Schäfer: CDU-Widerstand gegen Gemeinschaftsschule bröckelt

Ute Schäfer

Zur Diskussion in der CDU über die Einführung einer Gemeinschaftsschule in NRW,
erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende der NRWSPD, Ute Schäfer:

Während in Düsseldorf Ministerpräsident Rüttgers stur am mehrgliedrigen Schulsystem festhält, bröckelt die Abwehrfront der CDU in Sachen Gemeinschaftsschule.
Erstmals haben jetzt zwei CDU-Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen die Schulpolitik
der Landesregierung massiv kritisiert und sich für die Einführung des von der SPD vorgeschlagenen Modells der Gemeinschaftsschule ausgesprochen.

Das Landesamt für Datenschutz und Statistik hat einen überaus dramatischen Rückgang der Schülerzahlen an den Hauptschulen festgestellt. Gerade in kleinen Kommunen führt das bei den Christdemokraten offensichtlich zu einem radikalen Umdenken.
Um ihre wohnortnahen Schulstandorte zu erhalten, wollen die CDU-Bürgermeister von Horstmar und Schöppingen jetzt einen Modellversuch einleiten, der sich an den Vorstellungen der NRWSPD orientiert.

Die NRWSPD begrüßt die Entscheidung der beiden Bürgermeister. Die Zeit ist reif für einen tabulosen parteiübergreifenden Dialog zur Weiterentwicklung der Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen. Dabei muss die beste Bildung für alle Kinder und Jugendlichen der Motor politischen Handelns sein und nicht die Ideologie einer einzelnen Partei.

Jürgen Rüttgers und seine Landesregierung haben die Probleme vor Ort nicht begriffen und halten an einem Schulsystem fest, das Kindern und Kommunen keine Perspektiven bietet. Es erweist sich, dass das Programm der Landesregierung zur Stärkung der Hauptschulen offenkundig gescheitert ist.

Wir fordern den Ministerpräsidenten auf, nicht länger die Augen vor den Realitäten zu verschließen. Wer den Kindern in unserem Land Chancen eröffnen und den Städten und Gemeinden Zukunft geben will, der kommt an einer fortschrittlichen und den Erfordernissen der Zeit angepassten Schulpolitik nicht vorbei.