AsF: Rote Karte für schwarz-gelbes Streichkonzert

Gerda Kieninger erneut zur AsF-Landesvorsitzenden gewählt

Die SPD-Landtagsabgeordnete Gerda Kieninger aus Dortmund ist auf der Landeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF)am Samstag in Mülheim zum dritten Mal zur Landesvorsitzenden gewählt worden. Zu ihren drei Stellvertreterinnen wurden die SPD-Landtagsabgeordneten Ulla Meurer aus Heinsberg und Helga Gießelmann aus Bielefeld sowie das AsF-Mitglied Bergit Fleckner-Olbermann aus Düsseldorf gewählt.

Rote Karte für schwarz-gelbes Streichkonzert

In Anwesenheit der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Hannelore Kraft kritisierte Gerda Kieninger das schwarz-gelbe Streichkonzert zu Lasten von Frauen, z.B. den Wegfall der Regionalstellen „Frau und Beruf“, der Fachstelle „Frau und Gesundheit“ sowie die Streichung der vierten Stelle im Frauenhaus mit der Konsequenz, dass im vergangenen Jahr 5000 Frauen mit ihren Kindern abgewiesen werden mussten. Deshalb soll nach dem Willen der AsF die Finanzierung landeseinheitlich gesichert und die 2006 erfolgte Kürzung der Zuschüsse für Frauenhäuser um 30% rückgängig gemacht werden.
In ihren Anträgen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Lebenssituation von Mädchen und Frauen fordert die AsF unter anderem einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Anfang an und den Umbau des Schulsystems auf den Ganztag. Gegen die Lohndiskriminierung von Frauen will die AsF zum einen mit der Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns angehen, um Armut trotz Arbeit spürbar zu verringern. Insbesondere im Niedriglohnsektor, in dem mehrheitlich Frauen arbeiten, soll die Einführung eines Mindestlohnes zu einer spürbaren Einkommensverbesserung führen. Zum anderen sollen Kontrollmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten zur Durchsetzung gleicher Bezahlung bei gleicher und gleichwertiger Arbeit geschaffen werden, da freiwillige Lösungen bisher nicht erfolgreich gewesen seien. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sollen nach dem Willen der AsF nur Betriebe zum Zuge kommen, die Frauen und Männer in der Entlohnung gleich behandeln. Außerdem macht sich die AsF für ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft stark, mit dem eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen durchgesetzt werden soll.
In Sachen Ausbildung will die AsF weg von der Typisierung möglicher „weiblicher“ und „männlicher“ Berufe hin zu einer spezifischen Beratung zur Ausbildungs- und Berufswahl für Mädchen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund und fordert die Unterstützung in handwerklichen und technischen Ausbildungsberufen bzw. Studiengängen ein. Zu Gunsten von Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrungen engagiert sich die AsF neben der Forderung nach ausreichender Finanzierung der Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe auch für eine sichere finanzielle Ausgestaltung der Mädchenpräventionsarbeit gegen Gewalt und für Schutz und Hilfe bei drohender Zwangsheirat.