PM 61/2005: Wolffsohn sollte sich entschuldigen

Zu den Äußerungen des Historikers Michael Wolffsohn in der heutigen Ausgabe der "Rheinischen Post" erklärt der Vorsitzende der NRWSPD, Harald Schartau:

Michael Wolffsohn hat sich mit seinen unsäglichen Äußerungen in der "Rheinischen Post" endgültig aus dem Kreis ernst zu nehmender politischer Kommentatoren verabschiedet. Die von ihm gezogenen Parallelen zwischen der von Franz Müntefering angestoßenen Wertedebatte und der antisemitischen Hetze der Nazi-Zeit sind eine unglaubliche Entgleisung.

Als Historiker sollte Wolffsohn wissen, dass unzählige Sozialdemokraten unter dem nationalsozialistischen Gewaltregime unendlich gelitten haben. Schon kurz nach der Machtübernahme der Nazis verloren viele Sozialdemokraten wegen ihrer Parteizugehörigkeit ihren Arbeitsplatz, sie mussten Deutschland verlassen, sie wurden eingesperrt, misshandelt und später in Konzentrationslager gebracht.

Die Sozialdemokraten waren stets resistent gegen die Ideologie der Nazis, gegen ihre massive Propaganda, gegen ihre Lügen, gegen ihren Terror. Sie konnten und sie können widerstehen, weil ihre Haltung auf festen Grundsätzen des politischen Handelns beruht: Freiheit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit.

Weil das so ist, sind die Äußerungen von Wolffsohn völlig unangemessen. Anständig wäre es, sich hierfür zu entschuldigen.