Hannelore Kraft: NRWSPD trauert um Hans Matthöfer

Zum Tode von Hans Matthöfer erklärt Hannelore Kraft, Vorsitzende der NRWSPD:

„Hans Matthöfer ist im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Mit ihm verlieren wir einen großartigen Sozialdemokraten, leidenschaftlichen Politiker und einen sympathischen Menschen. Er kämpfte für seine Überzeugungen, insbesondere für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. In den fast sechs Jahrzehnten seiner SPD-Mitgliedschaft hat er sich um das Land und um die Sozialdemokratie verdient gemacht.

Seit 1950 war Hans Matthöfer Mitglied der SPD. Von 1961 bis 1987 war er Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dem SPD-Parteivorstand gehörte Matthöfer von 1973 bis 1984 an. Von 1985 bis 1987 war er Bundesschatzmeister der SPD. 1972 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit in die von Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. In der Regierung Helmut Schmidt übernahm er 1974 die Leitung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. 1978 wurde Hans Matthöfer zum Bundesfinanminister ernannt. Aus gesundheitlichen Gründen verzichtete er im Frühjahr 1982 auf dieses Amt und wurde zum Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen.

Mit Hans Matthöfer ist ein großer Sozialdemokrat von uns gegangen. In der von der SPD bestimmten bundespolitischen Ära nach Adenauer hat er an zentraler Stelle die Wirtschaftspolitik Deutschlands mitgestaltet. Auch politische Gegner bescheinigten ihm stets Gradlinigkeit und hohe fachliche Kompetenz. Als Vater des Programms ‚Humanisierung der Arbeitswelt‘ war er aufrechter Kämpfer für Arbeitnehmerrechte und Beispiel für die Kraft und den Mut der Arbeiterbewegung. Seine Antworten von damals sind heute aktueller denn je. Unvergessen sind auch sein furchtloses Eintreten gegen den spanischen Diktator Franco und sein unermüdlicher Einsatz für die Menschenrechte in Chile zur Zeit der Militär-Junta.
Wir werden Hans Matthöfer nicht vergessen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“