Bildung und Ausbildung für Flüchtlingskinder und junge Flüchtlinge als Schlüssel zur Integration

Flüchtlingskinder und junge Flüchtlinge müssen möglichst schnell Zugang zu unserem Bildungssystem erhalten. Zu diesem Thema lud die Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in Nordrhein-Westfalen zu einer Diskussionsveranstaltung nach Mülheim ein.

Als kompetente Gesprächspartner konnte die Vorsitzende der NRW AfB, Marlies Stotz, Susanne Blasberg-Bense, Leiterin der Schulabteilung in der Bezirksregierung Arnsberg, Ulrich Ernst, Beigeordneter für Schule, Kultur, Sport und Soziales der Stadt Mülheim, die Schulleiterinnen Ingrid Lürig von der Willy-Brandt-Gesamtschule sowie Simone Dausel von der Gemeinschaftsgrundschule Augustastraße begrüßen.

Von Seiten der Landespolitik stand die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Renate Hendricks, ebenso Rede und Antwort wie Hans Michaelsen von der IHK Essen, der den Bereich Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt aufgriff.

Neben den immensen Aufgaben, die derzeit besonders von den Kommunen zu schultern sind, liegen auch Chancen in der Zuwanderung. „Oberstes Ziel ist es, die Flüchtlingskinder von Anfang an in Regelschulen zu unterrichten“, so die Schuldezernentin Susanne Blasberg. Sie unterstrich zudem die große Heterogenität der Schülerschaft, die eine besondere pädagogische Herausforderung für die Lehrinnen und Lehrer darstelle. Sowohl Grundschulleiterin Simone Dausel wie auch die Leiterin der Willy-Brandt-Gesamtschule Ingrid Lürig berichteten, dass sie bereits seit langem Erfahrungen mit der Beschulung von Kindern aus anderen Ländern haben. In der Regel lernen sie die Sprache sehr schnell, was ein wesentlicher Faktor sei, um dem Unterricht zu folgen. Ingrid Lürig betonte, dass es neben dem eigentlichen Unterricht auch wichtig sei, die Flüchtlingskinder etwa in Sportvereinen oder anderen Freizeitaktivitäten zu integrieren, so dass sie schnell neue Freundschaften schließen können. Um dies alles zu koordinieren, ist Netzwerkarbeit – auch unter Beteiligung des Ehrenamtes – unerlässlich. Hans Michaelsen von der IHK Essen sah in dem momentanen Zustrom von teils bereits ausgebildeten jungen Flüchtlingen auch eine Riesenchance, für die Zukunft ein ausreichendes Fachkräfteangebot zu sichern. Wichtig sei es zum Beispiel jetzt, junge Flüchtlinge durch Betriebspraktika und fachbezogene Sprachkurse auf die Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung vorzubereiten. Renate Hendricks machte in ihrem Statement deutlich, dass es im laufenden Jahr bereits zwei Nachtragshaushalte gegeben habe, um die notwendigen Lehrerstellen für die stark ansteigenden Schülerzahlen bereitzustellen. Um den weiterhin wachsenden Herausforderungen durch erhöhte Schülerzahlen begegnen zu können, werde in Kürze ein dritter Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht, so dass dann mehr als 3.500 zusätzliche Lehrerstellen zu Verfügung stehen.

Um Unterstützungsmaßnahmen zu verstetigen und nachhaltig weiterzuentwickeln "ist der Bund an allererster Stelle gefordert“, betonte Marlies Stotz für die AfB. Im Rahmen der Veranstaltung verabschiedete die AfB ein entsprechendes Positionspapier „Integration durch Bildung“.