SPD-Bildungsparteitag: Die wichtigsten bildungspolitischen Forderungen in der Übersicht

Ute Schäfer
Die stellvertretende Parteivorsitzende und Leiterin der Projektgruppe „Schule und Bildung“ Ute Schäfer, warb engagiert für den bildungspolitischen Leitantrag
Hannelore Kraft
Hannelore Kraft: „Unser Bildungsprogramm ist ein umfassender Entwurf mit einem klaren Ziel: Die beste Bildung für alle!“
Jochen Ott
Jochen Ott: "Stellt euch vor Kinder werden von Geburt an gefördert und geschützt in ganz NRW, es gibt für jeden einen beitragsfreien Platz in der Kita, Musik, Sprache und Tanz, Babyschwimmen – alles ist möglich!"

Der komplette Leitantrag zur Reform der NRW-Bildungspolitik beim Sonderparteitag der NRWSPD umfasste 35 Seiten. Hier nur einige Beispiele aus dem Bildungskonzept, das die NRWSPD nach der Landtagswahl im Jahr 2010 in Nordrhein-Westfalen umsetzen will:

KINDERGÄRTEN
Die NRWSPD fordert einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nach dem ersten Lebensjahr. Die Elternbeiträge sollen schrittweise gestrichen, der Besuch des letzten Kindergartenjahres Pflicht werden. Schon in der Tagesstätte soll für jedes Kind ein Bildungsförderplan erstellt werden.

GRUNDSCHULE
Die beiden ersten beiden Schuljahre sollen zu einer flexiblen Eingangsphase zusammengelegt werden, die die Kinder – je nach Leistungsvermögen – in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen. Kein Kind soll in den ganztägigen Bildungseinrichtungen aus finanziellen Gründen vom gemeinsamen Mittagessen und anderen schulischen Aktivitäten ausgeschlossen werden.

GEMEINSCHAFTSSCHULE
Bis zur zehnten Klasse sollen künftig alle Kinder in einer Schule von einem Lehrerkollegium unterrichtet werden. In den Klassen 5 und 6 soll der gemeinsame Unterricht verbindlich sein. Bei der Reform des Bildungssystems darf es nicht mehr um das „Ob“, sondern es muss um das „Wie“ einer Verlängerung der gemeinsamen Lernzeit in der Sekundarstufe I gehen, um anschließend den Weg in die gymnasiale Oberstufe oder auf das Berufskolleg oder in die berufliche Ausbildung zu eröffnen. Deshalb strebt die NRWSPD in der Perspektive ein vollständig integratives System an, das bis zum ersten qualifizierenden Abschluss am Ende der Sekundarstufe I führt. „Wir wollen die Menschen auf dem Reformweg mitnehmen“, heißt es in dem Leitantrag. Darum setzt die NRWSPD auf die Gemeinschaftsschule. Die nimmt die Kinder nach der Grundschule auf und ist bis zur Klasse 10 für deren Bildungserfolg verantwortlich. Am Ende der Klasse 10 können dort alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden. Erst ab Klasse 7 oder später wird nach gemeinsamer Entscheidung der Schule, der Schulträger und der Eltern entweder ein vollständig integrierter Unterricht weitergeführt oder eine Differenzierung beispielsweise in Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen vorgenommen.

OBERSTUFE
Weil viele Gymnasien und Gesamtschulen wegen rückläufiger Schülerzahlen künftig ihr Kursangebot in der Oberstufe nicht aufrechterhalten könnten, will die NRWSPD Oberstufenzentren für mehrere Schulen einführen.

STUDIUM
Die NRWSPD will bei einer Regierungsübernahme die von CDU und FDP eingeführten Studiengebühren für das Erststudium wieder abschaffen. Die Hochschulen sollen einen finanziellen Ausgleich erhalten. Die Zahl der Studienplätze soll massiv ausgebaut werden. Mittelfristig sollen mindestens 50 Prozent eines Altersjahrgangs ein Studium abschließen.

GANZTAG
Die NRWSPD wird das Programm der Offenen Ganztagsgrundschule auf alle weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I ausdehnen. Dafür sollen die Bildungsträger mit einem mehrjährigen Investitionsprogramm unterstützt und in einem abgestimmten sozial-räumlichen Konzept die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

BERUFSAUSBILDUNG
Das politische Ziel der NRWSPD ist klar: Eine echte Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen und zwar auf hohem qualitativen Niveau.