Wir sorgen für Heimat vor der Haustür.

Ganz gleich, ob in der Stadt oder auf dem Land: Jeder Ort kann Heimat sein – vorausgesetzt die Lebensqualität stimmt. Gute Wohnungen gibt es zu bezahlbaren Mieten. Ein ausgebauter Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) sorgt für Mobilität. Schnelles Internet ist Standard. Die Straßen sind sauber und begrünt, die Häuserfassaden ansehnlich. Parks und Spielplätze sind nicht weit, auch Ärzte, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten gibt es in erreichbarer Nähe. Ein lebendiges Kultur- und Vereinsleben zeugt von Zusammenhalt und Gemeinschaft.

All das macht öffentliche Lebensqualität aus. Sie zu erhalten und, wo nötig, wieder zu erhöhen, ist ein Kernziel sozialdemokratischer Politik für Nordrhein-Westfalen. Der ländliche Raum hat andere Herausforderungen zu meistern als die Metropolregionen an Rhein und Ruhr. Boomende Städte verlangen nach anderen Konzepten als Regionen mit lokalen Strukturschwächen. Unsere Haltung aber ist stets dieselbe: Heimat beginnt vor der Haustür. Man muss sich um sie kümmern. Und genau das ist es, was wir tun.

Deshalb haben wir mit den Programmen der Stadterneuerung (Soziale Stadt, Stadtumbau West, Aktive Zentren etc.) und unserer schon 2010 gestarteten Wohnungsbauoffensive konsequent den Schwerpunkt auf die Revitalisierung schwieriger Stadtteile, die Herrichtung von Wohnungsaltbeständen und die Bekämpfung sozialer Abwärtsspiralen gelegt. Mit Erfolg. Die öffentlichen Investitionen wirken. Sie ziehen private Initiativen und Investitionen in vielfacher Höhe an. Die Lebensqualität steigt, die Zuversicht wächst. Mit der Kappungsgrenze für Mieterhöhungen und der Mietpreisbremse für Neuvermietungen ist ein erster Schritt getan, die Mieten nicht ins Uferlose steigen zu lassen.

Wir haben uns mit Erfolg für die Erneuerung unserer Verkehrsinfrastruktur, die Bezahl­barkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und den Breitbandausbau eingesetzt. Mit unseren Landesprogrammen haben wir den Ausbau schneller Breitbandanschlüsse im ländlichen Raum und von Glasfaseranschlüssen für Unternehmen vorangebracht. Mit dem Rhein-Ruhr-Express verkürzen wir die Wege zwischen den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr.

Mit dem Kulturförderplan und dem Theater- und Orchesterpakt fördern und erhalten wir die vielfältige Kulturlandschaft unseres Landes. Unser Kulturrucksack oder Angebote wie JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen – eröffnet für Kinder und Jugendliche neue Möglichkeiten, sich selbst musisch und tänzerisch zu betätigen. Mit der Sportpauschale stellen wir unseren Kommunen jährlich verlässlich 50 Millionen Euro für den Unterhalt von Sportstätten – wie zum Beispiel Fußballplätzen – zur Verfügung.

Wir investieren in lebenswerte Quartiere als Orte des Miteinanders.

Der demografische Wandel und die wachsende Vielfalt der Lebensstile setzen kontinuierlich neue Trends für das Zusammenleben in Städten und Gemeinden. Wir wollen, dass die Städte dabei nicht auseinanderdriften und Lebensqualität in allen Quartieren gleichermaßen entstehen kann.

Nordrhein-Westfalen ist bundesweit der Vorreiter für integrierte Stadt- und Quartiers­entwicklung. Bei unserer Städtebau- und Wohnraumförderung verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Grundlage sind die bauliche Aufwertung von Beständen, ihre energetische Erneuerung und die Verbesserung der Umfeldqualitäten, wie z. B. in den Quartieren der Gemeinschaftsinitiative Besser Wohnen – Energetische Sanierung plus. Der ganzheitliche Ansatz umfasst darüber hinaus die Unterstützung im Bereich der Infrastruktur von Schulen, Begegnungsstätten und die Verbesserung des öffentlichen Raumes sowie die Unterstützung von bürgerschaftlich engagierten Menschen. Eine Aufwertung der Wohnquartiere darf nicht an Grenzen von Förderprogrammen scheitern.

Entscheidend ist, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner an der Entwicklung von Quartierskonzepten beteiligt werden, die an ihr mitwirken wollen. Schulen wollen wir zu einem zentralen Ort im Quartier machen: Zusammen mit Familien-, Senioren-, Jugend- und Bürgerzentren bilden sie die öffentliche Infrastruktur im Quartier, von der aus Vereine und Initiativen, Kultur und Sport aktiv werden können. Mit unserem landeseigenen Sofort­programm bringen wir zusätzlich 1.000 Spielplätze auf Vordermann.

Wir folgen dem Grundsatz Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. Wir wissen, dass es strukturschwache Stadtteile gibt, die auch Ankommensquartiere gerade für viele der zu uns zuwandernden Menschen sind. Dem müssen wir gerecht werden. Nicht nur damit Integration gelingt, braucht es auch hier Orte, die Begegnung möglich machen. Mit dem Städtebau-Sonderprogramm zur Unterstützung der Kommunen bei der Integration von Flüchtlingen fördern wir dies bereits.

Dies alles kann nur gelingen, wenn die jeweilige Kommune sich selbst aktiv im Sinne eines ganzheitlichen Förderansatzes einbringt, geeignete Handlungskonzepte erarbeitet und koordinierend umsetzt. Bundesweit vorbildlich sind auch unsere Initiativen für regionale und interkommunale Kooperation. Die Regionale hat – zuletzt in Südwestfalen und im Münsterland – vielfältige neue Qualitäten für die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger, Innovationen für Unternehmen und eine Verbesserung der Infrastruktur vor Ort bewirkt. In der neuen Legislaturperiode wollen wir weitere Akzente vor allem dort setzen, wo schwierige sozialräumliche Bedingungen besondere Integrationsleistungen der Städte erfordern.

