Initiative „TatKraft“: Am 18. Februar arbeitete Hannelore Kraft in Düsseldorf

Hannelore Kraft verteilt Lebensmittel
Hannelore Kraft nimmt sich Zeit für ein kleines Gespräch.

Am 18. Februar 2010 führte die Initiative „TatKraft“ Hannelore Kraft nach Düsseldorf. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonie und vielen Ehrenamtlichen verteilte sie in der Bergerkirche Lebensmittel an Bedürftige.

Treffpunkt war um 10.45 Uhr im Büro der Diakonie. Von dort ging es zu Fuß zur Bergerkirche, wo Hannelore Kraft bei den Vorbereitungen zur Essensausgabe kräftig mit anpackte. „Zunächst haben wir die Lebensmittel, die von den Düsseldorfer Tafeln angeliefert wurden, ausgepackt und auf die Tische geräumt“, erzählt die Landesvorsitzende. „Um 12.30 Uhr kamen dann die ersten Frauen und Männer, an die wir Nahrungsmittel verteilt haben.“

Bei der Ausgabe von Brot, Obst und Süßigkeiten kam Hannelore Kraft mit einigen der Bedürftigen intensiv ins Gespräch. „Die schwierige Lebenssituation der Frauen und Männer hat mich sehr bewegt. Ich musste schlucken, als ich sah, dass selbst in einer reichen Stadt wie Düsseldorf mehrere hundert Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, weil sie sonst nicht satt werden“, so Kraft. „Wenn ich dann höre, wie Guido Westerwelle sich über Hartz-IV-Empfänger äußert, kann ich nur sagen: Das widert mich an. Er versucht, aus Opfern Täter zu machen.“

Unter anderem verteilte Hannelore Kraft Adventskalender und Nikoläuse, die ein Unternehmen den Tafeln gespendet hatte. „Für uns haben Adventskalender im Februar nichts mehr zu suchen. Das ist hier anders: Gerade die Kinder haben sich sehr gefreut, dass sie überhaupt Schokolade bekommen. Dass die Verpackung nicht zur Jahreszeit passt, ist dann ganz egal.“

Besonders angetan war Hannelore Kraft von dem Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Ich ziehe meinen Hut vor den Menschen, die sich jede Woche hier her stellen und in der zugigen Kirche Lebensmittel verteilen. Und zwar nicht, weil sie Geld dafür bekommen, sondern weil sie es aus innerer Überzeugung und Mitmenschlichkeit tun“, erklärt die Vorsitzende der NRWSPD. „Diese Frauen und Männer sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Wir sind ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet.“

Positiv fand Kraft, dass die Lebensmittelausgabe als sozialer Treffpunkt genutzt wird. „Viele der Frauen und Männer, die auf die Unterstützung der Diakonie angewiesen sind, haben wenig soziale Kontakte. Bei der Lebenmittelausgabe treffen sie andere Menschen und kommen mit ihnen ins Gespräch.“ Um gerade Bedürftige vor der gesellschaftlichen Isolation zu bewahren, sei es unverzichtbar, ihnen besseren Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und kulturellen Angeboten zu ermöglichen, meint die Landesvorsitzende: „Teilhabe hat viel mit Mobilität zu tun. Daher brauchen wir unbedingt ein Sozialticket.“

Hannelore Kraft lobte besonders die Sozialberatung, die an die Lebensmittelausgabe angeschlossen ist. „Das sind ganzheitliche, unterstützende Strukturen, wie ich sie mir vorstelle.“ Allein am heutigen Tag hätten sich dort mehr als 25 Frauen und Männer angemeldet, mit denen die Sozialarbeiterin intensiv gesprochen und denen sie konkrete Hilfe angeboten hätte. Bei einigen Gesprächen durfte Hannelore Kraft dabei sein. Sie erfuhr wie wenig die einzelnen Unterstützungsangebote in der Stadt bekannt sind und wie dringend sie gebraucht werden. Insgesamt sei das Projekt überzeugend, so Kraft weiter. „Die Diakonie geht dahin, wo die Menschen sind. Die Hilfe kommt direkt bei den Bedürftigen an. Die Vernetzung auch mit Kirche funktioniert gut. “ Solche Strukturen müssten auch an anderen Orten der Gesellschaft umgesetzt werden. „Es wird erwartet, dass die Menschen sich aus eigenem Antrieb an die zuständigen Einrichtungen wenden. Die Hemmschwelle ist aber oft zu hoch. Daher müssen wir die Strukturen dahingehend umstellen, dass wir auf die Bedürftigen zugehen und sie da ‚abholen’, wo sie sind.“