Schröder: Wir werden stärkste Partei sein

Die Mehrheit in Deutschland will keine schwarz-gelbe Bundesregierung. Das zeigen die neuesten Umfragen der Meinungsforschungsinstitute. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist sicher: „Wir werden am Wahltag die stärkste Partei sein.“

Das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer bescheinigt der SPD einen massiven Aufwärtstrend in der politischen Stimmung. Nach den aktuellen Zahlen kommt die SPD auf 38 Prozent, vier Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Union hingegen verliert zwei Prozentpunkte und steht aktuell bei 40 Prozent. FDP und PDS verlieren an Zustimmung: Die Liberalen liegen jetzt bei sechs, die PDS bei sieben Prozent. Ebenso wie die SPD konnten auch die Grünen zulegen – sie erreichen sieben Prozent.

Auch bei der so genannten Politbarometer-Projektion, die nicht nur die aktuelle Stimmung, sondern auch längerfristige Überzeugungen und Parteibindungen berücksichtigt, haben CDU, CSU und FDP bei den Wählerinnen und Wählern keine Mehrheit mehr.

Kanzlerfrage: Schröder 13 Prozent vor Merkel
Besonders deutlich wird der Stimmungsumschwung bei der Frage nach dem gewünschten Regierungschef. Mit 53 Prozent sprachen sich vier Prozent mehr als in der Vorwoche für Gerhard Schröder aus. Angela Merkel wollen nur 40 Prozent (minus 1) der Befragten im Kanzleramt sehen.

Die Zahlen des ZDF-Politbarometers bestätigen den Trend, der sich bereits in den vergangenen Tagen in anderen Umfragen abzeichnete. Auch im ARD-Deutschlandtrend vom Donnerstag und in der jüngsten Forsa-Erhebung hatten Union und FDP ihre Mehrheit verloren.

Keine Wechselstimmung mehr
„Die angebliche Wechselstimmung existiert gar nicht mehr“, stellte Bundeskanzler Gerhard Schröder fest. „Da ist viel Bewegung und noch alles möglich“. Die Umfragen bestätigten seine Einschätzung, dass diese Wahl noch lange nicht gelaufen ist: „Wir haben den Trend auf unserer Seite, und ich bin mir sicher, dass wir am Wahltag die stärkste Partei sein werden.“

Dass auch die Wählerinnen und Wähler, anders als Union und FDP, den Wahlausgang für offen halten, zeigen ebenfalls die Zahlen des Politbarometers: 72 Prozent der Befragten sagten, es sei noch nicht klar, wer die Wahl gewinnt.