Platzeck: Wir sind die Partei der kleinen Leute

Kurt Beck bedankt sich bei Mathias Platzeck
Kurt Beck bedankt sich bei Matthias Platzeck
Matthias Platzeck
Matthias Platzeck
Applaus
Stehender Applaus für Matthias Platzeck

In seiner Rede auf dem außerordentlichen SPD-Parteitag in Berlin betonte Matthias Platzeck noch einmal, dass die Entscheidung zur Amtsniederlegung des SPD-Parteivorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen, die schwerste seine Lebens gewesen sei. Er habe aber keine Abschiedsrede gehalten und sei zwar vom Parteivorsitz zurückgetreten, „nicht zurückgetreten aber bin ich von leidenschaftlicher Mitarbeit in der SPD“, sagte Platzeck.

SPD hat die Kraft der Erneuerung
Matthias Platzeck nutze den Auftritt auf dem Parteitag um die von ihm begonnene Grundsatzprogrammdebatte voranzutreiben. Er habe den Prozess gemeinsam mit Kurt Beck begonnen, der ihn nun energisch weiterführen werde. Es ginge dabei um die „Selbsterneuerung der Partei“, denn die SPD sei immer dann kraftvoll gewesen, „wenn sie auf der Höhe der Zeit war“. Die Anpassung sei notwendig, um Zukunft in Deutschland „gerechter und besser zu machen.“ Das, so Platzeck, sei Markenzeichen der SPD. Die SPD müsse die „Kraft der Erneuerung sein“, rief der scheidende Parteivorsitzende den Delegierten zu.

Das einst vorbildhafte Wirtschafts- und Sozialmodell Deutschland, schlösse mittlerweile viele von gesellschaftlicher Teilhabe aus. Das Bildungsmodell sei nicht mehr erfolgreich, sagte Platzeck. In diesem Zusammenhang verwies er auf die erfolgreichen Modelle in den skandinavischen Ländern.

Im globalen Wettbewerb wüchsen neue Konkurrenten heran und auch wenn Deutschland zu einem Gewinner der Globalisierung gehöre, herrsche hier überwiegend Skepsis, ein „Gefühl vermeintlicher Ohnmacht“. Angesichts all dieser Problemlagen rief Matthias Platzeck die SPD zu einer “zupackenden Haltung“ auf. „Mutlosigkeit und Verzagtheit sind völlig unsozialdemokratische Gemütslagen“, betonte er.
Europa sei eine Lösung der Probleme, wenn es zugleich wirtschaftlich dynamisch und sozial organisiert werde. Auch die „Sozialdemokratie hat Zukunft, wenn sie in Europa gemeinsam handelt“, so Platzeck. Ohne Sozialdemokraten blieben nur noch die übrig, die das Soziale als „Sozialklimbim“ sähen. Deshalb müsse die SPD zukunftsgewandt agieren und dürfe nicht defensiv mit den Veränderungen umgehen. „Wir müssen in die Offensive gehen und die Gesellschaft offensiv gestalten“, forderte Matthias Platzeck.

„SPD ist und bleibt die Partei der kleinen Leute“
„Die SPD bleibt Partei der sogenannten kleinen Leute. Die hoffen auf uns und diese Hoffnung werden wir nicht enttäuschen“, wandte sich Platzeck an die Delegierten. Kurt Beck bringe das mit, was die Partei jetzt an ihrer Spitze brauche. Beck, so Platzeck, sei bodennah und betreibe Politik mit Augenmaß.