„Wir brauchen mehr Aufsteiger“

„Wir brauchen mehr Aufsteiger“, fordert die Spitzenkandidatin der NRWSPD, Hannelore Kraft. Weil NRW kein Kind mehr verlieren darf, will die SPD das Schulsystem durchlässiger und Aufstieg wieder möglich machen. Die SPD setzt sich deshalb für längeres gemeinsames Lernen und kleinere Klassen in Gemeinschaftsschulen sowie Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Hochschule ein.

Vor allem in Bildung will die NRWSPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 9. Mai investieren. „Bildung ist heute stärker als früher abhängig vom Geldbeutel und das ist falsch“, stellt Hannelore Kraft im Interview mit der Frankfurter Rundschau (Ausgabe vom Mittwoch) fest. Um Eltern bei der Erziehung zu unterstützen und allen Kindern den Kita-Besuch zu ermöglichen, werde die SPD die Kindergartengebühren abschaffen. „Wir werden da vom letzten Kita-Jahr schrittweise nach vorne gehen. Und nach dem Wahlsieg werden wir die Abschaffung der Studiengebühren mit einer ersten Senkung für 2010 beschließen. Bis spätestens zur Mitte der Legislaturperiode sind wir dann auch hier auf Null. Denn wir wollen den Hochschulen das Geld erhalten.“

Für eine gerechte Schulpolitik

Zudem werde die SPD dem Wunsch der Eltern nach einem längeren gemeinsamen Lernen mit individueller Förderung jedes einzelnen Kindes nachkommen. Das Modell der NRWSPD für längeres gemeinsames Lernen ist die Gemeinschaftsschule. „Vor Ort wird entschieden, ob eine Gemeinschaftsschule nach der fünften und sechsten Klasse den gemeinsamen Unterricht weiterführt wie heute in Gesamtschulen oder ob in Haupt-, Real- oder gymnasiale Klassen aufgeteilt wird. Aber unter einem Dach mit einem Lehrerkollegium“, sagte Hannelore Kraft. Denn nur so seien Übergänge besser möglich. „Es wird keinen einschneidenden Bruch geben“, betont die NRWSPD-Spitzenkandidatin und verspricht: „Wir werden das im Konsens mit Kommunen, Eltern, Lehrern und Schülern umsetzen.“

Hannelore Kraft fordert dazu auf, endlich die Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Heute käme im Schulsystem von NRW auf zehn Absteiger nur ein Aufsteiger, so Kraft. „Wer mit zehn Jahren einmal in der Schublade Hauptschule steckt, kommt da faktisch kaum noch heraus. Wenn das so bleibt, laufe Nordrhein-Westfalen sehenden Auges in die Katastrophe – „gesellschaftlich aber auch wirtschaftlich, weil uns die guten ausgebildeten jungen Menschen fehlen. Wir laufen doch bereits auf einen dramatischen Fachkräftemangel zu. Da ist die CDU blind.“