Wir werden deshalb:

  • Die energetische Sanierung von 1.000 Quartieren bis 2030 auf den Weg bringen. In der Modellstadt Bottrop werden seit dem Jahr 2010 innovative Ideen und Lösungen entwickelt, wie den Herausforderungen des Klima- und Strukturwandels im urbanen Raum begegnet werden kann. Hier wird demonstriert, wie ein klimagerechter Stadtumbau, unter Berücksichtigung der Sicherung des Industriestandorts und bezahlbarer Mieten, aussehen kann. Konkret sollen die CO2-Emissionen halbiert und die Lebensqualität gesteigert werden. Nach dem Ruhrgebiet werden wir nun im gesamten Land diese Strategie umsetzen und bundesgesetzlich die dafür notwendigen Rahmenbedingungen erwirken.
  • Die Programme der Städtebauförderung auf hohem Niveau fortführen. Wir werden die Mittel für die Programme, wie beispielsweise Soziale Stadt und Stadtumbau West, auf dem erreichten hohen Niveau von über 250 Millionen Euro jährlich fortsetzen. Der Bund muss dabei die Regelprogramme der Städtebauförderung stärker als bisher für die Förderung von Personal öffnen. So wäre auch das Quartiersmanagement zukünftig förderbar. Die Betreuung der über 50 Einzelprogramme für Stadt- und Quartiers­entwicklung wollen wir stärker bündeln und ein neues Fördermanagement einrichten. Die vorhandenen Strukturen der Beratung und Unterstützung des Landes für die Kommunen in NRW werden wir weiterentwickeln. Die Bezirksregierungen sollen dabei ihre Aufgaben als Kommunalberatung verstärken und mit den Regionalräten die Kooperationsmöglichkeiten verbessern. Unser Sofortprogramm zur Sanierung von Spielplätzen und anderen Freizeitorten für Kinder und Jugendliche wird fortgeführt. Wir werden ebenso das Leitbild Grüne Infrastruktur fortentwickeln und verkehrsfreie Flächen für Kinder und Jugendliche, Parkanlagen und Fassadenbegrünung zum Standard dauerhaft erfolgreicher Quartiersentwicklung machen. Um der Bedeutung des Kleingartenwesens für die Entwicklung unserer Quartiere gerecht zu werden, werden wir gemeinsam mit den Landesverbänden der Kleingärtner einen Pakt für das Kleingartenwesen auflegen.
  • Bürgerschaftliches Engagement in Quartieren fördern. Wir setzen uns dafür ein, dass bürgerschaftliche und ehrenamtliche Initiativen vor Ort einen Förderzugang im Rahmen der Quartiersförderung erhalten. Wir machen uns dafür stark, dass jeder Stadtteil ein Budget erhält und selbst entscheiden kann, wie es eingesetzt werden soll. Hierfür muss die Entscheidungskompetenz in den einzelnen Städten liegen. Wir werden auch verstärkt Familien-, Senioren- und Bürgerzentren fördern. Jedes Quartier und jeder Stadtteil braucht mindestens einen Ort für das Gemeinschafts- und Nachbarschaftsleben sowie die Kulturarbeit seiner Einwohner – egal welchen Alters.
  • Besondere soziale Herausforderungen stärker berücksichtigen. Gemeinsam mit den Kommunen werden wir Konzepte entwickeln, um Ankommensquartiere so zu modernisieren und zu stärken, dass sie wieder attraktiv werden und bezahlbar bleiben. In Stadtteilen, die durch soziale Probleme und Integrationsaufgaben besonders gefordert sind, werden wir modellhaft fünf Stadtteilzentren neuer Art entwickeln: Kita, Schule, Gesundheitsvorsorge, Bürgerbüro, Erwachsenenbildung, Qualifizierungsangebote und Begegnungsräume sollen an einem Quartierscampus zusammengeführt werden. Mit den Kommunen wollen wir Quartiersanalysen vereinbaren, die als Erfolgskontrolle für Förderprogramme und Frühwarnsystem dienen, weil sie schnell belastbare Daten über erwünschte oder unerwünschte Entwicklungen in einem Stadtteil oder Dorf bereitstellen.
  • Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Stadtentwicklung verbessern. Oftmals mangelt es in den NRW Kommunen nicht an Flächen für Stadtentwicklung, sondern an der Verfügbarkeit, dem Know-how und den Kapazitäten, diese Flächen entsprechend planen und sanieren zu können. Über die landeseigene Entwicklungsgesellschaft Urban werden wir deshalb eine Tochter gründen, an der sich die NRW Kommunen als Anteilseigner beteiligen können, um dann die Planungen und Sanierungen direkt gegen Kostenerstattung beauftragen zu können. Beim Bund machen wir uns dafür stark, dass die Fördervoraussetzungen der Stadtentwicklungsprogramme für Orte der Integration entsprechend angepasst werden. Wir werden bei der Umsetzung die Kommunen mit entsprechenden Best-Practice-Beispielen sowie Modellen und Beispielen für Monitoring und Evaluation unterstützen. Die Quartiersakademie NRW, Heimat vor der Haustür als Angebot für Verwaltung, Quartiersinitiativen und lokale Wirtschaft, sich über gelingende Zusammenarbeit auszutauschen, wollen wir weiterentwickeln. Wir wollen alle Handlungsfelder einbeziehen, die für die Bürgerinnen und Bürger in den Quartieren relevant sind. Wir wollen zunehmend die digitalen Chancen für die Quartiere nutzen.
  • Den baulichen Denkmalschutz in Nordrhein Westfalen auf eine zeitgemäße Grundlage stellen. Hierzu werden wir eine übergeordnete landesweite Qualitäten- und Quantitätenbilanz erstellen und diese einer detaillierten Bewertung unterziehen. Auf dieser Basis wollen wir ein zukunftsfähiges Denkmalförderkonzept für NRW erstellen, das die finanziellen Ressourcen des Landes berücksichtigt. Hierzu werden wir ein Denkmalschutzverfahren im Kontext der Stadtentwicklung zeitgemäß fortentwickeln, das das partnerschaftliche Zusammenwirken der Fachämter der Landschaftsverbände mit den unteren Denkmalbehörden, der Kommunalpolitik und den Denkmaleigentümern vorsieht und ehrenamtliche Expertise berücksichtigt. Die Mitwirkung der Kommunalpolitik dabei wollen wir deutlich stärken.

