Peer Steinbrück über reiche Manager, dreiste Politiker – und Eliten als Vorbild

Peer Steinbrück

Tagesspiegel am Sonntag:
Jürgen Rüttgers hat tief im Bauch das Gefühl, dass er die Wahl gewinnen wird.

Peer Steinbrück:
(lacht) Ich glaube, dass der Oppositionsführer in diesen Tagen eher schweres Bauchweh hat. Wahrscheinlich trauert er der Euphorie nach, die in der CDU noch bis zum Sommer geherrscht hat und die sich völlig verflüchtigt hat.

Tagesspiegel am Sonntag:
Das scheint Sie nicht zu wundern.

Peer Steinbrück:
Nein, ihre Schwächen sind aufgebrochen. Sie saßen lange auf einem sehr hohen Ross und haben ja schon die Kabinettsposten verteilt. Im übrigen beschäftigt mich die Lage der CDU viel weniger als die Frage, wie wir aus eigener Kraft die Wahl gewinnen können, und dafür hat sich die Lage erfreulich verbessert.

Tagesspiegel am Sonntag:
Ist der Stimmungswandel so tragfähig, dass die SPD-Wähler zurückkommen?

Peer Steinbrück:
Nein. Aber die Lage hat sich jedenfalls stabilisiert. Nicht zuletzt die Kommunalwahlen – insbesondere die Stichwahlen – haben gezeigt, dass die SPD wieder mobilisieren kann. Es hat einen Stimmungsumschwung gegeben. Im übrigen sind wir noch längst nicht da, wo wir hin wollen. Aber das Rennen in Nordrhein-Westfalen ist wieder offen. Das hat auch etwas damit zu tun, dass sehr viele Menschen der SPD inzwischen Respekt bezeugen wegen der Standfestigkeit, mit der wir einerseits unseren Reformkurs vertreten und anderseits darüber das Thema des Zusammenhaltes dieser Gesellschaft nicht aus dem Auge verlieren.