Optionspflicht: Wer spricht für die CDU in NRW?

Die CDU versucht integrationspolitisch die Rolle rückwärts. Vor der aktuellen Stunde im NRW-Landtag erklärt André Stinka, Generalsekretär der NRWSPD: „Der CDU-Beschluss zur Optionspflicht zeigt: Während Armin Laschet beim Parteitag der Kanzlerin Miniaturautos schenkt, macht Jens Spahn im Hintergrund die Politik.“

André Stinka, Generalsekretär der NRWSPD
André Stinka, Generalsekretär der NRWSPD

Keiner weiß, was die nordrhein-westfälische CDU eigentlich möchte. Während mit Spahn, Krings, Jarzombek, Ziemiak und Bosbach bekannte Vertreter die Rolle rückwärts beim Doppelpass feiern, bleibt ihr Landesvorsitzender still – wie immer, wenn es für ihn brenzlig ist.

Seine Integrationsbeauftragte im Bund, Cemile Giousouf, äußert in Interviews ihr Bedauern über das Verhalten der Parteifreunde. Serap Güler dagegen, seine integrationspolitische Sprecherin im Land, bezeichnet die Entscheidung zur Rückkehr zur Optionspflicht als „CDU pur“.

Armin Laschet warb vor der vergangenen Bundestagswahl mit den Worten: „Ich sehe ein, dass ein Doppelpass für viele Menschen eine große Bedeutung hat“. Bei Güler heißt es nun lapidar: „Das Doppelpassthema ist keins, was die Zukunft Deutschlands entscheiden wird.“ Was denn nun? Entweder will Armin Laschet diese Doppelzügigkeit oder er kann sich als Landesvorsitzender in der CDU nicht durchsetzen.

Für die SPD ist klar: Die Abschaffung der Optionspflicht war, ist und bleibt ein überfälliger Schritt. Wer in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, der soll als junger Erwachsener nicht wieder zum Ausländer gemacht werden. Genau das untergräbt das Zugehörigkeitsgefühl, auf das eine gute Integrationspolitik aufbaut. Deshalb ist es gut, dass der CDU-Beschluss in einer aktuellen Stunde im Landtag thematisiert wird. Dort wird Armin Laschet wird Stellung beziehen müssen – endlich.“