Wir sorgen für guten und bezahlbaren Wohnraum.

Das beste Mittel gegen steigende Mieten und Wohnungsmangel ist Neubau. Die Wohnungsbauoffensive in Nordrhein-Westfalen trägt Früchte: Über 40 Prozent mehr Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bereits im Jahr 2015 ein Plus im sozialen Wohnungsbau von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Aufstockung des Förderprogramms auf jeweils 1,1 Milliarden Euro in den Jahren 2016 und 2017 bestätigen, dass Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg ist.

Die öffentliche Hand muss sich wieder als mächtiger Spieler auf dem Wohnungsmarkt positionieren. Gerade auf den angespannten Wohnungsmärkten, wo das Marktversagen immer deutlicher wird, müssen sozial orientierte Akteure der Wohnungswirtschaft gestärkt und motiviert werden. Damit neue Wohnungen gebaut werden können, erwarten wir von den Kommunen, die zeitlichen Vorgaben für Baugenehmigungen in der Landesbauordnung einzuhalten.

Der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen braucht faire Regeln für faire Mieten. Die Mietpreisbremse ist hier ein erster Schritt. Mit dem Wohnungsaufsichtsgesetz haben wir darüber hinaus ein gutes Instrument geschaffen, das eindeutige Mindeststandards für Wohnqualität festlegt und damit der Verwahrlosung von Mietimmobilien entgegenwirken soll.

Nicht jeder Flächenverbrauch ist auch Flächenverschwendung. Und nicht jede unbebaute Fläche ist ein Wert an sich. Im Zweifelsfall haben gute und bezahlbare Wohnungen für uns Priorität. Vorzug genießt dabei die Innenverdichtung. Insbesondere das Rheinische Revier bietet hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten für neuen, modernen und bezahlbaren Wohnraum.

Wir werden deshalb:

  • Den Neubau von Wohnungen von jährlich 50.000 auf 80.000 steigern. Hierzu werden wir die erforderlichen Rahmenbedingungen setzen und das auf Landesebene erfolgreiche Bündnis für Wohnen auf regionaler Ebene fortsetzen. Insbesondere bei der Flächen­entwicklung ergibt die regionale Zusammenarbeit Sinn. Unsere schon laufenden Aktivitäten zur Unterstützung der interkommunalen Zusammenarbeit für die Entwicklung umweltfreundlich erschlossener neuer Wohnstandorte in Stadt und Region, in denen auch neue Arbeitsstätten und attraktive Infrastrukturen für Junge und Seniorinnen und Senioren bereit stehen, werden wir fortführen und erweitern. Unsere Landesgesellschaften sowie Urban und die NRW.Bank werden weitere Unterstützungsangebote für die Städte bereitstellen. Vorbild ist das neue Programm zur sozialen Baulandentwicklung, welches seit kurzem attraktive Standortentwicklung ermöglicht. Wir wollen zudem prüfen, ob und wie eine Erhöhung der Grundsteuer auf unbebaute Grundstücke in den Städten gegenüber der auf bebauten Grundstücken sowie die Einführung eines ermäßigten Steuersatzes für sozial geförderten Mietwohnungsbau bei der Grunderwerbsteuer für zusätzliche Anreize beim Wohnungsbau sorgen können.
  • Sanierung und Modernisierung verstärkt fördern. Wir wollen Hilfen geben, um dort zu sanieren und zu modernisieren, wo Leerstände und auch Mängel an der Infrastruktur ein Leben in intakten Nachbarschaften beeinträchtigen. Das Wohnungsaufsichtsgesetz werden wir auch zu diesem Zwecke evaluieren und, wenn nötig, verschärfen.
  • Energieeffizientes Wohnen für alle. Wir wollen energieeffizientes Wohnen für alle ermöglichen. Deshalb werden wir entsprechend des Bielefelder „Klimabonus–Modells“ ein Pilotmodell starten, das Mieterinnen und Mieter mit einem geringen Einkommen ebenfalls die Möglichkeit verschafft, sanierte Wohnungen bezahlen zu können.
  • Für die Bezahlbarkeit von Mieten sorgen. Ausnahmen von der Mietpreisbremse müssen überprüft und dort, wo notwendig, abgeschafft werden. Wir setzen uns außerdem für verbindliche und qualifizierte Mietspiegel ein: bundesweit für jede Kommune, unabhängig erhoben, nachvollziehbar und transparent.
  • Den öffentlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau stärken. Kommunale oder genossenschaftliche Wohnungsbaugesellschaften werden wir so fördern, dass sie sowohl den Neubau als auch den Aufkauf und die Modernisierung bestehender Wohnungen finanzieren können. Die Privatisierung öffentlichen Wohnungseigentums lehnen wir ab. Im Gegenteil: Wir werden prüfen, wie eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft überall dort tätig werden kann, wo kommunale Wohnungsgesellschaften noch fehlen. Im Bund setzen wir uns dafür ein, dass eine „neue Gemeinnützigkeit“ (u. a. Begrenzung von Gewinnausschüttungen) für den Wohnungsbau entwickelt wird. Wir verfolgen weiterhin das Ziel gemischter Quartiere und werden das Entstehen neuer Ghettos vermeiden.
  • Im ländlichen Raum ein gutes Zuhause fördern. Bei uns in NRW ist sozialer Wohnungs­bau in der Breite angekommen. In 42 Städten bzw. Kreisen haben wir deutlich steigende Wohnraumförderung. In vielen ländlichen Gemeinden steht Wohnraum leer, der Familien ein gutes Zuhause sein könnte. Wir werden mit dem Bund Förderangebote machen, dass Familien, die bestehende Häuser und Wohnungen in schrumpfenden Regionen für ihren Eigenbedarf kaufen, einen finanziellen Zuschuss als Eigenkapitalzulage erhalten. Das erleichtert den Weg zum Eigenheim, schont Ressourcen und Fläche und sichert die Zukunft der ländlichen Gemeinden. Mit unserer Initiative NRW stärken wir den Ballungsraum als attraktiven Wohnstandort und entlasten die sogenannten Schwarmstädte. Ergänzend werden wir die Konditionen für den geförderten Mietwohnungsbau im ländlichen Raum verbessern.
  • Bauplanungs- und Genehmigungsverfahren optimieren. Die Bauleitplanung muss weiter auf die Erstellung von Wohnraum ausgerichtet und die technischen Voraussetzungen für die elektronische Abwicklung von Baugenehmigungsanträgen geschaffen bzw. verbessert werden. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive des Landes werden wir die flächendeckende Digitalisierung der Baugenehmigungsverfahren in den Kommunen des Landes bis 2020 unterstützen. Wir sorgen zudem für die Umsetzung des neuen Baurechtstyps Urbanes Mischgebiet und werden den Kommunen die Möglichkeit einräumen, Ausgehviertel mit veränderten Nachtruhezeiten festzulegen. Auf der kommunalen Ebene setzen wir uns dafür ein, dass die vom Bund beschlossenen Änderungen des Baugesetzbuches zum Anlass genommen werden, einen Bauland­flächenkataster unter Einbeziehung der neuen Lärmgrenzwerte zu erarbeiten.

