20. Politischer Aschermittwoch in Schwerte

Norbert Römer, Hannelore Kraft und Martin Schulz
Hannelore Kraft, Landesvorsitzende der NRWSPD
Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Region Westliches Westfalen
Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments
Volles Haus im Schwerter "Freischütz"

Kein einziger freier Platz war mehr zu bekommen – die Karten schon Wochen vorher ausverkauft. Der Saal im Schwerter "Freischütz" war zum 20-jährigen Jubiläum der Traditionsveranstaltung – mit über 750 Genossinnen und Genossen aus ganz NRW – bis unters Dach gefüllt.

„Saal voll, Stimmung gut!“, so eröffnete Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Region Westliches Westfalen, den Abend und heizte den Gästen beim Politischen Aschermittwoch ordentlich ein. Nach dem Blick auf den desolaten Zustand der Opposition in NRW machte er klar, wie wichtig der Erhalt von Wirtschaft und Arbeitsplätzen in der Region ist. „Eine gesunde Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne eine gesunde Wirtschaft ist alles nichts. Das ist die Lehre aus der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Hier bei uns Wertschöpfung zu betreiben, das ist das dicke Pfund für den Wohlstand – heute und morgen“.

Hannelore Kraft, Landesvorsitzende der NRWSPD, hob in ihrer Rede ebenfalls die Bedeutung der Industrie für Nordrhein-Westfalen hervor: „Die Zukunft liegt nicht nur in der Dienstleistung und der Finanzwirtschaft. Wir kämpfen weiter für den Industriestandort NRW“. Und das mit einer Politik für alle Bürgerinnen und Bürger und mit der Zukunft im Blick: „Wir stehen für klare Kante und offenes Visier. Wir denken und handeln über Legislaturperioden hinaus“. Dafür sorge die SPD-geführte Landesregierung mit ihrem Dreiklang aus gezielten Investitionen, intelligenter Konsolidierung und einer Verbesserung auf der Einnahmeseite. Ein kleiner Seitenhieb in den Süden der Republik, mit Blick auf den Länderfinanzausgleich, durfte da nicht fehlen: „Wir in NRW haben 30 Jahre lang dafür gesorgt, dass man sich in Bayern, neben der Lederhose, überhaupt ein Laptop kaufen konnte.“ Dem Rechtsextremismus und Rassismus in unserer Gesellschaft sagte Hannelore Kraft entschieden den Kampf an: „Dort, wo die braunen Horden meinen, sie könnten an Einfluss gewinnen, werden wir dagegen halten. Es geht unserer Partei seit fast 150 Jahren um Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – und dabei bleibt es“.

Als dritter Redner des Abends lieferte Martin Schulz, Präsident des europäischen Parlaments, ein flammendes Plädoyer für die Europäische Union: „Die EU ist das beste Instrument, um Frieden, Wohlstand, Wohlfahrt und Solidarität in einer globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu verteidigen“. Und zu einer solidarischen Union gehöre für ihn auch die Hilfe für angeschlagene Euroländer: „Diese Bürgschaften sind kein Akt der karitativen Mildtätigkeit, sondern ein Akt der Vernunft“. Dabei hob Martin Schulz hervor, dass noch viel getan werden müsse, um diejenigen, die die Krise verursacht haben, auch an den Lasten der Krise zu beteiligen. Dazu gehöre die Schließung von Steueroasen, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und die Eindämmung der Spekulation auf Lebensmittel: „Der Hunger der einen, darf nicht der Gewinn der anderen sein“.

Das Publikum verabschiedete sich anschließend mit minutenlangem, stehendem Applaus von den Rednern, die noch einmal gemeinsam auf der Bühne zusammen kamen. Und mit den Songs der Pilspicker-Jazzband, die zur Tradition in Schwerte genauso dazu gehören, wie die heißen politischen Reden und ein Glas kühles Bier, endete der Politische Aschermittwoch 2012, während am Rande schon wieder Tickets fürs kommende Jahr bestellt wurden.