Bärbel Dieckmann: Familienpolitische Pläne der Union begünstigen nur Besserverdienende

Bärbel Dieckmann

Zu der Debatte in der Union um eine Erhöhung der Kinderfreibeträge im Steuerrecht, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Bärbel Dieckmann:

Grundsätzlich ist es erfreulich, wenn auch die Union darüber nachdenkt, wie Familien weitergehend unterstützt werden können. Aber ausgerechnet die Kinderfreibeträge zu erhöhen, ist der falsche Weg. Dies begünstigt nur Mütter und Väter, die gut verdienen. Ein großer Teil der Familien in Deutschland zahlt schon heute kaum oder wenig Steuern und ist von sinkenden Freibeträgen nicht betroffen.

Das Geld ist gut aufgehoben, wenn es in die Infrastruktur zu besseren Bildung und Betreuung von Kindern investiert wird. Mehr Geld für den Ausbau der Betreuung von unter Dreijährigen, mehr Geld für Ganztagsplätze, mehr Geld für Familienzentren, in denen Eltern kompetente Beratung erfahren. Mittelfristig wollen wir erreichen, dass Kindergartenplätze kostenlos angeboten werden.

Davon haben junge Mütter und Väter etwas. Dies würde Paaren die Entscheidung für Kinder erleichtern. Steuerliche Entlastung für wenige Gutverdiener ist mit der SPD nicht zu machen.