Merkel lässt CDU in Nordrhein- Westfalen abblitzen

Mit der Vorstellung ihres so genannten Kompetenzteams hat sich Angela Merkel neue Probleme geschaffen. Ihre Mannschaft ist blass. Sie ist nicht überzeugend und aus der Not geboren.

Mit Professor Paul Kirchhof hat die Union einen Mann benannt, dessen radikale steuer- und finanzpolitische Ideen in einen Hörsaal passen mögen. Mit der Realität haben seine Vorstellungen wenig zu tun. Sie sind schlicht nicht finanzierbar und schlimmer noch: sozial unausgewogen.

Dass Kirchhof ein Gegner der von Merkel angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer ist, macht seine Nominierung besonders pikant. Auf die Mehrwertsteuererhöhung falle „ein Schatten“, weil sie Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen besonders belaste, hatte Kirchhof unlängst erklärt.

Jetzt fällt der Schatten auf Frau Merkel. Denn ihr Programm und ihre Kandidaten passen nicht zusammen.

Frau Merkel ist im Bereich Finanzen den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Ihr Erzfeind Friedrich Merz wird konsequent geschnitten und spielt in der CDU spätestens seit heute keine Rolle mehr. Das muss gerade den Vertretern der nordrhein-westfälischen CDU übel aufstoßen.

Mit Norbert Lammert ist lediglich ein Vertreter Nordrhein-Westfalens in das Unionsteam berufen worden. Das wirft ein bezeichnendes Licht auf die bundespolitische Bedeutung der CDU im größten Bundesland. Die Christdemokraten in Düsseldorf werden in Berlin nicht gehört. Sie haben keinen Einfluss.