Initiative „TatKraft“: Am 12. Februar arbeitete Hannelore Kraft in Hamm

Gleich vier Stationen standen auf dem Terminplan von Hannelore Kraft bei ihrem Besuch in Hamm im Rahmen der Initiative TatKraft. Erste Anlaufstelle war um 09.00 Uhr die Hammer Tafel. Kaum angekommen, ging es direkt los: die angelieferten Waren mussten in Kisten gepackt und in Regale sortiert werden. "Jeder, der bedürftig ist, kann dort einmal pro Woche eine Lebensmittelkiste bekommen", erzählt Hannelore Kraft. "Viele Familien waren da, vor allem Großfamilien. Die trifft Arbeitslosigkeit und Armut besonders."

Gegen 10.30 Uhr ging es dann weiter ins Sozialkaufhaus "Traumland" des Evangelischen Perthes-Werkes. Dort werden Möbel, Geschirr aber auch Kleidung verkauft. "Das Traumland ist mit viel Liebe gemacht, das sieht man sofort. Ess- und Wohnzimmer sind dort aufgebaut und liebevoll dekoriert. Man hat zu jedem Zeitpunkt das Gefühl: hier ist die Kundin und der Kunde noch Königin bzw. König. In der angegliederten Schreinerei werden die Möbel wieder aufgearbeitet. Ich durfte dort heute einen Stuhl lackieren – natürlich in rot", berichtet Hannelore Kraft.

Die Armenküche der Caritas war gegen 13.00 Uhr die dritte Station des Tages. Die ca. 40-50 Essen die die Armenküche jeden Tag ausgibt, werden frisch im St. Marienhospital zubereitet und von dort geliefert. Auch die Armenküche wird von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. "Bei den Gesprächen mit den Menschen hat mich das Schicksal einer Frau besonders berührt. Bei unserem Gespräch stellte sich heraus, dass sie wie ich an Zöliakie

  • leidet. Die einzige Möglichkeit, die Krankheit zu behandeln, ist eine lebenslange glutenfreie Diät. Und obwohl sie das Essen in der Armenküche eigentlich gar nicht verträgt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als dort zu essen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, was das bedeutet."

    "Was mir bei allen Einrichtungen heute besonders aufgefallen ist: alle drei Stationen sind für die Menschen, die dort hinkommen, nicht einfach nur Anlaufpunkte um Essen oder Möbel zu organisieren, sondern sie sind auch wichtige Treffpunkte um soziale Kontakte zu pflegen. Deshalb gibt es auch im Sozialkaufhaus und bei der Tafel jeweils ein Café, in dem man sich in Ruhe hinsetzen und reden kann. Das ist extrem wichtig für die Menschen, denn Armut macht vielfach auch einsam", resümiert Hannelore Kraft.

    Letzte Station war eine offene Ganztagsgrundschule. "Normalerweise findet um diese Uhrzeit die Hausaufgabenhilfe statt. Heute jedoch war Kinderkarneval angesagt und ich war zuständig für das Schminken der Kinder. das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen. Auf jeden Fall kamen immer mehr Kinder, die auch von mir geschminkt werden wollten. "Vom Kinderkarneval ging es dann ins Gustav-Lübcke-Museum, wo die Abendveranstaltung mit Hannelore Kraft stattfand. "Das war ein anstrengender Tag", bilanziert Hannelore Kraft, "aber auch heute hat mir das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, aber auch der Hauptamtlichen, die ich heute getroffen habe, selber auch wieder viel Kraft gegeben."

  • Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die ausgelöst wird durch Bestandteile von Gluten, das in vielen Getreidesorten vorkommende Klebereiweiß. (Quelle: Wikipedia)