Heil: Rüttgers ist ein familienpolitischer Dinosaurier

Jürgen Rüttgers hat das Prinzip des im Koalitionsvertrag vereinbarten Elterngeldes nicht verstanden. Anders ist seine falsche Behauptung, das Elterngeld sei nicht verfassungskonform, nicht zu erklären.

Mit dem Elterngeld geht es darum, sowohl für Frauen als auch für Männer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Wir unterstützen damit die Lebenswünsche junger Menschen. Rüttgers’ Behauptung, dass Politik jungen Familien ein Lebensmodell vorschreiben will, ist Quatsch.

Weiß Herr Rüttgers eigentlich um die realen Wünsche junger Familien? Heute gehen nach der Geburt eines Kindes zu 95 Prozent die Mütter in Elternzeit. Die Väter sind oft stärker als zuvor beruflich eingespannt – aber nicht aus freien Stücken. Das belegt eine Allensbach-Umfrage: 82 Prozent der Befragten geben als Grund an, dass sie auf das höhere Einkommen des Vaters nicht verzichten können. Mit dem Elterngeld, das sich am Einkommen orientiert, wird nun eine Elternzeit auch für den Vater finanzierbar. Familien können ihren Lebensstandard halten. Indem wir zwei Monate der Elternzeit für den Mann reservieren, wird endlich auch im Arbeitsleben die Akzeptanz dafür steigen, dass Männer ihre Rolle als Vater aktiver wahrnehmen.

Rüttgers hat den familienpolitischen Lernprozess seiner eigenen Partei verschlafen. Er gehört zu den letzten Dinosauriern, die allein Frauen die Verantwortung für Familie und Kindererziehung zuweisen.