Peer Steinbrück: „Durchbruch für neue Energietechnologien, Arbeitsplätze und Klimavorsorge“

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Führende Energieunternehmen des Landes bereiten Großinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 5 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen vor. In den nächsten sieben Jahren sollen die geplanten Ersatz- und Neubauten von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen ans Netz gehen. Das haben die Unternehmensvertreter heute beim Energiedialog mit Ministerpräsident Peer Steinbrück und Energieminister Dr. Axel Horstmann in Düsseldorf mitgeteilt. Ministerpräsident Peer Steinbrück: "Diese Investitionen bedeuten einen Durchbruch für den Energie- und Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Damit wird ein gewaltiger Technologieschub ausgelöst, der den Kraftwerkspark in NRW entscheidend modernisieren und zugleich große Chancen für den weltweiten Export von moderner Kraftwerkstechnik und im Anlagenbau eröffnen wird. Tausende von Arbeitsplätzen werden damit dauerhaft gesichert oder neu entstehen."

Vorbehaltlich noch ausstehender endgültiger Gremienentscheidungen in den einzelnen Häusern wollen die Energieversorger an folgenden Orten in Nordrhein-Westfalen investieren:

1. Neurath, Neubau eines Braunkohlekraftwerkes mit optimierter Anlagentechnik mit einer Leistung von 2.100 MW (Doppelblock) durch die RWE Power AG Investitionssumme: rund 2,2 Milliarden Euro, Baubeginn: noch 2005
2. Weisweiler, Neubau zweier Vorschaltgasturbinen am vorhandenen Braunkohlekraftwerk mit einer Leistung von jeweils 190 MW durch die RWE Power AG, Investitionssumme rd. 150 Millionen Euro, Baubeginn: noch 2005;
3. Walsum, Neubau eines Steinkohlekraftwerkes mit einer Leistung von 750 MW durch die STEAG AG, Investitionssumme: rund 800 Millionen Euro, Baubeginn: Ende 2006;
4. Datteln, Neubau eines Steinkohlekraftwerkes mit einer Leistung von 800 MW durch die E.on AG, Investitionssumme: rund 800 Millionen Euro, Baubeginn: 2006;
5. Hamm-Uentrop, Neubau eines Gaskraftwerkes mit einer Leistung von 800 MW durch die Trianel GmbH, Investitionssumme: rund 450 Millionen Euro, Baubeginn: Sommer 2005;
6. Herdecke, Neubau eines Gaskraftwerkes mit einer Leistung von 400 MW durch Mark E; AVU, Statkraft und ggf. weitere Partner; Investitionssumme: rund 220 Millionen Euro, Baubeginn: September 2005
7. Hinzu kommen im kommunalen Bereich Investitionen in 7 Anlagen mit einem Investitionsvolumen von 700 Millionen Euro, die jetzt sukzessive in Bau bzw. in Betrieb gehen. Hiermit wird eine Gesamtleistung von 960 MW in der Kraft-Wärme-Kopplung realisiert. (Investoren: GEW RheinEnergie 2 Anlagen; Bocholter EWV GmbH; WSV AG Wuppertal; SW Duisburg AG; SW Bielefeld; SW Münster). Die Energiewandlung soll über Gas-Kraftwerke (GuD) und Biomasse-Kraftwerke erfolgen.

Mit den jetzt geplanten Investitionen sind erhebliche unmittelbare und mittelbare Beschäftigungswirkungen in Nordrhein-Westfalen verbunden.

Nach bisheriger Erfahrung kommen beim Bau von Kohlekraftwerken etwa 40 Prozent des Auftragsvolumens Anbietern und Herstellern aus NRW zugute.

Sofern die Investitionen relativ gleichmäßig über die kommenden sechs Jahre durchgeführt werden, können mit diesem Volumen sechs Jahre lang allein in Nordrhein-Westfalen rund 5.000 Personen beschäftigt werden. Allein auf den Baustellen wären in NRW über diesen Zeitraum rund 3.000 Personen beschäftigt.

Neben den Beschäftigungseffekten in der Bauphase wird auch ein dauerhafter Beschäftigungssicherungseffekt durch den Betrieb der Anlagen erzeugt.

Mit der neuen Kraftwerkstechnik werden erhebliche Verbesserungen bei der Ressourcenschonung und der Klimavorsorge erreicht, weil es sich bei den geplanten Kraftwerken im Wesentlichen um Anlagen handelt, die bestehende ältere Kraftwerke ersetzen. Im Vergleich zu heute werden je Kilowattstunde Strom rund 30% weniger klimaschädliche Gase erzeugt.

Gleiches gilt für die Verringerung bei sonstigen Schadstoffen (SO2, NOx etc.).

Angesichts des extrem hohen Kraftwerksersatz- und -zusatzbedarfs auf dem europäischen und dem Weltmarkt eröffnet die neue Kraftwerkstechnik für das Exportgeschäft besondere Chancen.

Würde man die neue Kraftwerkstechnik mit Wirkungsgraden bis rund 47% als Ersatz für die weltweit bestehenden Kohlekraftwerke einsetzen, die derzeit über einen mittleren Wirkungsgrad von 30 % verfügen, ließen sich die CO2-Emissionen weltweit um jährlich 1,7 Milliarden Tonnen reduzieren. Ministerpräsident Steinbrück: "Der Export dieser fortschrittlichen Technologie aus Nordrhein-Westfalen kann einen ganz erheblichen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz liefern. Aus meiner Sicht sollte die Weltbank die notwendigen Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziell unterstützen, damit die Erneuerung schnell in Angriff genommen werden kann und die Entlastung für das Klima schnell spürbar wird."

Die folgenden Unternehmensvertreter haben am Energiedialog teilgenommen:

  • Dr. Wulf Bernotat, Vorstandsvorsitzender der E.on AG
  • Harry Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG
  • Jan Zilius, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG, Ressort Fossil gefeuerte Kraftwerke, Mitglied des Vorstandes der RWE AG
  • Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG AG
  • Dr. Alfred Tacke, Vorstandsvorsitzender der STEAG AG
  • Dr. Ing. Rüdiger Bäumer, Vorstand Mark-E AG
  • Dr. Dieter Attig, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Aachen AG,
  • Bernd Wilmert, Geschäftsführer Stadtwerke Bochum AG, Gesellschafter der Trianel GmbH
  • Dr.Ing. Norbert Ohlms, Vorsitzender des Verbandes Kommunaler Unternehmen, VKU NRW, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster GmbH

    Quelle: Landespresse- und Informationsamt NRW