NRWSPD diskutierte in Köln über Verbraucherberatung im Quartier

André Stinka, Generalsekretär der NRWSPD

„Verbraucherschutz gehört ganz klar zu den Zukunftsthemen der Politik der NRWSPD“, erklärt André Stinka gleich zu Beginn der Veranstaltung der NRWSPD in Köln. In insgesamt vier Vorträgen wurde das Thema der aufsuchenden Verbraucherberatung im Quartier beleuchtet und vorgestellt.

Den Anfang machte Uli Kelber, Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz: „Verbraucher brauchen starke Rechte und gute Beratung“, so sein Plädoyer. „Es gibt Personen mit besonderem Hilfebedarf. Eine differenzierte Verbraucherpolitik ist daher notwendig. Beim „Bundesverbraucherschutzministerium“ soll daher ein Sachverständigenrat eigeführt werden. Die existierenden Verbraucherschutzstrukturen sollen weiter gestärkt werden. Auch wenn die SPD mit neuen Gesetzen, z.B. im Mietrecht, Verbraucher schützen will, sind oft bestehende Gesetze und Rechte kaum bekannt.“

Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW stellte zunächst fest, dass vielen Menschen heute nicht mehr dem Bild des mündigen Verbrauchers entsprechen. „Angebote der Verbraucherberatung kommen leider immer weniger bei den Menschen an. Es gibt schutzbedürftige Menschen, für die wir eine andere Art der Beratung brauchen. Aufsuchende Beratung im Quartier ist daher wichtig. Das Bundesteilhabepaket war ein Beispiel dafür wie aufsuchende Beratung die Inanspruchnahme erhöht hat. Wir stehen in NRW dabei nicht bei null. Eine bessere Vernetzung der bestehenden Angebote kann hier schon viel bewegen.“

Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentralen, begrüßte den Ansatz der aufsuchenden Verbraucherberatung. „Verbraucherberatung gibt es seit gut 60 Jahren in NRW. Technikfragen, Ernährungsfragen, Umgang mit Geld, waren die Themen, die zu Beginn der Arbeit der Verbraucherberatung im Vordergrund standen. Heute ist die Beratung viel komplexer. Konsumkompetenz ist auch Aufgabe von Familie du Erziehung. Leider wird dies in Familien nicht mehr so oft vermittelt. 1/3 der Menschen in NRW hat schon einmal persönlich die Verbraucherberatung in Anspruch genommen. 96% kennen die Verbraucherberatung. Aufsuchende Verbraucherberatung ist kein ganz neues Thema. Es gab ein Pilotprojekt in Berlin und es gibt Flächenkreise in NRW, die neben einer festen Beratungsstelle auch ergänzende Termine vor Ort wahrnehmen. Verbraucherberatung im Quartier ist aber noch mehr. Im Bereich der Energieberatung gibt es viele Vorteile der Quartiersberatung, die neue Chancen bietet.“

Auch für Annette Berg, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie der Stadt Monheim, sind aufsuchende Beratungsstrukturen wichtig: „80% der Menschen, die in Monheim besucht wurden, suchten nochmal den Kontakt. Aufsuchende Beratung bietet schnelle Hilfe. Die Beratung wird geschätzt und genutzt und kommt flächendeckend gut an, nicht nur bei benachteiligten Gruppen. Aber, nur ins Quartier zu gehen, reicht nicht. Netzwerke und Multiplikatoren müssen das ersetzen. Aufsuchende Beratung muss die Sprache der Menschen sprechen, um die es dabei geht.“

In der folgenden einstündigen Diskussion beteiligten sich viele der über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Jochen Ott danke für die Arbeitsgruppe „Zukunftsland NRW – große Städte, ländliche Räume, Demografie“ des SPD-Landesvorstandes für die rege Diskussion. „Wir müssen die Synergien verbessern. Seit 10 Jahren investieren alle staatlichen Ebenen mehr Geld im Quartier und trotzdem gelingt es zu wenig, die Betroffenen zu erreichen. Das muss sich durch die aufsuchende Beratung im Quartier andern“, so Jochen Ott. Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig, dass das Thema Verbrauchschutz im Quartier in Zukunft immer wichtiger werden wird.