Schröder: Kirchhof behandelt Menschen wie Sachen

In seiner Rede auf dem SPD-Wahlparteitag in Berlin kritisierte Bundeskanzler Gerhard Schröder den Finanzexperten im Wahlkampfteam der Union, Paul Kirchhof, scharf: „Dieser Professor aus Heidelberg behandelt Menschen wie Sachen“, sagte der Kanzler mit Blick auf Kirchhofs Vorschlag nach einem Systemwechsel in der Rentenpolitik. Schröder fragte: „Kann man einem solchen Menschen das Finanzministerium anvertrauen?“ Und Merkel, die dies ausprobieren wolle, dürfe man nicht das Kanzleramt anvertrauen.

Kirchhofs Modell der Durchschnittssekretärin
Paul Kirchhof, Finanzexperte im Team von Angela Merkel, stieß mit Angaben zu seinem Steuermodell erneut auf Widerspruch aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er hatte der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag) gesagt, eine Sekretärin mit 40.000 Euro Jahresgehalt zahle in seinem Modell 4.000 Euro Steuern. Dagegen rechnete Unions-Fraktionsvize Michael Meister der Zeitung (Mittwoch) vor: „Für eine ledige Sekretärin beträgt die Steuer nach Paul Kirchhofs Modell 6750 Euro.“

Kirchhofs Mitarbeiter in der CDU-Zentrale erläuterte diese Diskrepanz: Gemeint sei keine ledige oder verheiratete Sekretärin, sondern eine rechnerische Größe – die „Durchschnittssekretärin“. Bei dieser Modellrechnung sei unterstellt, dass die Sekretärin 1,3 Kinder habe und zu einem gewissen Prozentsatz verheiratet sei. Dann ergäbe sich die durchschnittliche Steuerbelastung von 4000 Euro, zitiert ihn die "Passauer Neue Presse"