Hannelore Kraft: „Wir stellen die Menschen und ihre Arbeit in den Mittelpunkt unserer Politik“

Ralf Jäger bei seinem Einsatz in Duisburg
Alle Fotos: Copyright: Uta Wagner
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Hannelore Kraft In der Nähwerkstatt Ottobad in Duisburg Marxloh

„Die SPD ist immer stark, wenn sie als Kümmererpartei nah bei den Menschen ist. Deshalb sind wir im Land unterwegs, gehen einen Tag arbeiten, um mit den Menschen in ihrem täglichen Arbeitsumfeld ins Gespräch zu kommen. So erden wir unsere Politik für die Bürgerinnen und Bürger. Gute Politik orientiert sich am Leben der Menschen. Für uns steht dabei der Mensch im Mittelpunkt und nicht der Markt“, fasst Hannelore Kraft, Vorsitzende der NRWSPD, die neue „TatKraft“-Tour der NRWSPD zusammen. An zehn Terminen im Januar und Februar arbeiten die Landesvorsitzende und die örtlichen Kandidatinnen und Kandidaten einen Tag lang in unterschiedlichen Unternehmen und sozialen Einrichtungen. „Wir sind alle auch sonst viel in Unternehmen und sozialen Einrichtungen unterwegs“, erklärt Hannelore Kraft. „Allerdings als Gäste. Wir reden dann vor allem mit der Geschäftsleitung und mit den Betriebsräten. Ich suche aber eine andere Perspektive. Ich möchte mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ins Gespräch kommen und die Arbeitsbedingungen kennen lernen.“

Zum Auftakt der Initiative am 6. Januar in Duisburg begann der Arbeitstag für Hannelore Kraft morgens um acht Uhr in der Nähwerkstatt Ottobad in Marxloh. In dieser gemeinnützigen Gesellschaft für Beschäftigungsförderung arbeiten rund 45 Frauen aus bis zu neun Nationen. Und auch die SPD-Spitzenkandidatin für die NRW-Landtagswahl nähte und strickte tatkräftig mit – inklusive dem kleinen Stich in den Finger. Für Hannelore Kraft stand hinterher fest: „Ich habe nicht nur meine Handarbeitskenntnisse aufgefrischt. Ich habe auch sehr gute Gespräche mit den Arbeiterinnen geführt. Ich nehme viele Hinweise und Anregungen für meine politische Arbeit mit.“

Am 13. Januar führte die TatKraft-Tour nach Mönchengladbach. Im Projekt IngO werden schwer vermittelbare junge Erwachsene auf das Berufsleben vorbereitet. Bei erlebnispädagogischen Maßnahmen und Anstreichertätigkeiten hatte die Vorsitzende der NRWSPD Gelegenheit zu einem intensiven Austausch mit den Teilnehmern. „Die Lebensgeschichten der jungen Männer haben mich tief bewegt“, erzählt Hannelore Kraft. „In ihrem kurzen Leben haben die meisten bereits sehr viel durchmachen müssen. Viele haben familiäre Gewalt erlebt, Drogenerfahrungen oder waren schon einmal im Gefängnis.“ Ihr sei noch einmal deutlich geworden, dass man Eltern und Kindern früher Unterstützung und Hilfe anbieten müsse, bevor es zu falschen Entwicklungen komme. „Wir müssen dafür sorgen, dass keine Familie allein gelassen wird. Wir müssen uns als Gesellschaft von Anfang an intensiv um die Eltern und um jedes Kind kümmern.“

Der Arbeitsalltag von Handwerkerinnen und Handwerkern stand am 19. Januar bei der Engstfeld GmbH in Detmold auf dem Programm. Dort half Kraft beim Bau von Sanitäreinrichtungen, Heizungen und Klimaanlagen mit. Der letzte Januar-Termin wird dann im AWO-Familienzentrum in Hagen stattfinden. Sie wolle sich ein ungefärbtes, direktes Bild von den Arbeitsbelastungen in Kindertagesstätten machen, betont Kraft. Denn klar ist: Durch das von der schwarz-gelben Landesregierung eingeführte Kinderbildungsgesetz hat sich die Arbeitsbelastung der Erzieherinnen und Erzieher verschärft. „Der Landesregierung geht es nur darum, die Zahl der Plätze für Unter-Dreijährige nach oben zu treiben. Natürlich brauchen wir mehr Betreuungsplätze. Doch gleichzeitig muss die Betreuungsqualität weiter stimmen, damit die Kinder in der Kita nicht nur verwahrt werden. Dies geht aber nur mit mehr Personal. Doch das dafür notwendige Geld verweigert die CDU/FDP-Landesregierung“, kritisiert Kraft bereits vor ihrem Einsatz in Detmold. „Die schwarz-gelbe Landesregierung hat den Bezug zu den Menschen verloren. Sie wissen nicht, wie die Bürgerinnen und Bürger vor Ort leben und arbeiten.“

Nach jedem Einsatz vor Ort organisiert die NRWSPD eine öffentliche Veranstaltung, in der Hannelore Kraft und die jeweiligen Landtagskandidatinnen und –kandidaten von ihren Erfahrungen berichten und sich der Diskussion stellen. Denn auch sämtliche Bewerberinnen und Bewerber für ein SPD-Landtagsmandat werden bis zur Wahl tageweise in Betrieben und Einrichtungen arbeiten. Die Presse bleibt bei der Arbeit vor Ort übrigens bewusst außen vor. Es soll ein Tag ohne Schauprogramm werden. Die Beschäftigten sollen ungeschminkt und ungefiltert über ihre Sorgen berichten können.

Die Abendveranstaltungen bieten den Gästen außerdem die Gelegenheit, Hannelore Kraft persönlich kennenzulernen. Unter dem Motto „Von Mensch zu Mensch“ spricht die SPD-Spitzenkandidatin mit dem bekannten früheren Fernsehmoderator Reinhard Münchenhagen in gemütlicher Atmosphäre über ihr Leben, ihre Familie, ihre Hobbys und ihre Beweggründe, Politik zu machen.

„Eines kann ich schon jetzt versprechen“, weiß Hannelore Kraft: „Auch als NRW-Ministerpräsidentin werde ich einen TatKraft-Tag im Monat einlegen. Im Gegensatz zur Regierung Rüttgers werden wir den Kontakt zu den Menschen nicht verlieren. Für mich sind die Arbeitseinsätze keine Belastung sondern eine wertvolle Bereicherung. Ich lerne eine Vielzahl toller Menschen kennen. Ich bleibe auch in Zukunft an den Menschen dran. Ich weiß, woher ich komme. Wir müssen alles dafür tun, dass unser NRW wieder zusammenwächst. Wir Sozialdemokraten wollen ein NRW, das zusammenhält und solidarisch ist. Das ist unser NRW, wie wir es uns vorstellen und für das wir gemeinsam kämpfen.“