Peer Steinbrück und Gerhard Schröder begeistern in Siegen

In einer mit rund 3000 Besuchern mehr als gut besuchten Siegerlandhalle fand am 11. April 2005 die zweite große Wahlkampfveranstaltung der NRWSPD im Landtagswahlkampf 2005 statt. Schon lange bevor Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ministerpräsident Peer Steinbrück das Wort ergriffen, waren die Sitzplätze vergriffen und die Besucherinnen und Besucher, die unablässig in die Halle strömten, mussten mit Stehplätzen Vorlieb nehmen.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Siegen-Wittgenstein, Willi Brase, die Gäste, unter denen neben SPD-Anhängern auch viele Neugierige und bisher unentschlossene Wählerinnen und Wähler waren. Im Anschluss bekamen Helga Schwarz-Schumann und Michael Sittler, die beide für die SPD ein Landtagsmandat erringen wollen, die Möglichkeit ihre Positionen für den anstehenden Wahlkampf darzulegen.

Nachdem die Rock n’ Roll Combo „Ringlets Trio“ das Publikum begeisterte und die Halle sich immer weiter aufheizte, ergriff der Ministerpräsident Peer Steinbrück das Wort. In einer kämpferischen Rede hob er hervor, Mitbestimmung und Arbeitnehmerrechten sei es wesentlich zu verdanken, dass der Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen bei allen Schwierigkeiten sozial friedlich verlaufe. Er machte auch deutlich, dass dieser Prozess nicht abgeschlossen sei.

In der Bildungspolitik kehrte Peer Steinbrück deutlich die Unterschiede zwischen den Positionen der CDU und der NRWSPD heraus. Nur die SPD wolle jedem die Möglichkeit geben zu studieren und setze sich deshalb auch für das gebührenfreie Erststudium ein. Auch den von der SPD befürworteten Ausbau der Ganztagsbetreuung stellte er in den Zusammenhang der Chancengerechtigkeit. Viele Eltern, nicht nur aus sozial problematischen Lagen, geben immer mehr Erziehungsaufgaben an die Kindergärten und Schulen ab. Er warb dafür, den Lehrerinnen und Lehrern bei ihren zunehmend schwerer werdenden Aufgaben mit mehr Respekt zu begegnen.

Mit stehenden Ovationen quittierten die Besucherinnen und Besucher in Siegen Peer Steinbrücks Auftritt, bevor der das Wort an Bundeskanzler Gerhard Schröder übergab. Dieser verwies auf die zentrale Rolle, die das Land Nordrhein-Westfalen bei der Unterstützung seiner Politik spielt. Unter dem Eindruck des Gedenkens zum 60. Jahrestag des Kriegsendes verwies er auf die zentrale Aufgabe der Integration und Zusammenarbeit der europäischen Nationen und insbesondere die Bedeutung guter Beziehungen zu Russland. Die europäische Integration dürfe allerdings nicht dazu führen, dass die beteiligten Länder sich „kaputt konkurrieren“.

Im Hinblick auf die Reformen der Bundesregierung verwies der Bundeskanzler auf die verbesserten Rahmenbedingung für die Wirtschaft, die dadurch entstanden seien. Er kritisierte allerdings auch, dass die Wirtschaftsverbände ständig neue Forderungen an die Politik stellen, anstatt endlich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und in Arbeit und Ausbildung zu investieren. Zum Ende seiner Rede forderte Gerhard Schröder die Gäste der Veranstaltung auf, nun „den Kampf um die Interessen des Landes aufzunehmen“.

Auch der Auftritt des Bundeskanzlers wurde von den Menschen in der Halle mit viel Beifall bedacht. Die Besucherinnen und Besucher, die danach aus der Halle strömten, hatten einen gut aufgelegten und kampfeslustigen Spitzenkandidaten Peer Steinbrück gesehen. Auch die bisher Unentschlossenen dürften von dieser stimmungsvollen Veranstaltung in einer proppevollen Siegerlandhalle beeindruckt gewesen sein.