Gerda Kieninger: Internationaler Frauentag am 8. März 2007 – Frauen verdienen mehr

Zum Internationalen Frauentag am 8. März erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in der SPD Nordrhein-Westfalen (ASF), Gerda Kieninger:

"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" war eine Forderung, die Frauen schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts erhoben haben. Aber noch immer bleibt vielen Frauen ein Einkommen vorenthalten, das ihnen eine eigenständige Existenz durch ihre Arbeit sichert.
"Frauen verdienen mehr", das bekräftigt Gerda Kieninger, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in der SPD Nordrhein-Westfalen. "Wer aber keinen Zugang zu Berufen, Funktionen und Positionen hat, kann auch nicht die dazu gehörige Vergütung erhalten. Noch immer werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Das liegt an höheren Teilzeitquoten, an unterbrochenen Erwerbsbiografien, aber auch an der Bewertung von Frauenarbeit. Es ist leider auch heute noch Normalität, dass frau ‚hinzuverdient‘. Der gesamte Niedriglohnsektor ist vorwiegend ‚weiblich‘.
Das Problem der Frauen von heute ist daher nicht zuallererst die Höhe der Entlohnung sondern auch die Anerkennung ihrer Arbeit, der Zugang zu attraktiven Berufen und zu beruflichem Aufstieg."

Ernüchternd ist nach wie vor das Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen Frauen. Mehr als die Hälfte der jungen Frauen sind in nur 10 von 350 möglichen Ausbildungsberufen anzutreffen. Das Berufsspektrum junger Migrantinnen ist sogar noch eingeschränkter. Rund die Hälfte von ihnen ist in nur vier Ausbildungsberufen anzutreffen.

Kieninger: "Statt diesen ungebrochenen Trends entschieden entgegen zu treten reduzieren die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen regelmäßig die Mittel im Frauenhaushalt. Sie lösen die Regionalstellen Frau und Beruf auf, bevor Nachfolgestrukturen auch nur im Konzept erkennbar sind und sie sind offenbar fest entschlossen, Frauenpolitik zu einem unbedeutenden Teilgebiet der Familien- und der Integrationspolitik zu machen."
Damit wird man im 21. Jahrhundert aber weder den Frauen noch der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung gerecht. Wer die Potenziale der Frauen von heute ungenutzt lässt, verschuldet jetzt schon den Fachkräftemangel, der sich für Mitte des Jahrhunderts abzeichnet.
Die SPD-Landtagsfraktion wird daher am Internationalen Frauentag einen Antrag "Junge Frauen in Berufe mit Zukunft" in den Landtag einbringen und wirbt damit für eine breit angelegte Kampagne, angefangen in den Kindergärten über die Schulen, bis hin zu den Universitäten, mit der Mut für die Wahl eines zukunftssichernden, oftmals technischen Berufs gemacht werden soll.
Kieninger: "Frauen im 21. Jahrhundert haben die Probleme des 20. Jahrhunderts noch lange nicht gelöst, auch wenn uns das von interessierter Seite gerne eingeredet wird. Denn: Familienpolitik ersetzt noch lange keine Frauenpolitik."