Familien, Kinderbetreuung und Home-Office

Welche Regeln gelten für die Kinderbetreuung?

Kitas und Schulen bleiben vorerst geschlossen. Die Kinder müssen grundsätzlich zu Hause betreut werden. Das stellt berufstätige Eltern vor große Herausforderungen. Insbesondere soll auf eine Betreuung durch die Großeltern verzichtet werden, da diese zur Risikogruppe zählen.

In NRW wird die Kinderbetreuung jedoch weiterhin garantiert, wenn Eltern der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ tätig sind. Dazu gehören z.B. Pflegekräfte, Ärztinnen, Polizisten oder Busfahrerinnen. Es reicht aus, wenn ein Elternteil dieser Berufsgruppe angehört. Auch die Betreuung am Wochenende ist sichergestellt.

Ausführliche Informationen gibt es auf der Homepage des Familienministeriums.

 

Welche finanziellen Hilfen gibt es?

Die Bundesregierung hat diese Woche eine Entschädigungsregelung für erwerbstätige Eltern eingeführt, wenn ihre Kinder das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder behindert und deshalb auf Hilfe angewiesen sind. Sie haben zukünftig einen Anspruch auf Entschädigung, wenn sie ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können, weil die Kita oder die Schule geschlossen werden musste und keine zumutbare Betreuungsmöglichkeit verfügbar ist. Damit mildern wir die Sorgen vor einem Verdienstausfall.

Außerdem wird der Zugang zum Kinderzuschlag vereinfacht, um Familien schnell zu helfen, die wegen der Krise Einkommensausfälle haben. Mit dem Kinderzuschlag werden Familien unterstützt, wenn das Einkommen zwar für den eigenen Lebensunterhalt, aber nicht für den der gesamten Familie reicht.

  • Bei Neuanträgen wird nun vorübergehend nur das letzte Monatseinkommen geprüft – statt wie sonst das Einkommen der vergangenen sechs Monate. Damit sollen die Folgen von Lohneinbußen oder Arbeitslosigkeit abgemildert werden.
  • Bisherige Kinderzuschlag-Bezieher*innen, die den Höchstsatz von 185 Euro erhalten, bekommen die Leistung für weitere sechs Monate automatisch verlängert. Sie müssen keine neuen Nachweise erbringen.

Weitere Informationen unter: www.not-fall-kiz.de

 

Habe ich ein Recht auf Home-Office?

Es gibt derzeit noch keinen Rechtsanspruch auf Home-Office. Die Vereinbarung zum Home-Office muss daher im gegenseitigen Einverständnis zwischen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen getroffen werden. Oft sind im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in den Betriebsvereinbarungen entsprechende Regelungen getroffen.

Das heißt: Ich kann nicht eigenmächtig entscheiden, ins Home-Office zu gehen genauso wenig wie der Arbeitgeber es eigenmächtig verordnen kann.

Eine Ausnahme tritt ein, wenn ein Arbeitskollege oder eine Arbeitskollegin an Corona erkrankt. Dann kann der Arbeitnehmer nicht verpflichtet werden ins Büro zu kommen. Denn der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für seine Beschäftigten, er muss sie also vor Infektionen oder gefährlichen Krankheiten schützen.