Wir stärken die ländlichen Räume.

Die Vielfalt von Nordrhein-Westfalen wird besonders deutlich in seinen ganz unter­schiedlichen Regionen. Neben der Metropolregion an Rhein und Ruhr nimmt der ländliche Raum rund zwei Drittel der Landesfläche ein. Er ist Lebens- und Wirtschaftsraum für rund sechs Millionen Menschen und zugleich als Freizeit- und Erholungsregion vor der Haustür ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität bei uns in NRW. Und als Tourismusland setzt NRW besonders auf die vielfältigen Naturräume. Fast unbemerkt hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten auch hier ein strukturpolitisch gravierender Prozess vollzogen: Die sogenannten ländlichen Räume haben sich zu starken Produktionsregionen entwickelt. Im Umfeld vieler großer Städte sind zugleich eigene wirtschaftlich prosperierende Stadtregionen und stadt­regionale Verbindungen entstanden. Die Digitalisierung wird auch die räumlichen Beziehungen von Regionen und Städten maßgeblich beeinflussen und mit dem Breitband­ausbau ihre Wirkung voll entfalten. Diese Entwicklung stellt auch die Politik vor neue Herausforderungen.

Die Entwicklung des ländlichen Raums, im Zusammenspiel mit der Metropolregion Rhein-Ruhr, ist entscheidend für die Zukunft von NRW. Unsere Politik für den ländlichen Raum orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen, die hier gerne leben, und der Unternehmen, die hier erfolgreich produzieren. Fragen des demografischen Wandels, der Gesundheitsversorgung, der Infrastruktur – sei es im Verkehr oder beim Breitbandausbau –, der Attraktivität für Familien und für junge, gut ausgebildete Facharbeiter stehen für die Stärkung der ländlichen Regionen ganz oben auf der Tagesordnung. Mit dem Schulkonsens haben wir die Möglichkeit eröffnet, kleine Grundschulen und eine weiterführende Schule in Form der Sekundarschule am Ort zu erhalten. Unsere Fachkräfteinitiative spricht konkret junge Menschen für die hochqualifizierten Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe an.

Zuwanderer können einen Beitrag leisten, um die Attraktivität ländlicher Regionen zu steigern. Sie entschärfen die Folgen des demografischen Wandels: Familien mit Kindern verjüngen die Bevölkerung und stabilisieren lokale Strukturen. Schulen finden neue Schüler, Vereine und Kirchen gewinnen neue Mitglieder. Leerstände können vermieden oder abgebaut werden.

Mit dem Instrument des Regionalmanagements lassen sich regionale Entwicklungsprozesse initiieren und querschnittsorientiert umsetzen. Regionalmanagement verbessert die Chance, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Kooperationen auf regionaler Ebene und zwischen den Städten im ländlichen Raum und ihrem Umland sind der Schlüssel für eine zukunftsfähige Entwicklung der ländlichen Räume. Von regionaler Zusammenarbeit profitieren die Kommunen vor Ort und das Land gleichermaßen. Wir werden diese Kooperationen nachhaltig unterstützen.

Wir werden deshalb:

  • Die öffentliche Daseinsvorsorge im ländlichen Raum stärken. Eine ressortübergreifende Strategie ist die Grundlage für die umfassende und nachhaltige Stärkung der öffentlichen Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Wir wollen sie gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft aus dem ländlichen Raum erarbeiten. In Gemeinden des ländlichen Raumes ohne verlässlichen ÖPNV wollen wir schon jetzt modellhaft die Vernetzung des Alternativangebots aus Anruf-Sammel-Taxen, Taxibussen, gemeinnützigen Bürgerbussen oder Carsharing-Angeboten über das Internet fördern. Damit bauen wir alternative Bedienverkehre aus und schaffen neue Mobilität. Das Modell des Bürgerbusses in NRW ist bereits bundesweites Vorbild, daran werden wir anknüpfen.
  • Die Infrastruktur im ländlichen Raum ausbauen. Mit unserer Breitbandstrategie sorgen wir für eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur auch im ländlichen Raum. Wir werden zudem ein Wirtschaftsprogramm ländlicher Raum erarbeiten und umsetzen, das den Erhalt und Ausbau wohnortnaher Arbeits- und Ausbildungsplätze fördert.
  • Kulturlandschaften bewahren. Wir sorgen dafür, dass die Landschaftsplanung auf regionaler und lokaler Ebene die Bewahrung der Kulturlandschaften als zentrale Aufgabe wahrnimmt. In der Agrarpolitik werden wir die Leistungen der Landwirtschaft zur Erhaltung der Kulturlandschaft fördern und so die Artenvielfalt schützen.
  • Den spezifischen Herausforderungen von Integration im ländlichen Raum gerecht werden. Wir werden die Kommunen im ländlichen Raum dabei unterstützen, die Integrationspolitik mit den zentralen kommunalen Handlungsfeldern wie Arbeitsmarkt, Bildung, Wohnen, Engagement und politischer Teilhabe zu verzahnen.
  • Die Voraussetzungen für eine prosperierende Entwicklung schaffen. Schnellstmöglich werden wir deshalb flächendeckend „Dienstleistungszentren Ländlicher Raum“ als Instrument des Regionalmanagements etablieren.

Wir machen NRW mobil.

