Gleichstellungspolitik geht alle an!

Jedes Jahr im März erinnern wir an den ersten Internationalen Frauentag, der 1911 in Deutschland unter dem Motto „Her mit dem Frauenwahlrecht!“ stattfand.

Dieser Tradition fühlen wir uns verbunden. Vieles wurde seitdem erreicht – das Frauenwahlrecht 1918 durch die SPD -, doch auch im 21. Jahrhundert ist noch viel zu tun. Dazu gehört der Grundsatz gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit genauso wie gleiche Chancen beim beruflichen Aufstieg.

Wir wollen, dass Frauen und Männer Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Kindererziehung und gesellschaftliches Engagement gleichermaßen ausüben können. Immer noch ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer Gesellschaft das Problem vor allem der Mütter, bestenfalls der Eltern. Wir wollen, dass Frauen und Männer gleichermaßen für den Unterhalt und die Fürsorge innerhalb der Familie verantwortlich sein können. Nicht nur junge Frauen haben ihre Lebensperspektive verändert, auch junge Männer wollen nicht nur Ernährer, sondern auch Erzieher ihrer Kinder sein. Diese Entwicklung unterstützen wir.

Das neue Antidiskriminierungsgesetz ist ein wichtiges Instrument, um Diskriminierungen zu verhindern oder zu beseitigen. Niemand muss sich sorgen: Es wird die Interessen von Minderheiten stärken, nicht die Bürokratie. Wir werden die Anregungen der Anhörungen bedenken und das Gesetz entschieden vorantreiben.

Die Unternehmen sind gefordert, den Gleichstellungsgrundsatz bei Einstellung und Beförderung konsequent anzuwenden. Aber auch die jungen Frauen müssen sich bei der Wahl ihres Ausbildungsberufes oder Studienfachs breiter orientieren, um ihre beruflichen Chancen von Anfang an zu verbessern.

Vor allem Alleinerziehende und Familien mit nur einem erwerbstätigen Elternteil haben ein hohes Armutsrisiko. Deshalb erhalten Eltern mit geringem Einkommen ab 2005 einen Kinderzuschlag in Höhe von monatlich 140 € pro Kind. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Nettoeinkommen von 1025 Euro erhält damit 280 Euro zusätzlich. Hinzu kommt das Kindergeld von 308 Euro. Damit verfügt die Familie über 1.613 Euro.

Die Erwerbstätigkeit der Mütter ist der entscheidende Faktor für die wirtschaftliche Situation der Familie – und weniger die Zahl der Kinder. Es ist erfreulich, dass die Frauenerwerbsquote in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Sie liegt derzeit bei rund 58 Prozent. Aber klar: Sie soll weiter steigen.
Neben einem ausreichenden Angebot an Arbeitsplätzen für Frauen ist ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und verlässliches Ganztagesangebot für Kinder aller Altersgruppen wichtig. Dies verbessert auch die Bildungschancen der Kinder und trägt dazu bei, die Armut von Kindern abzubauen.
Die SPD nimmt diese Herausforderungen an. Denn: Gleichstellungspolitik ist Gesellschaftspolitik und das geht uns alle an!