PM 55/2005: Die Vergangenheit formiert sich

Zur heutigen Vorstellung zweier Mitglieder des „Schattenkabinetts“ der CDU in NRW erklärt der Generalsekretär der NRWSPD, Michael Groschek:

Jürgen Rüttgers bedient sich in der zweiten Liga. Die Aufnahme von Christa Thoben und Helmut Linssen in sein so genanntes Kompetenzteam ist ein Beleg dafür, dass die Union personell völlig ausgezehrt ist. Die Vergangenheit formiert sich.

Der Ex-Zukunftsminister Rüttgers umgibt sich mit einer Ex-Staatssekretärin aus der Kohl-Zeit und einem vor zehn Jahren bei einer NRW-Landtagswahl gescheiterten CDU-Spitzenkandidaten. Das ist kein Aufbruch. Das ist das letzte Aufgebot. Dieses Aufgebot macht deutlich, dass nicht mal Rüttgers’ eigene Leute an das Umfragehoch glauben.

Rüttgers unternimmt mit der hektischen Vorstellung seines Personals ein untaugliches Ablenkungsmanöver. Er will die von Franz Müntefering angestoßene Wertedebatte aus den Schlagzeilen verdrängen, weil die Aussagen des SPD-Parteivorsitzenden zunehmend auch bei potenziellen CDU-Wählern Anklang finden. Zudem will Rüttgers seine unsäglichen Äußerungen zur angeblichen "Überlegenheit des Katholizismus" vergessen machen.

Eine durchsichtige Strategie, die keinen Erfolg haben wird.