Nordrhein-Westfalen ist die Region Europas mit dem dichtesten Verkehrsnetz. Straßen,  Schienen und Wasserstraßen verbinden einen Ballungsraum, in dem 29 der 77 Großstädte Deutschlands liegen. Bei uns sind in der morgendlichen Rushhour mehr Pendler auf den Hauptverbindungen unterwegs, als andere Bundesländer Einwohner haben.

Natürlich besteht in einem solchen Verkehrsnetz, das Millionen Menschen miteinander verbindet und riesige Gütermengen bewältigt, ständiger Sanierungs-, Erweiterungs- und Änderungsbedarf. Hinzu kommt, dass es neue Erfordernisse an eine moderne Infrastruktur gibt. E-Mobilität (Batterie und Brennstoffzelle), passgenaue, rückstandslos verbrennende Treibstoffe und damit schadstofffreie Verbrennungsmotoren sowie teilautonome bis hin zu autonomen Fahrzeugen werden die Mobilität der Zukunft nachhaltig verändern. NRW ist das Bundesland, das diese Herausforderung aufgrund seiner exzellenten Forschungslandschaft beispielhaft bewältigen kann.

Unser Ziel ist, die Staus auf den Straßen zu reduzieren und die Städte lebenswerter zu machen. Hierzu wollen wir das Straßennetz in Ordnung bringen, fortentwickeln und gleichzeitig mehr Menschen motivieren, auf andere attraktive Verkehrsmittel jenseits des eigenen PKWs umzusteigen. Auf die differenzierter werdenden Mobilitätsbedürfnisse wollen wir mit einem flexiblen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf Schiene und Straße antworten. Herzstück des Öffentlichen Personennahverkehrs in NRW ist der Rhein-Ruhr-Express (RRX). Er wird künftig die Städte des Ballungsraums Rhein-Ruhr im 15-Minuten-Takt miteinander verbinden und über seine Zuführungsachsen das ganze Land erschließen.

Unser Land Nordrhein-Westfalen verfügt über ein Radverkehrsnetz von 14.200 km Länge. Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad. Das wollen wir weiter fördern. Unser Ziel ist ein flächendeckendes Radwegenetz in allen Großstädten in NRW. Das ermöglicht eine zugleich umweltverträgliche wie gesundheitsfördernde Nahmobilität. Mit dem Zukunftsnetz Mobilität, dem schon 100 Kommunen in NRW angehören, haben wir bundesweit neue Standards für die Verkehrswende hin zu stadtverträglicher und umweltfreundlicher Mobilität gesetzt. Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte AGFS ist bundesweit Vorbild für die Förderung von Fuß- und Radverkehr.

Wir werden deshalb:

  • Eine klare landeseinheitliche Tarifstruktur bei Bussen und Bahnen umsetzen. Ein insbesondere für Pendler attraktiver Bus- und Bahnverkehr hängt wesentlich von einer klaren und preiswerten Tarifstruktur ab. Wir werden dafür sorgen, dass der Tarifwirrwarr der unterschiedlichen Verkehrsverbünde beendet und durch landeseinheitliche Tarife ersetzt wird. Damit ist der Weg frei für verbundübergreifende Job-Tickets und ein landesweites NRW-Ticket. Um Pendler für den Umstieg auf Busse und Bahnen zu gewinnen und die Ballungsräume zu entlasten, werden wir eine steuerliche Befreiung der Job-Tickets vorantreiben.
  • Parallel dazu individuelle Mobilität in den Mittelpunkt stellen. Eine App der Mobilität für NRW soll künftig Informieren, Buchen und Bezahlen aus einer Hand ermöglichen sowie alle öffentlichen und privaten Verkehrsträger und Mobilitätsangebote digital vernetzen. Das Internet der Mobilität erfasst in Echtzeit die Auslastung von Autobahnen, Straßen oder Bahnen. Es berechnet und prognostiziert den schnellsten Weg und die optimale Verknüpfung von Transportmitteln und regelt über ein einheitliches E-Ticket-System sowie die Integration von privaten und gemeinnützigen Mobilitätsangeboten (wie Carsharing, Bürgerbusse, etc.) die Mobilität auch praktisch. Wir werden zudem Modellprojekte zur Verknüpfung von ÖPNV, Carsharing und Fahrrädern über zentrale Mobilitätsstationen fördern.
  • Barrierefreiheit beim ÖPNV umsetzen. Zum Ausbau barrierefreier Angebote des ÖPNV werden wir unsere Förderprogramme weiterentwickeln und mit der Umsetzung des Bahnsteighöhen- und Längenkonzepts die Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für alle mobilitäts-beeinträchtigten Menschen weiter verbessern.
  • NRW zum Vorreiter des abgasfreien ÖPNV machen. Wir wollen in Köln bereits in fünf Jahren, in den Innenstädten der übrigen Umweltzonen bis 2025, auf einen abgasfreien Linienbusverkehr umstellen. Wir wollen dadurch das erste Flächenland sein, in dem der komplette ÖPNV abgasfrei fährt. Deshalb werden wir den ÖPNV in unserem Land Schritt für Schritt abgasfrei organisieren. Wir werden daher 60 Prozent der Mehrkosten abgasfreier Busse fördern. In Kombination mit der sichergestellten Förderung von Stadtbahnen werden wir die Verkehrswende im ÖPNV meistern.
  • Den Radverkehr stärken. Mit sechs Radschnellwegen eröffnen wir neue Möglichkeiten für den Berufs- und Nahverkehr. Über 250 Kilometer sind in NRW bereits in Planung. Den Radschnellweg Ruhr werden wir rasch fertig stellen. Wir wollen mehr Radwege in innerstädtischen und stadtverbindenden Grünzügen fördern und die Erschließung von Gewerbegebieten für Pendlerinnen und Pendler mit Radschnellwegen vorantreiben. Wir werden auch künftig Bürgerradwege mit Landesmitteln unterstützen. Das Fahrrad als Transportmittel für Gewerbetreibende hat Zukunft. Vorbilder wie das City-Logistik-Projekt von UPS in Herne wollen wir auch in anderen Städten etablieren. Wir werden zudem den Umweltverbund durch den Ausbau von Radschnellwegen und neuer Radstraßennetze in den Innenstädten nach dem Vorbild der „protected bike lanes“ (geschützte Radstraßen) in amerikanischen und europäischen Metropolen stärken.
  • E-Mobilität weiter fördern. Wir werden unsere Angebote für Mobilitätsdienstleistungen ausbauen. Dazu gehören Mobilstationen, die Unterstützung betrieblichen Mobilitäts­managements, die Unterstützung der Kommunen zur Erarbeitung von Mobilitäts­managementkonzepten, die eine Nutzung des Fahrrads erleichtern und mehr Platz für lebenswerte innerstädtische Freiräume schaffen.

