Groschek: Schleifspuren am Image von Jürgen Rüttgers

Einmal mehr hat sich Jürgen Rüttgers heute als gnadenloser Populist und grandioser Umfaller erwiesen. Die Ablehnung der Mehrwertsteuererhöhung im Bundesrat ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch, bundesweit Aufmerksamkeit zu erregen. Der Frust über die eigene Bedeutungslosigkeit in Berlin muss tief sitzen.

Rüttgers` durchsichtiges Manöver löst auch in den eigenen Reihen nur noch Kopfschütteln aus. Selbst die Wirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalens hat sich intern gegen ein "Nein" in der Länderkammer ausgesprochen. Frau Thoben ist laut Medienberichten nicht länger bereit, den Zick-Zack-Kurs des Ministerpräsidenten mitzutragen. Denn Jürgen Rüttgers hat der Anhebung der Mehrwertsteuer bei der Bildung der Großen Koalition selbst zugestimmt. Jetzt versucht er sich aus der Verantwortung zu stehlen. Seine politischen Purzelbäume sind nur schwer erträglich.

Der Ministerpräsident befürchtet aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung "Schleifspuren für die Konjunktur". In Wahrheit hat er selbst gewaltige Kratzer davongetragen. Und zwar an seinem Image. Wer sich derart opportunistisch verhält und der FDP pausenlos auf den Leim geht, der darf sich nicht beschweren, wenn er in Berlin und Düsseldorf nur noch belächelt wird.