Ute Schäfer: Wir müssen im Interesse der Kinder besser werden

Ute Schäfer
Ute Schäfer

Internationale Vergleiche belegen: Alle erfolgreichen Pisa- Länder lassen die Kinder länger gemeinsam lernen. Und trotzdem will die CDU/FDP-Landesregierung in Nordrhein-Westfalen die Kinder weiterhin mit 9 Jahren in Schubläden – Hauptschule, Realschule und Gymnasium – einsortieren. Das wird unseren Kindern nicht gerecht. Das mehrgliedrige Schulsystem verschwendet Talente: Zu viele Schülerinnen und Schüler werden aus höheren Schulen abgeschult, zu viele bleiben sitzen oder verlassen die Schule ohne Abschluss.

Noch immer ist die Abiturquote zu gering.Hinzu kommen weitere Probleme: Die Schülerzahlen gehen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung zurück. Die Hauptschule leidet an mangelnder Akzeptanz – hier sinken die Anmeldezahlen dramatisch. Auch wird es immer schwieriger an allen Gymnasien und Gesamtschulen ein breit gefächertes Angebot in der Oberstufe vorzuhalten. Die Gesamtschulen haben einen immer größeren Zulauf. Ihre Aufnahmekapazität ist allerdings begrenzt. Alleine in diesem Jahr mussten rund 17.000 SchülerInnen abgewiesen werden. Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft und eine Fachkommission der NRWSPD haben in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen, der Wirtschaft, den Gewerkschaften sowie der Städte und Gemeinden geführt. Nach dem Meinungsaustausch herrschte weitgehend Einigkeit: Eine Reform des Bildungssystems in NRW ist notwendig. Dabei geht es nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“ einer Verlängerung der gemeinsamen Lernzeit. Wir wollen mehr Jugendliche zum Abitur und zu berufsqualifizierenden Abschlüssen bringen.

In einem Entwurf für ein bildungspolitisches Programm, das im August 2007 auf einem Landesparteitag der NRWSPD in Bochum beschlossen werden soll, heißt es: „Wir wollen mehr Chancengleichheit im Bildungssystem und eine optimale Förderung unserer Kinder.Das bestehende dreigliedrige Schulsystem wird diesem Anspruch nicht gerecht. Für uns ist deshalb die Gemeinschaftsschule die Schule der Zukunft.“
Uns ist klar: Eine solche Reform setzt einen möglichst breiten bildungspolitischen Konsens in der Gesellschaft voraus. Auch wenn sich schon heute viele Menschen zu solch einer Reform bekennen, muss weiterhin für sie geworben werden. Wir wollen die Menschen auf dem Reformweg mitnehmen. Wir sind von unserem Konzept überzeugt und zuversichtlich, dass wir die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger für unsere Reformvorschläge gewinnen.