Wir stehen für eine vielfältige Kulturlandschaft.

Unsere Kulturpolitik und Kulturförderung stellt sich den Herausforderungen der offenen Gesellschaft im Rahmen eines gemeinsamen, sich auf Werte gründenden Europas. Wir stehen für eine demokratische Kulturpolitik des Miteinander, der Solidarität und der Teilhabe.

NRW verfügt über eine weltweit einzigartige attraktive, aktive, innovative und spannende Kulturlandschaft im Herzen Europas. Das Land weist sowohl enorme Spitzenqualität als auch vielfältige Breitenangebote auf und verfügt über eine Spannbreite von Weltkultur bis hin zur intensiven Laienkultur.

Kunst und Kultur dürfen kein Luxus für wenige sein. Sie sind ein Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig ihrer Herkunft, sozialen Lage und Bildungsvoraussetzungen. Wir wollen ein möglichst flächendeckendes Kulturangebot zu erschwinglichen Preisen und mit niedrigen Zugangsschwellen für alle Menschen erreichen.

Die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft ist Realität. Wir fördern den Dialog der Kulturen auch als Beitrag zur sozialen Integration von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, religiöser Überzeugung und kultureller Prägung. NRW ist und bleibt mit uns wesentlicher Impulsgeber bei der Kulturellen Bildung, der Integration und Inklusion.

NRW ist ein Land der Künstlerinnen und Künstler. Künstlerförderung ist daher eine wesentliche Voraussetzung, um ihre bedeutende Werkschaffung zu unterstützen und geeignete Rahmenbedingungen für ihre Präsentation zu ermöglichen. Wir werden ihre Lebens- und Arbeitssituation mehr in den Fokus nehmen.

Die Kultur in Nordrhein-Westfalen ist eine wichtige Aufgabe von Land und Kommunen. Gemeinsam wird so die kulturelle Vielfalt im urbanen und ländlichen Raum in allen Landesteilen geschaffen. Handlungsleitend hierfür ist unser Kulturfördergesetz.

Die rot-grüne Landesregierung hat damit einen kulturpolitischen Meilenstein gesetzt. Es ist das erste Gesetz dieser Art in der Bundesrepublik. Es sorgt hinsichtlich der Kulturförderung für Transparenz und Planungssicherheit. Mit dem vom Landtag verabschiedeten Kultur­förderplan haben wir klare Schwerpunkte in NRW definiert.

Wir werden deshalb:

  • Den Kulturförderplan gemeinsam fortschreiben. Im Kulturförderplan für die Jahre
    2018 – 2023 wollen wir die Schwerpunkte der Kulturpolitik und der Kulturförderung des Landes verbindlich festlegen. Der Plan soll in einem offenen Dialog mit den Kultur­schaffenden, Künstlerinnen und Künstlern, den Kultureinrichtungen und den Kommunen entwickelt werden. Einen Schwerpunkt werden wir dabei auf die Herausforderungen der Digitalisierung für alle Bereiche der Kultur setzen.
  • Für eine verlässliche Finanzierung der Kultur in NRW sorgen. Im Rahmen eines Paktes für die Kultur werden wir eine verlässliche Steigerung des Kulturetats des Landes über alle Sparten um 50 Millionen Euro im Zeitraum 2018-2023 realisieren. Für die öffentlich-gemeinnützigen Kulturfördereinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die NRW-Stiftung und die Landesbüros werden wir eine verlässliche Finanzausstattung gewährleisten. Diese Kulturpolitik in Nordrhein-Westfalen wollen wir wissenschaftlich begleiten und evaluieren.
  • Künstlerinnen und Künstler fördern. Wir werden die unterschiedlichen Angebote der Künstlerförderung, insbesondere für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler, wie beispielsweise Preise, Stipendien, Residenzen, Zuschüsse zu Produktionsräumen oder Projekten, ausbauen und zu einem Programm zur individuellen Künstlerförderung bündeln.
  • Kulturelle Bildung und Teilhabe als Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger stärken. Wir werden die Kulturelle Bildung zu einem verlässlichen Schwerpunkt in der Kultur­förderung des Landes machen. Deshalb werden wir unsere zahlreichen Projekte der Kulturellen Bildung, wie den Kulturrucksack und JeKITS (Jedem Kind Instrumente, Singen und Tanzen) fortsetzen und – wo möglich – weiter ausbauen. Wir werden die digitalen Möglichkeiten in der Kunst und Kulturvermittlung nutzen und die öffentlichen Biblio­theken fit für das digitale Zeitalter machen. Zunächst für Kinder und Jugendliche werden wir den freien Eintritt für die landeseigenen und die vom Land überwiegend geförderten Museumseinrichtungen und Sammlungen einführen.
  • Ein flächendeckendes kulturelles Angebot gewährleisten. Wir werden verlässlich ein flächendeckendes kulturelles Angebot gewährleisten, in dem wir u.a. die Arbeit der Landesorchester und Landestheater sowie die Regionalförderung sicherstellen. Wir wollen auch die kommunalen Bühnen besser absichern und den Theater- und Orchesterpakt neu auflegen und ausweiten, wobei wir selbstverständlich auch die Kinder- und Jugendtheater in den Fokus nehmen werden. Wir werden weiter aktiv an der Realisierung des Pina-Bausch-Zentrums arbeiten, um den Ruf Nordrhein-Westfalens als herausragendes Tanz-Land zu festigen.
  • Die freie Szene, Nachwuchskünstlerinnen und -künstler und die soziokulturellen Zentren weiter unterstützen. Neben Projekten gilt es, konzeptionelle Ansätze zu fördern, die auf eine nachhaltige Wirkung angelegt sind. Dazu gehören auch die Festivals und Veranstaltungen wie zum Beispiel das Theaterfestival Favoriten. In Zusammenarbeit mit der Städtebauförderung werden wir Möglichkeitsräume für die freie Szene und für Nachwuchskünstler schaffen. Dadurch entstehen Arbeitsräume, die einen Beitrag zur Attraktivität auch von Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf leisten können. Eine Kultur, die so bunt und vielfältig ist wie unser NRW, schließt die queere Kultur von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTIQ*) gleichberechtigt mit ein. Sie bereichern unser Bundesland. Wir wollen hierfür Räume öffnen und diese kulturellen Angebote aktiv unterstützen.
  • Integration durch Kultur fördern. Wir werden Projekte und Ansätze in allen kulturellen Sparten stärker unterstützen, die der kulturellen Teilhabe und Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund und dem Schaffen von Orten der Gemeinschaft dienen.
  • Bedeutende Jubiläen feiern. Wir werden die zahlreichen Jubiläen und Gedenktage, die in die kommende Legislaturperiode fallen, mit eigenen Veranstaltungen und Projekten begleiten. Dazu gehören: Im Jahr 2019 das Bauhausjubiläum, im Jahr 2020 das 250. Geburtsjahr Beethovens sowie im Jahr 2021 der 100. Geburtstag des Künstlers Joseph Beuys.

