Sebastian Hartmann: Jetzt mit Besonnenheit Menschen Ängste und Sorgen nehmen und Engagement würdigen

Sebastian Hartmann bei seiner Rede auf dem außerordentlichen Landesparteitag 2019 in Bochum

Heute hat die Landesregierung gegen die Ausbreitung der Coronainfektion weitreichende Maßnahmen angekündigt. Dazu erklärt Sebastian Hartmann, Vorsitzender der NRWSPD:

„Die Herausforderungen der Pandemie werden durch solidarisches Verhalten aller Menschen in Deutschland am besten bewältigt. Zentral sind die Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten und Notaufnahmen. Sie verdienen jede Unterstützung und unseren Respekt. Es gilt, die wertzuschätzen, die sich engagiert um das Wohl und die Genesung von Erkrankten und um Pflege kümmern. Ganz oben auf der Prioritätenliste sollte daher nun das Personal in der Kranken- und Altenpflege stehen. Sie tragen aktuell enorme Verantwortung. Wir schlagen daher vor, dass kurzfristig und unbürokratisch ein Bundesprogramm mit Bonuszahlungen in der Kranken- und Altenpflege aufgelegt wird.

Es ist richtig und verantwortungsvoll, Veranstaltungen im privaten und öffentlichen Leben – soweit es geht – zu meiden, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Zur Verantwortung gehört aber auch, Menschen, Vereine, Organisationen nicht allein zu lassen, die durch die aktuellen Entwicklungen einen enormen wirtschaftlichen Schaden erleiden, der in manchen Fällen sogar zur Insolvenz führen kann. Dazu gehören Clubs, freie Theater und Kultureinrichtungen, freischaffende Künstler und Autoren, aber zum Beispiel auch selbstständige Physiotherapeuten, Imbissbuden-Besitzerinnen etc. Wir wissen: Jetzt muss schnell Sicherheit und Verbindlichkeit für die Betroffenen her: Was passiert mit den Kosten, wenn Veranstaltungen auf freiwilliger Basis abgesagt werden oder die Gäste, Kunden oder Patienten ausbleiben und Therapiepraxen geschlossen werden müssen? Nun sind alle politisch Verantwortlichen aufgefordert, schnell Klarheit und unbürokratische Hilfen zu schaffen. Wir möchten alle Betroffenen ermuntern, uns Hinweise zu geben, wenn sie durch bisherige Maßnahmen nicht berücksichtigt werden.

Wir möchten die Landesregierung ausdrücklich auffordern, den jetzt eingeschlagenen Weg mit klaren und dringenden Entscheidungen wie die Schließung von Schulen und Kitas mutig weiterzugehen. In dieser schwierigen Situation müssen wir alle zusammen alles tun, um die Gesundheit der Menschen – insbesondere der Älteren, Schwächeren und Kranken – zu schützen. Es ist wesentlich, dass jetzt alle an einem Strang ziehen. Deshalb ist es auch sinnvoll, trotz der Schließungen einen gewissen Bedarf an Kinderbetreuung abzusichern, um beispielsweise dringend gebrauchtes Personal im Pflege- und Gesundheitsbereich von der Unterbringungssorge ihrer Kinder zu entlasten. Wir brauchen jetzt genau dieses besonnene und entschlossene Handeln. Dafür hat die Landesregierung unsere volle Unterstützung.“