Aufstehen, Anpacken, Mitmachen.

Daniel, Mirko und Alexander mit Michael Groschek: Drei Junggenossen auf dem Programmkonvent im Gespräch mit dem NRW-Generalsekretär
Daniel, Mirko und Alexander mit Michael Groschek: Drei Junggenossen auf dem Programmkonvent im Gespräch mit dem NRW-Generalsektretär

„Gemeinsam schaffen wir ein Land, das seine Zukunft gewinnt, ohne sein Herz zu verlieren.“ 90 Minuten haben sie dem Peer Steinbrück zugehört. Schlusswort. Applaus. Daniel steht auf. Andere folgen. Nach Sekunden stehen alle in der Jahrhunderthalle.

Standing Ovations für eine große Rede. Standing Ovations sind oft ein Ritual. Die Öffentlichkeit soll sehen: Dieser Peer ist unser Mann. Er hat uns aus der Seele gesprochen.

Doch Daniel, Mirko und Alexander sind derlei Rituale fremd. Daniel ist 15. Seit einem Jahr Genosse. Eher geht`s nicht. Mirko ist ein Jahr älter, hat sein Parteibuch schon ein wenig länger. Alexander ist schon ein alter Parteihase. 22 Jahre, seit 7 Jahren „Sozi“. Für alle drei ist es ihr erstes großes Parteievent.

Standing Ovations, das war für die drei SPD-Youngster keine Show für Kameras und Journalistenblicke. Es hat sie wirklich vom Stuhl gerissen.

Peer Steinbrück kannten sie bisher aus dem Fernsehen. „Ich hielt den eher für einen „Iceman“, sagt Daniel. Kühl, distanziert, sei sein Eindruck bislang von Steinbrück. Und nun: „Der ist ganz anders. Der sagt, was er meint und meint, was er sagt.“

„Der ist …“, Mirko sucht ein Wort. „Der ist menschlich“, vollendet er entschlossen seinen Satz.

Alexander treibt die Analyse tiefer. „Peer Steinbrück redet nicht drumrum, malt nichts rosarot, was eigentlich eher grau ist. Politiker neigen dazu, Sommerwetter zu machen, wenn November ist. Wo Novemberwetter ist, muss man das sagen. Das überzeugt die Menschen, weil´s ehrlich ist.“

Die Analyse gewinnt Fahrt. „Man muss auch Ziele nennen“, wirft Daniel ein. „Ziele und Wege.“ Novemberwetter darf man nicht hinnehmen. Er findet es überzeugend, dass der MP von erreichbaren Zielen sprach, nicht von Wolkenkuckucksheimen.

„Endlich redet einer von Stärken“, ergänzt Mirko. Ihm fällt vor allem die Mießmachmasche auf den Wecker. „Dass wir in NRW ein größeres Bruttoinlandsprodukt haben als Australien und Russland, hab‘ ich nicht gewusst.“

Die Sprüche auf den Bannern finden die drei klasse. Spitzenreiter: „Wir sind kein Land der Föhnfrisur“, „NRW rockt, Bayern schunkelt.“

Was hat die Veranstaltung gebracht?

„Mut“, sagt Daniel. „Jetzt weiß ich, es lohnt sich, für die SPD auf die Straße zu gehen.“ Er war schon im Kommunalwahlkampf an der „Front“. Das wird im Mai 05 auch so sein. „Ich weiß jetzt, was ich den Menschen sage.“