Christel Humme: Die Qualität der Kinderbetreuung steigern

Christel Humme

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Berichts der Bundesregierung über den Stand des Ausbaus für ein bedarfsgerechtes Angebot an Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren erklärt die Sprecherin der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Christel Humme:

Mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) haben wir einen ersten Erfolg erzielt: Im Vergleich zu 2002 hat sich die Platz-Kind-Relation bundesweit um 25 Prozent gesteigert. Diese vielversprechende Tendenz geht aus der vom Deutschen Jugendinstitut e.V. erhobenen Stichprobe hervor, die die Grundlage des heute veröffentlichten Berichts der Bundesregierung darstellt.

Der Bund wollte einen Impuls geben für mehr Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland. Und viele Länder und Kommunen sind offensichtlich diesem Impuls gefolgt.

Es bedarf dennoch weiterer Kraftanstrengungen für mehr Kinderbetreuungsplätze vor Ort. Andernfalls bleibt es bei der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausweitung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz für alle Kinder ab dem zweiten Lebensjahr.

Denn von bedarfsdeckenden Angeboten in Westdeutschland sind wir immer noch weit entfernt. In Ostdeutschland gilt es auch weiterhin, den guten Betreuungsgrad zu halten. In Ost wie West kommt es darauf an, die Qualität der Betreuung weiterzuentwickeln.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen sind nach wie vor groß. Der Ausbaustand der Kinderbetreuungsangebote ist maßgeblich von der jeweiligen politischen Prioritätensetzung vor Ort abhängig.

Mit dem TAG haben wir die rechtliche Grundlage für eine deutliche Verbesserung der Betreuungssituation von Kindern im Alter unter drei Jahren geschaffen. Hierfür stellt der Bund erhebliche Mittel über den Weg der Entlastung der Kommunen bei den SGB-II-Leistungen zur Verfügung. Im TAG ist ein Mindestversorgungsniveau vorgesehen, das von den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe vorgehalten werden muss. Jetzt kommt es auf die Umsetzung vor Ort an – vollständig und überall.

Das zu Beginn des Jahres 2005 in Kraft getretene TAG hatte zum Ziel, mehr Chancengerechtigkeit und bessere Bildungsangebote für Kinder sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern zu schaffen. Dabei sollen die Entwicklungen beim Ausbau der Kinderbetreuung vor Ort beobachtet werden. Aus diesem Grund sieht das Gesetz eine jährliche Berichtspflicht der Bundesregierung über den Ausbaustand vor. Der heute veröffentlichte Bericht umfasst die Entwicklungen beim Ausbau der Kinderbetreuungsplätze im Jahr 2005.