Informationen für Verbraucher*innen

Die Corona-Pandemie verunsichert viele Verbraucherinnen und Verbraucher in NRW und ganz Deutschland. Welche Rechte habe ich und wie kann ich mich rücksichtsvoll als Konsument*in verhalten?

Fragen zur Lebensmittelversorgung

 

Wo kann ich Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs kaufen?

Trotz der Kontaktsperre besteht selbstverständlich noch die Möglichkeit, Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs zu besorgen. Folgende Orte dürfen dazu weiterhin aufgesucht werden:

  • Supermärkte und Wochenmärkte
  • Tankstellen
  • Baumärkte und Gartencenter (je nach Stadt)

Außerdem geöffnet:

  • Apotheken
  • Post
  • Arztpraxen (telefonische Terminvereinbarung empfohlen)

 

Ist die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland gesichert?

Ja. Die Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Artikeln des täglichen Bedarfs ist weiterhin gesichert. Hamsterkäufe sind daher nicht notwendig und führen nur zu Lieferengpässen. Ein solidarisches und verantwortungsvolles Einkaufsverhalten trägt dazu bei, solchen Lieferengpässen entgegenzuwirken.

Unabhängig von der aktuellen Lage aufgrund des Corona-Virus rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)  dazu, sich zum Selbstschutz für Krisensituationen grundsätzlich einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln sowie eine eigene Hausapotheke anzulegen. Welche Artikel für den Notfall vorrätig gehalten werden sollten, können im „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ nachgelesen werden.

 

Fragen zu Gesundheit und Pflege

 

Können geplante Operationen durchgeführt werden?

Damit Kapazitäten für Corona-PatientInnen freigehalten und die Krankenhäuser entlastet werden können, wurden bundesweit alle planbaren Operationen und Eingriffe (insbesondere orthopädische Eingriffe an z.B. Knie oder Hüfte) verschoben. Aktuell wird die Durchführung von Operationen wieder langsam aufgenommen. Ob ein Eingriff verschoben wird, wird im Einzelfall geprüft. Wer keine Informationen bezüglich der geplanten Operation erhält, sollte sich bei seinem Arzt oder Krankenhaus telefonisch erkundigen.

 

Kann ich mich telefonisch krankschreiben lassen?

Eine telefonische Krankschreibung über 14 Tage ist für PatientInnen mit leichten Atemwegserkrankungen oder PatientInnen mit leichten Atemwegsbeschwerden, bei denen ein Corona-Verdacht besteht, möglich. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 23. Juni 2020.

Erkrankte können sich ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) auch von ihrem Arzt per Post zuschicken lassen. Die Portokosten für die Zustellung müssen dafür ggf. selbst übernommen werden.

Liegen schwere Symptome vor oder besteht der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, gilt die telefonische Krankschreibungsreglung nicht. In diesem Fall sollte Kontakt mit einem Arzt oder dem örtlichen Gesundheitsamt aufgenommen werden.

 

Können psychotherapeutische Termine weiterhin wahrgenommen werden?

Sofern weder PsychotherapeutIn noch die sich in Behandlung befindende Person Symptome haben, darf die Psychotherapie auch mit persönlichem Kontakt stattfinden. Dabei muss jedoch ausreichend Abstand eingehalten und auf das Hände-Schütteln verzichtet werden.

Sind psychisch erkrankte PatientInnen in Quarantäne oder gar mit dem Coronavirus infiziert, ist auch eine Behandlung per Videotelefonat oder lediglich per Telefon möglich. Diese Regelung gilt zunächst ab dem 1. April für das zweite Quartal 2020.

 

Fragen zum Thema Medien und Cyber-Angriffen

 

Wie lassen sich Fake-News zur Corona-Pandemie erkennen?

Nachrichten zum Thema Corona, die über soziale Medien oder WhatsApp verbreitet werden, solltenimmer kritisch hinsichtlich des Wahrheitsgehalts über offizielle Informationsangebote überprüft werden. Falls Zweifel an der Richtigkeit der Nachrichten bestehen, sollten diese auch nicht weitergeleitet werden.

