Digitalen Fortschritt gestalten

NRW kann Wandel. Das haben die Menschen im Ruhrgebiet, in Ostwestfalen-Lippe und am Rhein immer wieder bewiesen. Mit dieser Erfahrung packen wir auch die Herausforderung der Digitalisierung an.

Das renommierte Forschungsinstitut Prognos hat für Nordrhein-Westfalen ermittelt, dass bis 2025 in den Kernbranchen des Landes rund 15,6 Milliarden Euro an zusätzlicher Wertschöpfung entstehen können, wenn wir die Möglichkeiten der Digitalisierung richtig nutzen.

Wir wollen diese Chancen nutzen, die der digitale Wandel für unsere Wirtschaft und Arbeitsplätze, aber auch für jeden Einzelnen bietet. Dazu setzen wir auf die Förderung neuer innovativer Gründerinnen und Gründer und unterstützen auch langjährig erfolgreiche Unternehmen dabei, die Herausforderungen zu meistern. Wichtige Voraussetzungen dafür sind schnelles Internet im ganzen Land und sichere IT-Strukturen. Genauso wie das Erlernen digitaler Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Anforderungen einer digitalen Welt müssen wir so früh wie möglich und so früh wie nötig vermitteln. Um allen die gleichen Startchancen in die Zukunft zu ermöglichen!

Auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen wir bei der Gestaltung des digitalen Fortschritts mitnehmen. Das gilt sowohl für die berufliche Bildung als auch für eine flexible, faire und menschliche Gestaltung von „Arbeit 4.0“ in Zeiten der Digitalisierung. Unser Ziel ist, den digitalen Fortschritt sozial zu gestalten – damit jede und jeder daran teilhaben kann. Der Mensch steht für uns dabei an erster Stelle. Es geht darum, die Prinzipien und Regeln der sozialen Marktwirtschaft auch im Zeitalter der digitalen Ökonomie zu sichern.

Was wir bisher erreicht haben:

  • Rund 80 Prozent aller Haushalte und jedes zweite Gewerbegebiet in NRW haben bereits schnelles Internet – mit 50 Mbit/s und mehr. So viel wie sonst nirgendwo in Deutschland. Als wir 2010 als Regierung angetreten sind, waren es in NRW noch 57,8 Prozent. Insgesamt stehen bis zu eine Milliarde Euro bereit, um bis 2018 flächendeckend für schnelles Internet in ganz NRW zu sorgen.
  • NRW hat als erstes Bundesland eine Strategie für die digitale Wirtschaft vorgelegt. Mit 6 regionalen „Digital Hubs“ unterstützen wir junge, aufstrebende Start-up-Unternehmen und vernetzen sie mit Industrie, Mittelstand und Handwerk.
  • Zusammen mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften haben wir in der Regierung die „Allianz Wirtschaft und Arbeit 4.0“ gegründet, um die vorhandenen Kompetenzen zu bündeln und die Digitalisierung gemeinsam sozialverträglich zu gestalten.
  • Mit dem Leitbild „Lernen im Digitalen Wandel“ wurden die Grundlagen für das Lernen und Lehren mit digitalen Medien gelegt – von der Kita bis zur Uni.
  • Das Programm „Gute Schule 2020“ leistet einen Beitrag dafür, dass unsere Schulen auch technisch auf einen modernen Stand kommen. Bis 2020 investieren wir dafür 2 Mrd. Euro.
  • Wir haben IT-Sicherheit zu einem wichtigen Standortfaktor für NRW gemacht: Durch den Ausbau des europaweit renommierten Horst-Görtz-Instituts an der Ruhr-Uni Bochum und durch die Vernetzung von bereits mehr als 800 Forscherinnen und Forschern. Damit sind wir bundesweit führend. Unser Ziel bleibt: 1.000 Forscherinnen und Forscher sollen in NRW zu Fragen der IT-Sicherheit und des digitalen Wandels forschen.
  • 2017 nimmt das „Center for Advanced Internet Studies“ in Bochum seine Arbeit auf, um die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung zu erforschen – mit Förderung durch das SPD-geführte Wissenschaftsministerium.

Was wir noch vorhaben:

  • Wir werden den Ausbau des hochleistungsfähigen Internets weiter vorantreiben. Bis 2026 soll NRW flächendeckend mit Glasfasernetzwerken versorgt sein. Wir starten in das Gigabit-Zeitalter in NRW.
  • Wir werden in allen Teilen des Landes digitale Kompetenzzentren und Netzwerke aufbauen. Damit unterstützen wir weitere Unternehmensgründungen in den Digitalbranchen und Partnerschaften zwischen Start-ups, Mittelstand und Industrie.
  • Wir werden im Rahmen der „Allianz Wirtschaft und Arbeit 4.0“ zusammen mit den Gewerkschaften und Betriebsräten ein landesweites Programm „Gute Arbeit 4.0“ entwickeln, damit flexible Arbeitszeiten, Familienzeit und Zeit für Qualifikation und Weiterbildung ineinandergreifen können. Die Beteiligungsrechte und die Selbstbestimmung der Arbeitnehmerschaft muss auch im Zeitalter der Digitalisierung gesichert und, wo nötig, ausgebaut werden.
  • Wir werden unsere Initiative für das „Lernen im Digitalen Wandel“ konsequent ausbauen. Bis zum Schuljahr 2021/2022 sollen alle Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler einen pädagogischen Zugang zum Internet haben.
  • Wir werden die Digitale Hochschule NRW als Plattform für gemeinsame Aktivitäten des Landes und der Hochschulen zum zentralen Projekt der Digitalisierungsstrategie der Hochschulen in NRW weiterentwickeln.
  • Wir werden die Chancen der Digitalisierung auch für die Gesundheitsversorgung in unserem Land nutzen. Nach dem Vorbild der Innovation City in Bottrop im Bereich des Klimawandels werden wir einen vergleichbaren Modellstandort für den Bereich Gesundheit fördern, um so gesundheitsbezogene digitale Dienstleistungen und Produkte unter direkter Einbindung der Bewohner vor Ort sowie der Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu erforschen und zu entwickeln.