Peer Steinbrück: Statement des Ministerpräsidenten zur Situation bei Opel

Peer Steinbrück im Interview bei WDR Westpol

"Wir wollen, dass die Opel-Standorte in Deutschland – und damit insbesondere in Bochum – erhalten bleiben, und wir wollen keine betriebsbedingten Kündigungen. Und ich würde mich freuen, wenn das über die Verhandlungen, zunächst über Gespräche und dann über Verhandlungen, auch tatsächlich herauskommt. Und wir bieten an, gegebenenfalls zu vermitteln, uns einzusetzen mit dem Instrumentarium, was wir haben.
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Ich glaube, dass – wie im Fall von Karstadt, wie im Fall von Daimler Benz – durchaus ein Restrukturierungsprogramm erfolgreich sein kann, das auch langfristig den Bochumer Standort wettbewerbsfähig hält, so dass es auch nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt. Wir wollen, dass darüber hinaus insgesamt die Standorte in Deutschland nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das sind wichtige Botschaften, die auch an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerichtet werden sollen. Wir können dort behilflich sein, wo wir vielleicht andere und neue industrielle Partner gewinnen können. Ich stehe als Vermittler an jedem Ort dieser Welt bereit, wenn dies erforderlich ist, eine verträgliche Lösung zu finden. …

Zunächst kann man die Wut, die Empörung und die Unsicherheit natürlich verstehen. Was da diese Woche stattgefunden hat, das hat eingeschlagen wie ein Blitz. Aber ich rufe allen Beteiligten zu: Es fiele mir nicht so schwer, eine Rede zu halten, die diese Wut und Empörung weiter steigern könnte. Aber das hilft uns nicht, denn wenn wir am Ende diesen Standort wettbewerbsfähig in eine langfristige Perspektive bringen wollen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden wollen, dann müssen wir uns sehr besonnen und sehr professionell mit einer solchen Lösung beschäftigen. Und da ist alleine Wut und Empörung zwar verständlich, aber wahrscheinlich nicht wegweisend für die Kärrnerarbeit einer Lösung…"