Katja Pelizäus, stellvertretende Juso-Landesvorsitzende: Jusos kritisieren von Männern für Männer gemachtes System der sozialen Sicherung

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2007 erklärt Katja Pelizäus, stellvertretende Juso-Landesvorsitzende:

„Der Bundestag wird am 9. März den Gesetzesentwurf beschließen, der eine schrittweise Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre vorsieht. Damit besiegelt die Regierung einen Tag nach dem Internationalen Frauentag ein Vorhaben, das Frauen eklatant benachteiligt. Wir kritisieren ein von Männern für Männer gemachtes System der sozialen Sicherung!
Die Möglichkeit, doch noch nach 45 Beitragsjahren wie bisher mit 65 Jahren in Rente zu gehen, werden die allerwenigsten Frauen in Anspruch nehmen können. Nur etwa sieben Prozent der Frauen erfüllen diese Voraussetzung. Zwar werden drei Jahre Erziehungszeit pro Kind als Beitragszeit anerkannt, doch ist der tatsächliche Ausstieg aus dem Job häufig länger. Das schlechte Angebot bei den Betreuungsmöglichkeiten und die Misere auf dem Arbeitsmarkt erschweren einen schnellen Wiedereintritt zusätzlich.
Wer für eine fortschrittliche Gleichstellungspolitik in allen Fragen einstehen möchte, muss auch progressiv handeln. Das bedeutet, dass das bisherige System der sozialen Sicherung einer grundsätzlichen Veränderung bedarf. Es muss darum gehen, für beide Geschlechter gleichermaßen eine zukunftsfeste Alterssicherung zu ermöglichen!
Der Schlüssel zu einer ausreichenden eigenständigen Rente ist die Berufstätigkeit der Frau. Benachteiligungen von Frauen durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Lohndiskriminierung dürfen nicht länger gesellschaftliche Realität sein. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohnes.“