Thierse: Union instrumentalisiert Kultur

Wolfgang Thierse

„Wem die Künste als schönste Form der Freiheit wichtig sind, wer die reiche Vielfalt der hiesigen Kulturlandschaft wirklich verteidigen will, kann keine Union wählen.“ So lautet das Fazit von Wolfgang Thierse, stellvertretender SPD-Parteivorsitzender und Vorsitzender des SPD-Kulturforums, nach Durchsicht des CDU-Wahlprogramms.

Darin vertrete die Union einen für die Künste und die Kulturpolitik nicht akzeptablen Kulturbegriff, so der anerkannte Kunstfachmann. „Kunst und Kultur werden dort instrumentalisiert für eine Identität der Deutschen als Nation.“ Damit werde das Bekenntnis zur Freiheit der Kunst zur Makulatur.

Ginge es nach der CDU werde auch die Filmförderung in Deutschland künftig zur reinen Ware degradiert. “Der Doppelcharakter der Kulturgüter, eben gerade nicht nur Wirtschaftsgut zu sein, sondern in erster Linie Träger von Identität und Wertvorstellungen wird nicht wahrgenommen.“