Eilantrag der SPD-Fraktion abgelehnt: Das Kopfnoten-Chaos geht weiter

Die Regierungskoalition von CDU und FDP im nordrhein-westfälischen Landtag zeigt sich zum Thema Kopfnoten weiterhin uneinsichtig. Sie lehnte gestern (14.05.2008) den Eilantrag ab, in dem die SPD-Fraktion die Rücknahme der Kopfnoten auf Abgangs- und Abschlusszeugnissen noch in diesem Schuljahr gefordert hatte.

Die SPD-Fraktion wollte durch den Eilantrag das unausgegorene Experiment der Landesregierung noch rechtzeitig stoppen. Gerade auf Abgangs- und Abschlusszeugnissen kann die Bewertung von Arbeits- und Sozialverhalten zu großen Nachteilen für die Schülerinnen und Schüler führen.

"Diese Problematik hat nun auch Schulministerin Sommer in der vergangenen Woche vor Elternverbänden eingestanden und Handlungsbedarf eingeräumt. Die von der Landesregierung angekündigte Überprüfung nach diesem Schuljahr kommt jedoch für die Schulabgängerinnen und Schulabgänger dieses Jahr zu spät", sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ute Schäfer. Zudem drohe den Schulen, so Schäfer weiter, nach der Zeugnisausgabe in diesem Jahr eine Flut von Widersprüchen und Klagen gegen die Notenpraxis, die voraussichtlich bereits zum Zeitpunkt der Widerspruchs- und Gerichtsentscheidung keinen Bestand mehr haben werde.

Den Landtag wird das Thema Kopfnoten weiterhin beschäftigen. Am 28. Mai wird es dazu eine öffentliche Anhörung geben, zu der u.a. auch Schülervertreter eingeladen wurden. Die LandesschülerInnenvertretung NRW (LSV NRW) will möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu dieser Veranstaltung mobilisieren, um gegen die Vergabe von Kopfnoten zu protestieren. Eine zweite große Demonstration gegen Kopfnoten wird am 20. Juni in Düsseldorf stattfinden. Der LSV NRW ruft alle Schülerinnen und Schüler auf, an beiden Demonstrationen teilzunehmen und dem Protest gegen Kopfnoten lautstark Ausdruck zu verleihen.

Trotz der Ablehnung des Eilantrages wird auch die NRWSPD ihre Initiative zur Abschaffung der Kopfnoten fortsetzen.