Euro-Finanzminister stützen SPD-Vorschlag zum Umgang mit Managergehältern

Joachim Poß, stellvertretender Vorsitzender der SPD- Bundestagsfraktion

Die Finanzminister der Euro-Länder haben sich gegen überhöhte Managergehälter und ungerechtfertigte Abfindungen ausgesprochen.
„Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass bestimmte Unternehmenschefs von übermäßigen Gehältern und vor allem von goldenen Handschlägen profitieren, die nicht im Zusammenhang mit der Leistung stehen“, sagte Jean Claude Juncker, Sprecher der Euro-Finanzminister und luxemburgischer Ministerpräsident, nach einem Treffen der Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel. In mehreren Mitgliedsstaaten seien „skandalöse Tendenzen“ zu beobachten. Es gehe um ein „soziales Übel“, das von den meisten Finanzministern nicht länger hingenommen werden wolle, so Juncker weiter.

Die Kritik der Euro-Finanzminister stützt die Forderung der SPD, künftig wieder mehr Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität bei der Managervergütung zu zeigen. Dazu hat das SPD-Präsidium bereits Ende April einen Maßnahmenkatalog beschlossen, der eine Beschränkung der steuerlichen Abzugsfähigkeit, eine Stärkung der Verantwortlichkeit der Aufsichtsräte sowie eine Verbesserung der Transparenz der Vergütungen vorsieht.

„Völlig zu Recht beklagen die Euro-Finanzminister die skandalösen Entwicklungen bei Managergehältern und –abfindungen in den letzten Jahren“, kommentiert Joachim Poß, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, die Aussagen der Euro-Finanzminister. „Besonders zu begrüßen ist die Ankündigung des Sprechers der Euro-Finanzminister, des luxemburgischen Premiers Jean-Claude Juncker, dass die Gruppe ausdrücklich auch über die Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit überhöhter Zahlungen beraten will. Es ist wirklich nicht einzusehen, warum die Gesamtheit der Steuerzahler über den Weg des Betriebskostenabzugs noch jeden Abfindungs- und Gehaltsexzess zumindest teilweise mittragen muss“, so Poß weiter.