Nordrhein-Westfälische SPD fordert staatlichen Einstieg bei Thyssenkrupp Steel

Gemeinsame Pressemitteilung des SPD-Landesverbandes NRW, der SPD-Landtagsfraktion NRW und der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion

Vor dem Hintergrund des vorgelegten Eckpunktepapiers des Vorstandes von Thyssenkrupp Steel und des damit einhergehenden Abbaus von 11.000 Stellen sowie der Werksschließung in Kreuztal-Eichen erklären Sarah Philipp und Achim Post (Vorsitzende des SPD-Landesverbandes NRW), Jochen Ott (Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion NRW) sowie Wiebke Esdar und Dirk Wiese (Vorsitzende der NRWSPD-Landesgruppe im Deutschen Bundestag):

»Die ersten Entscheidungen bei Thyssenkrupp Steel wurden getroffen. Miguel López und der Stahlvorstand planen einen historischen Kahlschlag in der Stahlsparte, der die Beschäftigten, ihre Familien und die jeweiligen Standorte hart trifft.

Die industriepolitischen Wurzeln Nordrhein-Westfalens liegen zu wesentlichen Teilen in der Stahlproduktion. Stahl steht am Anfang zahlreicher Wertschöpfungsketten. Tausende Arbeitsplätze in der weiterverarbeitenden Produktion hängen zwischen Rhein und Weser an der Stahlproduktion von Thyssenkrupp. Die bisherigen politischen Appelle der Landesregierung an die Unternehmensspitze von Thyssenkrupp sind verpufft. Wir müssen alle Kräfte darauf verwenden, den historischen Kahlschlag bei Thyssenkrupp abzuwenden, denn Stahl hat Zukunft in Nordrhein-Westfalen. Solange die Landesregierung einen staatlichen Einstieg bei Thyssenkrupp weiterhin kategorisch ablehnt, wird López seinen schonungslosen Rationalisierungskurs fortsetzen. Den langfristigen Erhalt der nordrhein-westfälischen Stahlproduktion kann es nur geben, wenn Land und Bund jetzt bei Thyssenkrupp Steel einsteigen, um insgesamt mindestens ein Drittel am Unternehmen zu halten und es auf seinem Weg zur klimaneutralen Produktion zu unterstützen. Darauf muss in den kommenden Monaten alle politische Kraft gerichtet werden.

Die bevorstehende Weihnachtszeit wird für die Beschäftigten eine Zeit der Ungewissheit und Zukunftsangst sein. Auch wenn die Politik nicht alle Ängste nehmen kann, sollen die Beschäftigten von Thyssenkrupp zumindest wissen, dass der Staat mit einer aktiven Standort- und Industriepolitik an ihrer Seite steht. Hierfür ist die nordrhein-westfälische SPD bereit.«