„Gleichstellung jetzt!“ Veranstaltung der ASF zum Internationalen Frauentag

"Gleichstellung jetzt!" Unter diesem Titel hatte die ASF aus dem Willy-Brandt-Haus in den Wissenschaftspark nach Gelsenkirchen eingeladen. Gefolgt sind dem Aufruf mehr als 200 Frauen von Gleichstellungsstellen, Gewerkschafterinnen, Betriebsrätinnen, Politikerinnen, Frauenverbänden, Frauenprojekten in NRW und der ASF-Bundesausschuss.

Evelyn Gebhardt, MdEP, stellvertr. ASF-Bundesvorsitzende, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten "Der internationale Frauentag ist ein Kampftag für die Frauen in aller Welt und kann auch nach 99 Jahren nicht abgeschafft werden, wie von einigen Frauen wie Alice Schwarzer gefordert." Nirgendwo auf der Welt sei die tatsächliche Gleichstellung der Frau erreicht.

Zu einem Talk hatte sich auch die Spitzenkandidatin für das Ministerpräsidentenamt in NRW, Hannelore Kraft mit der Moderatorin Barbara Streidl – Mitautorin der "Alphamädchen" – eingefunden. Hannelore Kraft berichtete von der Stimmung im Land, von ihrer Tatkrafttour, von der offensichtlichen Wechselstimmung der Wählerinnen und Wähler in NRW, die nach Sponsoringaffäre und Mövenpick die Nase voll von schwarz-gelb haben.

Ein Grußwort an die Versammlung richtete die frisch gewählte Gelsenkirchener UB-Vorsitzende und ASF WW-Vorsitzende Heike Gebhard, MdL, an die Versammlung "Wie, im Ruhrgebiet geht das auch schon?" soll dem SPD-Vorsitzenden herausgerutscht sein, als er von ihrer Kandidatur hörte.

In einer Diskussionsrunde mit dem Thema "Frauenzeiten – Männerwelten" fanden sich Andrea Nahles,MdB, Generalsekretärin der SPD, Yasemin Rosenau, Vaillant Group, Betriebsratsvorsitzende Werk Gelsenkirchen und Mitglied des Aufsichtsrates und als einziger Mann in der Runde Dr. Clemens Niermann, Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor BP Gelsenkirchen GmbH. Dr. Niermann räumte ein, dass es ein Lernprozess für ihn und die anderen Männer bei BP war und ist, die unterschiedliche Herangehensweise von Frauen und Männern an zu lösende Aufgaben zu akzeptieren und nicht in den Fehler zu verfallen, nur weil die Frau die Lösung völlig anders sucht, ihr die Verantwortung wieder wegzunehmen. Die ersten Male war das schwer, wenn z.B. ein Betriebsfest von einer Kollegin geplant wurde und die Planung und Vorbereitung ganz anders lief, als er es selbst gemacht hätte.

Der Diskussion über eine Quote in Aufsichtsräten wurde breiter Raum gegeben. Am Murren in den Reihen der Zuhörerinnen war unschwer zu erkennen, dass sie die Ansicht von Yasemin Rosenau nicht vertraten: Sie forderte, keine Quote festzulegen, weil sonst auch unfähige Frauen zum Zuge kämen. Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles teilte diese Meinung nicht.

Gerda Kieninger, MdL, ASF-Landesvorsitzende griff in ihrem Schlusswort diesen Punkt auf und fragte nach den unfähigen Männern.