Franz Müntefering soll Vizekanzler werden

Dieckmann sagte, die Präsidiumsmitglieder hätten sich über die Entscheidung Franz Münteferings, nicht mehr für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren, sehr betroffen gezeigt. Diese Entscheidung bedeute ein "echte Zäsur" für die Partei, so der Landesvorsitzende.

Es sei nun um so wichtiger, betonte Dieckmann, dass diese "zweifellos schwierige Situation" rasch beendet werde. "Die SPD darf sich keine Hängepartie leisten", sagte Dieckmann. Die anstehenden Personalfragen in der Bundespartei müssten rasch geklärt werden.

Dieckmann begrüßte es, dass die Gremien der Partei bereits morgen in Berlin zusammen kommen, um über die Konsequenzen aus dem Rückzug des Vorsitzenden zu beraten. Es müsse jetzt schnell klar gestellt werden, dass die SPD regierungs- und führungsfähig sei.

Im Landespräsidium der NRWSPD herrscht die einmütige Meinung, dass die Koalitionsverhandlungen in Berlin weitergeführt werden sollen. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass Franz Müntefering in dieser Koalition den Posten des Vizekanzlers übernimmt." Dieckmann fügte hinzu, dass Müntefering auch künftig eine wichtige Rolle in Berlin führen müsse.

Zu den Bemerkungen des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Rüttgers, der sich aufgrund der aktuellen Ereignisse skeptisch über die Große Koalition äußerte, sagte Jochen Dieckmann: "Wer die Große Koalition nun in Frage stellt, ohne Alternativen aufzuzeigen, der handelt verantwortungslos. Zu dieser Konstellation gab und gibt es keine überzeugende Alternative".