. Begleitet wurde das gewerkschaftliche Engagement durch Schulungen im Rahmen des Bildungsprogramms der hbv und des DGB – erst als Teilnehmerin, später als Dozentin mit eigenem Lehrauftrag. Parallel dazu folgten berufliche Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen Kreditwesen, Buchführung, Personalwesen und –führung. Die Industrie- und Handelskammer Remscheid, Solingen und Wuppertal berief sie zur ehrenamtlichen Prüferin für Lehrabschlussprüfungen – eine Funktion, die sie auch heute noch ausübt.

Nach ihrer Heirat 1978 kommt zwei Jahre später ihre Tochter zur Welt. Den Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Mutterschaft bewältigte sie durch die Wahrnehmung von Angeboten zur Teilzeitarbeit. Heute ist sie mit einer ¾ Stelle im Remscheider Einzelhandel als kaufmännische Angestellte tätig, so dass Berufe, Familie und Ehrenamt „unter einen Hut“ gebracht werden können.

Ihr gewerkschaftliches Engagement führte sie schließlich an die Spitze der hbv in Remscheid. In den Städten Remscheid, Solingen, Leverkusen und das Umland vertrat sie als stellvertretende Bezirksvorsitzende 5.000 Gewerkschaftsmitglieder. Seit der Fusion der hbv mit anderen Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gehört sie dem Bezirksvorstand der größten Einzelgewerkschaft Deutschlands für den Bezirk Rhein-Wupper an.

Die gewerkschaftliche Tätigkeit umfasste neben der Mitgliedschaft in mehreren Tarifkommissionen der hbv auch die langjährige Zugehörigkeit und Mitarbeit im Kreisvorstand des DGB Remscheid. Als erste Frauenvorsitzende des DGB Remscheid stritt sie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die finanzielle Gleichstellung von Frauen in der Entlohnung und das Recht auf Teilzeitarbeit.

Seit 1986 ist sie Mitglied der SPD. 1994 wurde sie in den Rat der Stadt Remscheid gewählt, ihre ersten kommunalpolitischen Tätigkeitsschwerpunkte waren das Sozialwesen und die Alten- und Pflegeheime Remscheids. Diese Bereiche führten sie rasch nicht nur in engen Kontakt zu Sozialverbänden und freien Trägern von Sozialeinrichtungen sondern auch zu den Sorgen und Bedürfnissen Betroffener.

Den Vorständen des Ortsvereins West und des Unterbezirks Remscheid gehört sie seit mehreren Jahren an. Zugleich nahm sie an Bezirks-, Landes- und Bundesparteitagen als Delegierte für den Unterbezirk Remscheid teil. 1998 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden des SPD Unterbezirks gewählt und in diesem Amt 2000 und 2002 bestätigt.

Am 1. Oktober 1999 wurde sie vom Rat der Stadt Remscheid einstimmig zur zweiten Stellvertreterin des Oberbürgermeisters gewählt. In der abgelaufenen Wahlperiode gehört sie dem Hauptausschuss, dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Wohnen und dem Beschwerdeausschuss an, letzterer wurde von ihr als Ausschussvorsitzende geleitet. Darüber hinaus vertritt sie die Stadt Remscheid im Verwaltungsrat und Kreditausschuss der Stadtsparkasse Remscheid, im Aufsichtsrat der Stadtwerke Remscheid GmbH und im Polizeibeirat der Kreispolizeibehörde Wuppertal.

Das ehrenamtliche Engagement geht über den Bereich von Gewerkschaft und Politik hinaus. So gehört sie aktiv dem Verein „Remscheider Tafel e.V als stellvertretende Vorsitzende an, der hilfsbedürftigen Menschen Lebensmittel und Mahlzeiten kostenfrei zur Verfügung stellt.

Darüber hinaus gehört sie der Arbeiterwohlfahrt, dem Initiativkreis Kremenholl e.V., dem Stadtteil e.V. und dem Partnerschaftsverein Remscheid—Prešov e.V. an, bei beiden letztgenannten Vereinen gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern.

1997 rief sie die Remscheider Initiative „Jugend in Ausbildung“ ins Leben, die unter Beteiligung der IHK, der Kreishandwerkerschaft, der Arbeitgeberverbände an drei Tagen im Allee-Center eine „Ausbildungsbörse“ veranstaltete. Unter reger Anteilnahme der örtlichen Presse gelang es, das Lehrstellenangebot in Remscheid auszuweiten und mehr als 50 junge Menschen in Ausbildung zu bringen.

Bis 2014 war Beate Wilding Oberbürgermeisterin der Stadt Remscheid.