Michael Groschek: Rüttgers hat nichts zu sagen

Es sollte sein großer Auftritt werden. Doch zum Auftakt des CDU-Parteitages in Düsseldorf hat Jürgen Rüttgers einmal mehr dokumentiert: Das Amt des Regierungschefs in einem Land wie Nordrhein-Westfalen ist für ihn ein paar Nummern zu groß.

Nicht mehr als pflichtgemäßen Beifall erhielt Rüttgers von den Delegierten. Denn selbst von den eigenen Leuten weiß auch nach dem heutigen Tag niemand, was und wohin der Mann eigentlich will.

Inhaltlich glich seine Rede einem abgegriffenen Warenhauskatalog. Vom Feldhamster bis zu einem diffusen Patriotismus-Begriff: Jürgen Rüttgers hatte für alle etwas zu bieten.
Gesagt hat er dabei nichts.

Seine ausladenden Bemerkungen zu den Werten in unserem Land sind ein Beleg dafür, dass der Union in NRW die Themen fehlen. Die absurde Debatte, in welcher Parteien die besseren Deutschen zu Hause seien, wird dem CDU-Kandidaten nichts nutzen. Es mangelt an Substanz. Es mangelt an Kompetenz. Es mangelt an Allem.

Jürgen Rüttgers hat in seiner Rede bedauert, dass er den Delegierten aus Zeitgründen nicht die Schönheiten des Landes NRW, das Siegerland, die Eifel, oder den Teutoburger Wald zeigen könne. Nach der Landtagswahl am 22. Mai wird er hierzu reichlich Gelegenheit haben.