Wir wollen ein vielfältiges und unabhängiges Medienangebot sichern.

Nordrhein-Westfalen ist ein starkes und innovatives Medienland. Wir wollen einen guten Rahmen schaffen für ein vielfältiges und unabhängiges Medienangebot.

Unabhängiger Journalismus ist unverzichtbar für eine demokratische Gesellschaft. Journa­listinnen und Journalisten muss es auch in Zukunft möglich sein, Fakten einzuordnen und durch Erklären aufzuklären. Gerade in unserer Zeit, die durch eine Flut von Informationen und vermeintlichen Informationen geprägt ist, ist es wichtig, dass sie diese Aufgabe erfüllen können. Unabhängige Medien sind hierfür die Basis.

Unsere Medienpolitik schafft die notwendigen Rahmenbedingungen, um die Vielfalt unabhängiger Medien zu sichern und Innovationen zu fördern. Mit der Initiative Medienvielfalt NRW 4.0 soll sich eine Plattform wichtiger Medienakteure in und aus NRW etablieren, die wir unterstützen wollen. Dies gilt auch für die Initiative, die den Netzkodex gestaltet. Wir wollen damit den respektvollen Umgang miteinander im Internet fördern und Problemen wie „Hatespeech“ entschlossen entgegentreten.

Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir das vielfältige Medienkompetenzangebot weiter stärken. Hierzu zählt auch eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Medienpasses. Besonderes Augenmerk richten wir in diesem Zusammenhang zudem auf bürgerschaftliches Engagement, sei es in den Bürgermedien oder bei Freifunk-Initiativen.

Die Film- und Medienstiftung NRW arbeitet seit über 25 Jahren erfolgreich für NRW und hat wesentlich dazu beigetragen, den Medienstandort zu sichern und zu stärken. Unser Ziel sind faire und ausgewogene Vertragsbedingungen zwischen Sendern und den produzierenden Unternehmen.

In einer unübersichtlichen Welt gewinnt das Lokale immer mehr an Bedeutung. Von der Stiftung Vor Ort NRW, angesiedelt bei der Landesanstalt für Medien, sollen verstärkt wichtige Impulse zur lokalen Vielfaltssicherung ausgehen. Der NRW-Lokalfunk ist und bleibt unverzichtbar für lokale und regionale Informationen.

Mit dem WDR hat NRW die größte Landesrundfunkanstalt. Das neue WDR-Gesetz schafft die richtigen Rahmenbedingungen. Auch in Zukunft werden wir die Bestands- und Entwicklungsgarantie sichern, beispielsweise durch die aktive Mitwirkung Nordrhein-Westfalens in der AG Auftrag und Strukturoptimierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf Länderebene.

Um die mediale Vielfalt NRWs zu erhalten und unseren Unternehmen faire Wettbewerbsbedingungen zu verschaffen, bedarf es nicht zuletzt einer Anpassung des regulatorischen Rahmens an die digitale, konvergierte Medien- und Netzwelt. NRW ist Webvideoland Nr. 1. Deswegen werden wir neue Programme zur Unterstützung der Branche – mit der Branche – entwickeln. Das gilt auch für die Games.

Medien- und netzpolitische Themen verschmelzen immer mehr, das stellt auch die  Medienauf­sicht vor neue Herausforderungen. So werden wir den möglichen Regulierungsbedarf für Intermediäre weiter bearbeiten und die Vielfaltssicherung in sozialen Netzwerken stärken. Die Störerhaftung lehnen wir weiterhin ab und setzen uns für Netzneutralität ein. Die Auswirkungen der Arbeit von Mediaagenturen auf das Mediensystem insgesamt und die Medienvielfalt werden wir kritisch betrachten.

Wir werden deshalb:

  • Die Vielfalt des Medienangebots fördern. Wir wollen eine Medienanstalt der Länder etablieren, um die Schnittstellen zum Wettbewerbsrecht, zur Bundesnetzagentur und zu den europäischen Institutionen effizient und effektiv zu organisieren. Die Bürgermedien werden wir stärken und ihre crossmediale Weiterentwicklung fördern. Zur Unterstützung der Stiftungsarbeit für Lokaljournalismus Vor Ort NRW wollen wir weitere Gesellschafter identifizieren. Das ehrenamtliche Engagement im binnenpluralen System, den Gremien des WDR und der Landesanstalt für Medien (LfM), werden wir weiter stärken und unterstützen.
  • Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiterentwickeln. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass öffentlich-rechtliche Fernsehangebote (Ausnahme Sport) werbefrei werden und bundesweit einheitliche Werberegelungen in Anlehnung an das WDR-Gesetz für alle öffentlich-rechtlichen Hörfunkangebote gelten. Dazu bedarf es einer auskömmlichen Beitragsfinanzierung. Wir unterstützen Kooperationen zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und privaten Medienhäusern.
  • Das Film- und Medienland NRW gut positionieren. Mit den Gesellschaftern der Film- und Medienstiftung und weiteren Akteuren werden wir prüfen, wie die erfolgreiche Arbeit in Zeiten der Konvergenz neu ausgerichtet werden kann. Die herausragenden Institutionen des Grimme-Instituts und des Grimme-Forschungskollegs wollen wir weiter fördern. Wir werden zudem prüfen, ob eine Restrukturierung der Internationalen Filmschule erforderlich ist, um ihre wichtige Arbeit langfristig zu sichern. Dies gilt auch für das Mediengründerzentrum NRW, das wir ebenfalls absichern wollen.

