Hannelore Kraft: Evangelischer Entwicklungsdienst muss in Bonn bleiben

Hannelore Kraft
Hannelore Kraft, Vorsitzende der NRWSPD

Anlässlich der Aufsichtsratssitzung des Evangelischen Entwicklungsdienstes am 11. Juni 2008 erklärt die Vorsitzende der NRWSPD, Hannelore Kraft:

Die NRWSPD wendet sich entschieden gegen Überlegungen des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED), seinen Standort von Bonn nach Berlin zu verlegen. Derartige Pläne sind kontraproduktiv und widersprechen den Regelungen des Bonn/Berlin-Gesetzes. Danach soll die Bundesstadt Bonn unter anderem als Standort für Entwicklungspolitik ausgebaut werden.
Ein Umzug des EED würde sich nicht nur für Bonn als Stadt der UN- und Entwicklungspolitik nachteilig auswirken. Auch für die Arbeit des EED selbst ergäben sich Nachteile, da in Bonn die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Arbeit des Evangelischen Entwicklungsdienstes herrschen.

Bonn ist inzwischen zu einem Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung geworden und gilt heute als Zentrum des Nord-Süd-Dialogs. Hierzu sind in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel bereitgestellt worden. Mittlerweile haben sich 17 UN-Sekretariate mit über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zwölf internationale Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) sowie weitere wichtige Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit in Bonn angesiedelt.

Die Wirksamkeit moderner Entwicklungspolitik hängt unmittelbar von der Vernetzung und Abstimmung ihrer Akteure ab. Insbesondere sind auch die unmittelbaren persönlichen Kontakte und kurzen Wege von entscheidender Bedeutung.

Deshalb fordert die NRWSPD die Verantwortlichen beim EED auf, den Evangelischen Entwicklungsdienst am Standort Bonn zu belassen. Auch die Landesregierung muss sich für den Verbleib des EED in Nordrhein-Westfalen einsetzen