In digitalen Netzwerken weisen gekennzeichnete verifizierte Accounts auf verlässliche Informationsquellen hin. Bei Twitter und Instagram sind solche Accounts an einem blauen Häkchen zu erkennen. Darüber hinaus stellen offizielle Internetseiten und Stellen von Städten, Gemeinden oder der Ärzteschaft verlässliche Informationen und AnsprechpartnerInnen bereit.

 

 Wie erkenne ich Phishing-E-Mails?

Betrüger nutzen die aktuellen Ereignisse aus und verschicken E-Mails unter dem Deckmantel von Corona. Sie geben darin beispielsweise, vermeintliche Tipps, wie man in Corona-Zeiten sein Geld retten kann oder fordern zur Preisgabe sensibler persönlicher Daten auf.  Wenn unerwartete E-Mails oder Newsletter, für die man sich nicht eingetragen hat, eintreffen, sollten grundsätzlich keine Links und keine Anhänge geöffnet werden. Am besten ist es, nicht auf diese E-Mails zu antworten. Weitere Informationen zum richtigen Umgang mit Phishing-Mails könnt Ihr hier finden.

 

Fragen zum Thema Reisen

 

Kann ich meine geplante Reise wegen des Coronavirus kostenlos stornieren?

Da das Auswärtige Amt eine weltweite Reisewarnung erlassen hat, können kurz bevorstehende Pauschalreisen derzeit kostenlos storniert werden. Für Reisen, die erst in einigen Monaten oder Wochen geplant sind, gilt diese Regelung jedoch nicht in jedem Fall. Auch für geplante Reisen innerhalb Deutschlands müssen einzeln gebuchte Leistungen (z.B. Hotels), die aufgrund der aktuellen Lage nicht in Anspruch genommen werden können, nicht bezahlt werden.

Die aktuelle Reisewarnung ins Ausland gilt zunächst bis zum 15. Juni.

 

 Informationen bei Zahlungsschwierigkeiten

 

Was tue ich, wenn ich Strom, Gas, Wasser, Telefon oder Internet nicht mehr bezahlen kann?

Leistungen der Grundversorgung (Strom, Gas, Wasser und Telefon- bzw. Internetanschluss) sollen Verbaucher*innen während der Corona-Pandemie nicht gesperrt oder gekündigt werden können. Sollte es zu Zahlungsschwierigkeiten kommen, besteht ein befristetes Leistungsverweigerungsrecht. Den VerbraucherInnen wird sodann ein Zahlungsaufschub gewährleistet und sie müssen die Rechnungen vorübergehend nicht bezahlen. Diese Regelung gilt für Verträge, die vor dem 8. März 2020 geschlossen wurden und ist vorerst bis zum 30. Juni 2020 befristet

 

Was tue ich, wenn ich meinen Kredit oder meine Versicherung nicht mehr bezahlen kann?

 Zahlungspflichten aus Verbraucherdarlehensverträgen, die bis zum 30. Juni 2020 fällig werden, sollen gesetzlich um drei Monate gestundet werden, wenn der Schuldner/ die Schuldnerin infolge der Pandemie nicht zahlen kann. Soweit für die Zeit nach dem 30. Juni 2020 keine einvernehmliche Lösung zwischen Darlehensgeber und Verbraucherin bzw. Verbraucher gefunden werden kann, müssen die Zahlungen wieder aufgenommen werden. Damit aber in einer Übergangszeit die laufenden und die gestundeten Raten nicht doppelt bezahlt werden müssen, wird der Vertrag insgesamt um drei Monate verlängert. Damit soll sichergestellt werden, dass Darlehensnehmer bzw. die Darlehensnehmerin monatlich nur eine reguläre Rate weiter abzahlen muss. Eine Kündigung des Darlehens wird insoweit ausgeschlossen.

 

 Weitere Informationen bei Verbraucherfragen

Die wichtigste Anlaufstelle für alle Fragen zum Verbraucherschutz ist die Verbraucherschutzzentrale. Weitere Informationen findest du hier: Verbraucherzentrale NRW.