Wir gestalten das Sportland NRW.

NRW ist ein Sportland. Millionen Menschen in unserem Bundesland sind in Vereinen und außerhalb sportlich aktiv. NRW bietet die beste Infrastruktur für sportliche Großereignisse.

Neben den jährlich wiederkehrenden Sportveranstaltungen wie den Gerry Weber Open, dem CHIO in Aachen oder den Bethel Athletics freuen wir uns 2017 besonders auf die 81. Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren, die in Köln und Paris ausgetragen wird, die 62. Tischtennisweltmeisterschaft in Düsseldorf und auf den Grand Départ der Tour de France in Düsseldorf. Auch in den kommenden Jahren werden wir uns um vergleichbare Großveranstaltungen in NRW bemühen.

Sport ist gesund und trägt zur gesellschaftlichen Integration bei. Er lebt vom ehrenamtlichen Engagement unzähliger Menschen. Durch den mit dem Landessportbund geschlossenen Pakt für den Sport haben wir für den gemeinnützigen Sport in NRW finanzielle Planungs­sicherheit geschaffen.

Sport zählt zu den häufigsten und wichtigsten Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen. Deshalb fördern wir den Sport in der Breite und in der Spitze. Denn der Sport wirkt weit über sich selbst hinaus. Er fördert soziale Beziehungen, Gesundheit, Bildung, Integration und Inklusion und ist somit für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Sport vermittelt Werte wie Solidarität, Respekt, Toleranz und Fairplay. Sport kann auch mithelfen, der gesellschaftlichen Segregation einzelner Bevölkerungsgruppen entgegen zu wirken. Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen auch außerhalb der Schule ein abwechslungsreiches Angebot von Bewegung, Spiel und Sport anzubieten.

Das zunehmende Wissen um Lernprozesse und den Erwerb von Bildung belegen, dass Sport in informellen und non-formalen Zusammenhängen nicht nur eine sinnvolle Freizeitgestaltung ist, sondern auch erfolgversprechende Lern- und Bildungspotenziale bietet. Dafür müssen auch Sportanlagen genutzt werden dürfen.

Der Leistungssport in NRW ist Weltklasse. Dies belegen nicht nur die Ergebnisse der Olympischen Spiele und der Paralympics im Jahr 2016. Inzwischen stellen wir knapp ein Drittel aller Athletinnen und Athleten im organisierten Leistungssport. Um die Leistungs- und Spitzensportförderung deutscher bzw. nordrhein-westfälischer Athletinnen und Athleten im internationalen Sport sicherzustellen, bedarf es einer systematischen und abgestimmten Planung und Maßnahmenumsetzung der Länder mit dem Bund und den Sportorganisationen. Diese Förderung ist untrennbar verbunden mit dem Bekenntnis zu einem doping-, manipulations-, korruptions- und gewaltfreien Sport. Dem Erfolg um jeden Preis erteilen wir eine klare Absage.

Wir werden deshalb:

  • Den gemeinnützigen Sport fördern. Durch die Fortschreibung des Pakts für den Sport werden wir dem gemeinnützigen Sport weiter finanzielle Planungssicherheit geben.
    Mit der Sportpauschale fördern wir weiterhin den allgemeinen Sportstättenbau in den Gemeinden. Unser Ziel bleibt es, die Sportstätteninfrastruktur zukunftsfest zu gestalten, damit der Sport seine gesundheits-, bildungs-, sozial- und freizeitpolitische Wirkung entfalten kann. Wir machen uns zudem für eine stärkere Berücksichtigung des Sports über den Kinder- und Jugendförderplan (KJFP) stark und treten dafür ein, dass Geräuscheinwirkungen von Kindern und Jugendlichen auf Sportanlagen toleranter begegnet wird. Dafür haben wir mit entsprechenden Klarstellungen (Lärmschutz­verordnung) die Grundlage gelegt. Hauptamtliche Strukturen in den Stadt- und Kreissportbünden wollen wir stärken, damit ehrenamtliche Arbeit stärker im sportlichen Zusammenhang als im verwaltenden Bereich gelebt werden kann.
  • Herausragende Sportereignisse in NRW unterstützen. NRW verfügt über hervorragende Sportstätten für nationale und internationale Sportveranstaltungen und eine sportbegeisterte Bevölkerung. Deshalb werden wir auch in Zukunft dafür sorgen, dass herausragende Sportereignisse in Nordrhein-Westfalen stattfinden. Olympische und Paralympische Spiele in NRW sind eine faszinierende Vorstellung. Ein Olympia, das zu NRW passen würde, wäre ein bürgernahes, bodenständiges und ein ökologisches Olympia.
  • Den Spitzensport in NRW fördern. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Ressourcen des Fördersystems für den Spitzensport optimal aufeinander abgestimmt werden. Im Rahmen der Leistungssportreform wollen wir den Erhalt aller Olympiastützpunkte in NRW sichern und uns dafür einsetzen, dass die Ressourcen des Fördersystems für den Spitzensport optimal aufeinander abgestimmt werden.
  • Die Inklusion im Sport vorantreiben. Menschen mit Behinderungen sollen gleichbe­rechtigt und barrierefrei am Sportleben teilhaben. Der gemeinsame Sport von Menschen mit und ohne Behinderung trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Akzeptanz, Verständnis sowie Kooperation zu stärken und somit soziale Barrieren zu überwinden.
  • Für Gute Arbeit auch im Sport sorgen. Wir setzen uns für angemessene Arbeits­bedingungen etwa in Form von sicheren Arbeitsverträgen, angemessener Bezahlung, und einer langfristigen Einsatzplanung für unsere Trainerinnen und Trainer ein. Für diejenigen, die den Trainerberuf anstreben, benötigen wir adäquate Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.