Michael Groschek: Der Lack ist ab

Ein „vorbildliches“ und „ethisches“ Verhalten der Eliten in Deutschland hatte Hermann-Josef Arentz zuletzt in einem Zeitungsinterview gefordert.

Für sich selbst legt der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) indes völlig andere Maßstäbe an. Sein Motto: Wasser predigen und Wein trinken.

Ohne auch nur einen Finger zu krümmen kassiert der NRW-Landtagsabgeordnete nach einer Zeitungsmeldung vom Freitag ein Gehalt von 60.000 Euro pro Jahr vom Energieriesen RWE Power.

Mit dieser Geschmacklosigkeit hat der Mann, der sich gerne als soziales Gewissen der CDU begreift, seine Glaubwürdigkeit komplett verspielt. Der Lack ist ab. Dass die Angelegenheit vom CDU-Präsidiumsmitglied auch noch heruntergespielt und verteidigt wird, zeugt davon, dass Arentz jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.

Für das, was Arentz sich ganz nebenbei und für lau in die Tasche steckt, müssen Tausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in NRW hart arbeiten. Doch um deren Interessen geht es der Union ohnehin schon lange nicht mehr. Schon am Wochenende wird die CDU auf ihrem Parteitag die drastische Einschränkung der Arbeitnehmerrechte und die Kopfpauschale beschließen.

„Akzeptanz für Sparmaßnahmen kann nur dann erreicht werden, wenn die gesellschaftlichen Eliten mit gutem Beispiel vorangehen“, hatte Arentz zuletzt in der „Berliner Zeitung“ erklärt. Dem ist nichts hinzuzufügen.