Dieckmann: Wir trauern um einen großen Sozialdemokraten

Johannes Rau ist gestorben.

Zum Tode von Johannes Rau erklärt der Vorsitzende der NRWSPD, Jochen Dieckmann:

Mit großer Bestürzung hat die NRWSPD die Nachricht vom Tode Johannes Raus erfahren. Wir trauern um einen großen Sozialdemokraten und einen vorbildlichen Menschen, dessen Leben und Wirken stets im Zeichen des Gemeinsinns und der Verständigung gestanden hat. Mit Johannes Rau hat die SPD, Nordrhein-Westfalen und Deutschland eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren.

In seinen vielfältigen politischen Ämtern hat Johannes Rau Brücken gebaut: unermüdlich, pflichtbewusst und mutig. Johannes Rau war ein Mann des Wortes. Ihm wurde zugehört. Aber er hat auch den Menschen zugehört. Deshalb genoss er ein besonders hohes Maß an Vertrauen und Zuneigung. Johannes Rau hat zusammengeführt. Er hat unser Land und die SPD, der er seit 1957 angehörte, nachhaltig geprägt.

Von 1958 bis 1962 war Johannes Rau Vorsitzender der Jungsozialisten in Wuppertal. 1958 wurde er Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen, dem er bis 1999 angehörte. Er war Vorsitzender der Landtagsfraktion und von 1969 bis 1970 Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal. 1978 wurde Johannes Rau Nachfolger von Heinz Kühn als Ministerpräsident von NRW und blieb zwanzig Jahre im Amt. Von 1977 bis 1998 war Johannes Rau Vorsitzender der NRWSPD und im Jahre 1993 auch Vorsitzender der Bundes-SPD. Am 23. Mai 1999 wurde Johannes Rau zum Bundespräsidenten gewählt.

Über alle Parteigrenzen hinweg hat sich Johannes Rau hohen Respekt erworben. Er hat unsere Gesellschaft nach innen und nach außen gestärkt. In besonderem Maße setzte er sich für die junge Generation und deren Chancen ein. Unvergessen ist sein Einsatz für die Integration ausländischer Mitbürger. In der Außenpolitik hat er sich vor allem um die Aussöhnung mit Israel bemüht.

Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten in dieser schweren Stunde seiner Familie. Wir werden Johannes Rau ein ehrendes Andenken bewahren.